Tirschenreuth
29.06.2018 - 16:54 Uhr

"MUT" macht sich bezahlt

"MUT" ist der Name des Fördervereins, der sich der Musikerziehung der Jugend widmet. Mutig war auch Vorsitzende Theodora Kupke. Sie hat als Pionierin für ihren Verein das neue Crowdfunding der Sparkasse Oberpfalz Nord getestet.

Daumeh hoch für eine gute Sache: KMS-Leiter Tobias Böhm, die Wienerin Gabriele Suppan-Stumpf, MUT-Vorsitzende Theodora Kupke und Hans-Jörg Schön, Mitglied des Sparkassen-Vorstandes (von links), feiern ihr erstes und erfolgreiches Crowdfunding-Projekt. ubb
Daumeh hoch für eine gute Sache: KMS-Leiter Tobias Böhm, die Wienerin Gabriele Suppan-Stumpf, MUT-Vorsitzende Theodora Kupke und Hans-Jörg Schön, Mitglied des Sparkassen-Vorstandes (von links), feiern ihr erstes und erfolgreiches Crowdfunding-Projekt.

(ubb) Theodora Kupke trägt Notenschlüssel als Ohrringe. Der ausgefallene Schmuck steht ihr gut und ist gleichzeitig eine Demonstration ihrer Leidenschaft: Die Wiesauerin ist die Vorsitzende des Fördervereins MUT der Kreismusikschule (KMS) Tirschenreuth.

Am Mittwoch hat sie beim Pressetermin in der KMS ihre Schwester dabei. Die Wienerin Gabriele Suppan-Stumpf ist zu Gast im Landkreis und hat von Anfang an von Österreich aus "MUT" als Mitglied unterstützt. Grund des Treffens in der KMS bei Leiter Tobias Böhm ist Crowdfunding. Diese moderne Plattform im Netz zum Spenden ist auf regionaler Ebene noch sehr neu.

Neue Wege eingeschlagen

"Im vergangenen Jahr", berichtet Hans-Jörg Schön, Mitglied des Sparkassen-Vorstands Oberpfalz Nord, "hat sich die Sparkasse Oberpfalz Nord entschlossen, Crowdfunding einzuführen." Damit wolle man neue Wege gehen zur Unterstützung der Vereine und Organisationen. Theodora Kupke fand das toll und wollte Crowdfunding für ihren Verein gerne testen. Damit wurde sie zur Pionierin dieser neuen, lokalen Spender-Plattform. Spenden weiterreichen ist nun nichts Neues für MUT. Der Verein "schustert" der KMS seit vielen Jahren Spenden zu. Denn die staatliche Einrichtung kann natürlich nicht unerschöpflich öffentliche Gelder ausgeben, sondern muss sich an den Etat halten. "Und dann reicht es immer nicht für Kunst und Kultur", klagt Theodora Kupke, dass für diese gesellschaftliche Verpflichtung der kommunalen Verwaltungen nie genug da sei.

Sie nennt Beispiele: So gebe es viele Eltern, die "zu viel Geld" verdienen für eine Förderung, aber dennoch reiche es nicht zum Bezahlen der Musikschule. Oder es werden neue Musikinstrumente angeschafft sowie Konzerte mit ehemaligen KMS-Schülern finanziert. Crowdfunding erfordert allerdings ein spezielles Projekt. "Da dachte ich an die alleinerziehenden Mütter, die jedes Jahr wieder MUT um Unterstützung bitten", so Theodora Kupke. Gesagt, getan: Kupke machte Nägel mit Köpfen. "Oje. Dann ging's los. Ich musste mich erst zurechtfinden im Internet, wo Crowdfunding stattfindet", lacht die Pionierin im Nachhinein.

Wie es ihre Art ist, hat sie sich aber hartnäckig "durchgequält" durch Statuten, Auflagen, Anforderungen, Rechenaufgaben und Computerprogramm-Hürden. Crowdfunding war für "MUT" höchst erfolgreich. Gefunden wurden 30 Unterstützer, damit konnte die erforderliche "Fundingschwelle" um 280 Prozent überschritten werden. Gesammelt wurden 3200 Euro.

"Wird das Ziel nicht erreicht, gehen die Spenden zurück", erklärt Hans-Jörg Schön das Crowdfunding-Prinzip "Alles oder nichts". Natürlich freut es KMS-Leiter Tobias Böhm außerordentlich, dass Theodora Kupke für "MUT" neue Wege beschritten hat. Immerhin konnte "MUT" mit dem Geld neun Kindern das Musikschuljahr finanzieren.


Weiteres Projekt angedacht

Und Theodora Kupke ist ein Stückchen "frecher" geworden. Nachdem sie sich letztendlich gut zurechtfand in den "Wirren" der modernen Technik, findet sie diese Art der Spendenmöglichkeit bestens. "Das mache ich wieder", spricht sie bereits von einem folgenden Crowdfunding-Projekt für "MUT".

 
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