13.10.2021 - 17:01 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Nachfrage nach kostenpflichtigen Coronatests beim BRK Tirschenreuth "überschaubar"

Trotz der 3G-Plus-Regel war in den Discos volles Haus. Aber wie sieht es künftig aus, da die zum Einlass notwendigen PCR-Tests selbst zu bezahlen sind? Überschaubar war die Nachfrage bisher nach kostenpflichtigen Tests, bestätigt das BRK.

In den Testzentren des Landkreises, wie hier in Tirschenreuth, führt das BRK zu bestimmten Zeiten kostenpflichtige Coronatests durch.
von Armin Eger Kontakt Profil

Seit Montag müssen die meisten Bürger die Coronatests selbst bezahlen. Im Landkreis Tirschenreuth bietet das BRK kostenpflichtige Tests an. 19 Euro für den Schnell- und 55 Euro für den PCR-Test werden fällig. "Überschaubar" seien die Personen bis jetzt gewesen, die dies in den Testzentren in Tirschenreuth, Waldsassen, Kemnath und Erbendorf in Anspruch genommen hätten, bestätigt BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl.

41 kostenpflichtige Tests hat das BRK in den vier Städten am Montag und Dienstag durchgeführt. Enttäuscht über die geringe Anzahl sei man nicht, so Schedl. "Wir wollen damit den Landkreis unterstützen." Generell sei die Anzahl der Tests zurückgegangen. 5117 seien es bis Sonntag im gesamten Oktober gewesen, am Montag und Dienstag wurden lediglich 180 kostenlose Tests durchgeführt.

Hier wird in der Nordoberpfalz getestet

Stadtapotheke Waldershof

Die Stadtapotheke in Waldershof ist die einzige Apotheke im Landkreis Tirschenreuth, die kostenpflichtige Corona-Schnelltests anbietet. Die Anzahl der täglichen Tests habe deutlich abgenommen, bestätigt Apotheker Claus Nieberding. Überraschend für ihn sei, dass trotzdem noch jemand bereit ist, für die Tests zu bezahlen. Die meisten, die zu ihm kommen, seien Berechtigte für kostenlose Tests, wie zum Beispiel Schwangere. „Die Leute reagieren auf die kostenpflichtigen Tests mit Unverständnis und sind angefressen“, so Nieberding. Es gebe viele Diskussionen mit den Testpersonen.

Drei Gruppen habe er ausgemacht: Diejenigen, die verstanden haben, dass sie sich impfen lassen müssen und das jetzt in Angriff nehmen. Diejenigen, die durch Fake-News verunsichert sind und die Verweigerer, die es eben für schick hielten, weiter zu verweigern. „Ich versuche, jeden zu überzeugen, sich impfen zu lassen.“ Man könne davon ausgehen, dass die Nebenwirkungen nur einem Tausendstel von dem entsprächen, wenn man die Krankheit durchstehen müsse.

Disco No4 in Tirschenreuth

"Voller geht nicht", zeigt sich der Discothekenbesitzer Alex Holländer nach den ersten beiden Tagen am Freitag und Samstag mit dem Besuch zufrieden. "Der Andrang war enorm." Die Security hätte am Einlass die Berechtigungen genau kontrolliert. Wegen der 3G-Plus-Regel sei geimpft, genesen oder ein PCR-Test für den Einlass in die Discos bindend. "Es sind aber schon beachtlich viele geimpft", stellt Holländer fest.

Er sei definitiv zufrieden gewesen, dass nach 18 Monaten endlich wieder Betrieb in seiner Disco in Tirschenreuth war. Er hofft natürlich, dass er auch am nächsten Wochenende wieder volles Haus hat, da seit Montag die notwendigen PCR-Tests zum Einlass kostenpflichtig sind.

WS Club in Kulmain

Unbeschreiblich sei das, was am Wochenende in der Kulmainer Disco passierte. "Ich kann das nicht in Worte fassen. Ich habe immer noch eine Gänsehaut, wenn ich dran denke", sagt Inhaberin Edeltraud Weyh-Preßler. Schon eineinhalb Stunden vorher seien die Leute angestanden und hätten bei der Öffnung um 21 Uhr den Countdown runtergezählt. "So was hat der Weyh-Saal in seiner ganzen Geschichte noch nicht erlebt."

