04.02.2020 - 18:43 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Nachwuchs-Astronomen testen das „Gucki“

In der Tirschenreuther Sternwarte werden derzeit Sterngucker ausgebildet. Die Lehrmeister Peter Postler und Axel Adametz hoffen nicht nur auf reges Interesse, sondern auch auf einen möglichen Nachfolger. Kandidaten gibt es reichlich.

Einige der "Sterngucker-Anwärter" mit Sternwarten-Leiter Peter Postler (Zweiter von rechts), Mitarbeiter Axel Adametz (Dritter von rechts) und Mitarbeiter Hermann Schwarzer (rechts) sowie Fabian Wienerl, Dominik Hautmann und Jan Grieshammer (von links).
von Susanne Forster Kontakt Profil

"Zehn angehende Amateur-Astronomen haben sich gemeldet", freut sich Peter Postler. Er ist Leiter der Sternwarte und hat, gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Axel Adametz, im November den Aufruf zur Mitarbeitersuche gestartet. "Zehn Personen haben sich auf den Zeitungsartikel hin gemeldet", freut sich Axel Adametz. Er und Postler bilden derzeit Amateur-Astronomen in der Tirschenreuther Sternwarte aus. Von den zehn Interessenten sind es acht, die mal mehr, mal weniger regelmäßig die Lehrabende besuchen. Die Gruppe der Neulinge ist eine bunt gemischte. Wir waren bei einem Schulungsabend dabei, bei dem das Thema Instrumentenkunde auf der Agenda stand.

In einem Aufruf war die Sternwarte im November auf der Suche nach Nachwuchs

Tirschenreuth
Fabian Wienerl testet das "Gucki".

Milchstraße beobachten

In einer Trockenübung erklärte Postler den Teilnehmern, wie ein spezielles Astro-Stativ, auf dem etwa ein Teleskop oder eine Kamera zur Astrofotografie platziert werden können, richtig angewendet wird. Wichtig bei der Ausrichtung des Teleskops sei es, sich am Polarstern zu orientieren, weiß Postler. Stimmt die Position, dann zeigt das Teleskop auf den "wahren Himmelsnordpol", erklärt er. Der Unterschied zwischen einem Stativ für Fotografie und einem Astro-Stativ sei zum einen das Material. Postler demonstrierte sein Exemplar aus Holz. Das sei robust genug, um etwa sehr schwere Feldstecher stabil halten zu können.

Auch das sogenannte "Gucki", ein "Sterngucker", demonstrierte Postler den Teilnehmern. Die Schüler hielten sich den kleinen Guck-Apparat vor ihre Augen. Im geschlossenen Raum sah man zwar nur schwarz. Doch Postler visualisierte verbal, zu was das kleine "Gucki" fähig ist. "Damit kann man einzelne Sterne der Milchstraße beobachten", erklärte er. An diesem Abend, der Himmel war bedeckt, konnten zwar keine echten Sterne am Himmel ausgespäht werden. Die Praxis, versprach Postler, werde bei klarem Himmel folgen.

Ist die Ausrichtung des Stativs korrekt eingestellt, kann ein Sterngucker optimal den Himmel beobachten. Sterngucker-Anwärter Jan Grieshammer testet schon einmal, ob die Richtung stimmt.

Unter den Sterngucker-Anwärtern sind neben Schülern im Alter von 14 bis 20 Jahren auch Arbeitnehmer, die zwischen 30 und 40 Jahre alt sind. Einer der Jüngeren ist Jan Grieshammer aus Marktredwitz. Der Abiturient erzählt, dass er sich auch privat für Astronomie interessiert. Der 18-Jährige belegte Astrophysik in der Schule und hat selbst ein Teleskop daheim, verrät er.

Oder der 38-jährige Roberto Scudieri aus Tirschenreuth, der schon seit seiner Jugend in die Sternwarte kommt. "Ich möchte mein Astro-Wissen vertiefen", sagt er. Dominik Hautmann aus Waldsassen und Fabian Wienerl aus Terschnitz bei Leonberg teilen nicht nur das gemeinsame Hobby Astronomie. Beide spielen gemeinsam in einer "Metal"-Band, verraten sie. Und beide kennen sich bereits gut im Universum aus, denn in ihrer Freizeit beschäftigen sie sich neben der Astronomie auch mit Astro-Fotografie.

Auch Sternwarten-Mitarbeiter Hermann Schwarzer, der bei der Schulung der neuen Mitarbeiter unterstützt, interessiert sich für Fotos des Sternenhimmels. So entstand die Idee, in Zukunft möglicherweise einen Astro-Fotokurs anzubieten. Dafür müsse zuvor aber Rücksprache mit der Volkshochschule gehalten werden, so Schwarzer.

Für alle Interessierten hat die Sternwarte Tirschenreuth jeden Freitag ab 20 Uhr geöffnet. Auch wenn der Himmel bedeckt ist – dann gibt es Vorträge. Das ganze Programm der Sternwarte gibt es unter www.sternwarte-tirschenreuth.de.

Dieses Foto der Milchstraße hat Sternwarten-Mitarbeiter Hermann Schwarzer geschossen. Es ist aus zwei Bildern zusammengesetzt, denn der Mond ist nachträglich eingefügt worden.

Wir hoffen, dass sich jemand herauskristallisiert, der in Zukunft fest zum Team gehört.

Sternwarten-Mitarbeiter Axel Adametz

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