Mutter und Säugling haben Schutzengel bei Glätteunfall bei Falkenberg

Tirschenreuth
19.01.2023 - 12:17 Uhr

Drei Leichtverletzte, darunter ein neun Monate alter Säugling. Das ist die Bilanz der Polizeiinspektion Tirschenreuth nach einem Verkehrsunfall bei Falkenberg am Mittwoch. Zum glimpflichen Ausgang trug wohl auch der Kindersitz bei.

Zu einem Verkehrsunfall kam es am Mittwoch bei Falkenberg. Drei Menschen wurden dabei leicht verletzt, darunter ein Säugling.

Schneefall und Glätte sind häufig mit Verkehrsunfällen verbunden – so auch am späten Mittwochnachmittag auf der Staatsstraße bei Falkenberg. Die drei Beteiligten, darunter ein neun Monate alter Säugling, hatten "großes Glück", wie die Polizeiinspektion Tirschenreuth mitteilt. Dass das Baby bei diesem Unfall nur mit leichten Verletzungen davongekommen sei, sei "wohl nur aufgrund der in diesem Fall vorschriftsmäßigen Sicherung mittels eines geeigneten Kindersitzes" zu verdanken. Dieser Fall zeige, dass es "zwingend erforderlich ist, Kinder bei jeder Fahrt ordnungsgemäß zu sichern", heißt es in der Mitteilung. Das Verletzungsrisiko werde dadurch signifikant verringert. Was war geschehen?

Die Autofahrerin war am Mittwoch gegen 16.35 Uhr auf der Staatsstraße 2167 bei Falkenberg unterwegs. Mit ihrem Audi A4 geriet sie bei "nicht angepasster Geschwindigkeit bei Schneeglätte ins Schleudern auf die Gegenfahrbahn", teilt die Polizei mit. Nahezu frontal kollidierte sie mit einem entgegenkommenden Pkw, einem Ford Ranger.

Straße für zwei Stunden gesperrt

Beide Fahrzeuge wurden durch die Wucht des Zusammenstoßes in den Straßengraben geschleudert und kamen dort zum Stehen. Ersten Erkenntnissen nach wurden, "wie durch ein Wunder" der Säugling sowie die beiden aus dem Landkreis Tirschenreuth stammenden Fahrer nur leicht verletzt. Vorsorglich wurden sie mit dem Rettungswagen in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert. Die Staatsstraße blieb für zwei Stunden komplett für den Verkehr gesperrt. Die Feuerwehren aus Falkenberg und Gumpen sicherten mit 15 Feuerwehrleuten die Fahrbahn, "welche einem Trümmerfeld glich", ab. An beiden Fahrzeugen entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von etwa 50.000 Euro, heißt es in der Mitteilung.

Tipps der Polizei bei Schneefall

Weitere Verkehrsunfälle aufgrund von Schneefall und Glätte waren der Polizeiinspektion Tirschenreuth am Donnerstagmorgen nicht bekannt. Kein Vorkommnisse gab es auch in den Einsatzgebieten der Polizei Waldsassen und Kemnath, wie diese auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilten.

  • Winterreifen oder Ganzjahresreifen mit Alpin-Symbol sind bei winterlichen Straßenverhältnissen Pflicht und sollten mit einer ausreichenden Profiltiefe ausgestattet sein. Verbandskasten, Warndreieck und -weste gehören immer zur Grundausstattung.
  • Scheibenwaschflüssigkeit mit ausreichendem Frostschutz verwenden und Scheibenwischer auf Funktionstüchtigkeit kontrollieren.
  • Eiskratzer und Türschlossenteiser am besten außerhalb des Autos aufbewahren.
  • Auf freie Scheiben, Lichter und Kennzeichen achten: Ein "Guckloch" erhöht die Unfallgefahr. Zudem sollte das gesamte Auto von Schnee und Eis befreit werden. Schnee, der während der Fahrt vom Dach herunterfällt, kann andere Verkehrsteilnehmer gefährden.
  • Zeitdruckvermeiden, ausreichend Zeit fürs „Kratzen“ und Puffer für Verzögerungen während der Fahrt einplanen.

Die meisten Verkehrsunfälle im Winter sind auf eine nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen, erklärt ein Sprecher der Polizeiinspektion Kemnath. Während der Fahrt gilt deshalb:

  • Tempo deutlich verringern und den Witterungsverhältnissen anpassen. Nur so ist es möglich, rechtzeitig zu reagieren.
  • Vorausschauend fahren, mit Fehlern anderer rechnen, ruckartige Lenk- und abrupte Bremsmanöver vermeiden und an ausreichend Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden denken.
  • Licht auch am Tag einschalten, Nebelscheinwerfer- und -rückleuchte benutzen, sobald die Sichtweite, wegen Schneefalls, unter 50 Meter liegt

Sollte es dennoch zu einem Unfall oder eine Panne kommen, gilt es die Warnweste überzuziehen und die Unfallstelle mit Warnblinklicht und -dreieck abzusichern. Bei einer Panne falls möglich nicht auf der Fahrbahn halten und versuchen, einen Parkplatz oder einer Haltebucht zu erreichen. "Auf Hilfe sollten Autofahrer am besten hinter der Leitplanke und nicht im Auto warten", so ein Sprecher der Polizei Waldsassen.

 
 

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