Die Leute seien ausgehungert und freuten sich irre, dass es wieder losgehe, fügt Tochter Lena hinzu. Es seien viele dabei gewesen, die vorher noch nie in einer Disco gewesen seien. Eigentlich hätte um 3 am Morgen Schluss sein sollen. "Aber unmöglich. Die Tanzfläche war da immer noch voll", so Edeltraud Weyh-Preßler.

Die Kontrollen beim Einlass seien kein Problem gewesen. "Ein Großteil hatte alles digital am Handy und hat sich vorher informiert, was nötig für den Einlass ist", weiß Tochter Linda. "Viele sind ja sowieso schon geimpft."

Neugierig sind die beiden Frauen auf das nächste Wochenende, da seit Montag die PCR-Tests kostenpflichtig sind. "Wir müssen sehen, wie sich das auf den Besuch auswirken wird."

Cineplanet Tirschenreuth und Marktredwitz

Michael Neidhardt ist mit dem Besuch in seinen Kinos zufrieden. „Ich bin überrascht, dass es so gut läuft.“ Dazu beigetragen habe sicherlich der Start des neuen James-Bond-Films „Keine Zeit zu sterben.“ Allerdings gelten aufgrund der Inzidenzzahlen in Tirschenreuth (unter 35) andere Vorgaben als in Marktredwitz.

Neidhardt spricht von einem ständigen Hin und Her, das nervig sei. Nichtsdestotrotz führen seine Mitarbeiter die Kontrollen streng durch. Das würde aufhalten und die Wartezeit verlängern. „Wir haben fast 90 Prozent Geimpfte oder Genesene in unseren Kinos“, hat Neidhart beobachtet. Skeptisch äußert er sich gegenüber den kostenpflichtigen Tests.

„Es wir niemand 20 Euro dafür bezahlen, um für 8 Euro ins Kino zu gehen“, sagt er. Er befürchtet auch, dass sich aufgrund der Kostenpflichtigkeit weniger Leute testen werden lassen und dadurch die Inzidenzzahlen nicht mehr aussagekräftig seien.

So laufen die kostenpflichtige Tests beim BRK ab

Tirschenreuth
Hintergrund:

3G-Plus und 2G

Seit 5. Oktober haben in Bayern Betriebe und Veranstalter die Möglichkeit, freiwillig die 3G-Plus-Regelung oder 2G einzuführen. Von 3G-Plus macht das Sibyllenbad ab 25. Oktober Gebrauch. In Discos und Clubs ist 3G-Plus jedoch Voraussetzung für den Einlass.

  • Freiwilliges 3G-Plus:
    Überall dort, wo die 3G-Regel greift oder bei einer Inzidenz ab 35 greifen könnte, kann sich der Anbieter, Betreiber oder Veranstalter freiwillig für eine 3G-Plus-Regelung entscheiden. Neben Genesenen und vollständig Geimpften haben nur Menschen mit einem negativen PCR-Test Zugang. Bei Schülerinnen und Schülern reicht der Schülerausweis, Kinder unter 12 brauchen keinen Test.
    Besucher müssen bei 3G-Plus keine Schutzmaske mehr tragen, es gelten keine Personenobergrenzen und es entfällt das Verbot, bei Sport- und Kulturveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen Alkohol auszuschenken.
  • Verpflichtendes 3G-Plus:
    Für Clubs, Discotheken und „vergleichbare Freizeiteinrichtungen“ sowie „Tanz und Musikbeschallung“ in der Gastronomie gilt eine 3G-Plus-Pflicht. Dort gibt es keine Ausnahmen: Wer weder geimpft noch genesen ist, muss einen negativen PCR-Test vorlegen – auch Schülerinnen und Schüler.
  • Freiwilliges 2G:
    Wer die 2G-Regel freiwillig umsetzen möchte, darf in Zukunft nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt gewähren.

 

 

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