Tirschenreuth
21.07.2026 - 18:06 Uhr
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Nächste Landtagswahl: Wächst der Stimmkreis Tirschenreuth bis Auerbach?

Dass in der Nordoberpfalz die Menschen weniger und im Süden mehr werden, wirkt sich bei der nächsten Landtagswahl aus: Der Stimmkreis Tirschenreuth braucht zusätzliche Wahlberechtigte. Woher die kommen sollen, ist nicht einfach zu klären.

Bei der Landtagswahl dürfte sich der Zuschnitt des Stimmkreises Tirschenreuth erneut ändern. Bild: Jan Woitas/dpa
Bei der Landtagswahl dürfte sich der Zuschnitt des Stimmkreises Tirschenreuth erneut ändern.

Zählt der Norden des Landkreises Amberg-Sulzbach bei der nächsten Landtagswahl zum Stimmkreis Tirschenreuth? Das demografische Nord-Süd-Gefälle in der Oberpfalz dürfte sich bei der nächsten Landtagswahl beim Zuschnitt der Stimmkreise im Wahlkreis Oberpfalz auswirken. Das zeigt der Stimmkreisbericht der bayerischen Staatsregierung, der in den vergangenen Tagen vorgelegt worden ist.

Entscheidend für den Stimmkreiszuschnitt bei den Landtagswahlen ist die Zahl der volljährigen deutschen Einwohner. Mit jedem Stimmkreis wird ein Abgeordneter direkt in den Landtag gewählt. Das sind aktuell 91 der 180 Landtagsabgeordneten. Um diese Zahl gleichmäßig zu verteilen, sollten in einem Stimmkreis 102.000 Wahlberechtigte leben. Die tatsächliche Einwohnerzahl darf nach dem bayerischen Wahlgesetz maximal um 25 Prozent abweichen.

Laut dem Bericht betrug die Abweichung im Stimmkreis Tirschenreuth zum 30. September 2025 bereits minus 23,8 Prozent. „In den letzten knapp drei Jahren hat die Abweichung unter Zugrundelegung der volljährigen deutschen Hauptwohnungsbevölkerung um 1,2 Prozentpunkte zugenommen“, heißt es im Stimmkreisbericht weiter. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, „würde die Abweichung bis zur Landtagswahl 2028 um weitere 1,3 Prozentpunkte zunehmen. Dann läge die Zahl der Wahlberechtigten unter 76.300 und damit um mehr als 25 Prozent unter dem vorgegebenen Referenzwert. Damit wäre eine Anpassung des Stimmkreiszuschnitts zwingend.“

Entscheidung bis 8. Oktober

Auf diesen Fakt hat das Innenministerium zuletzt auch in einer Pressemitteilung hingewiesen. Noch halte man sich die Entscheidung offen. Man warte auf die Einwohnerzahlen für das erste Quartal 2026, heißt es von dort. Diese werden im Laufe des Sommers erwartet. Spätestens drei Jahre nach der letzten Wahl soll die künftige Einteilung feststehen, das wäre der 8. Oktober 2026.

Klar ist schon jetzt, dass die Anpassung nicht einfach werden dürfte. Bei allen anderen Stimmkreisen, ist der Zuschnitt mehr oder weniger deckungsgleich mit dem jeweiligen Landkreis.Bei Amberg-Sulzbach ist die Stadt Amberg eingeschlossen, im Süden gibt es bei Stadt und Landkreis Regensburg je einen eigenen Stimmrkreis. Nur im Norden wird schon länger von dieser Regel abgewichen. Schon seit 2003 zählt der Wesen des Landkreises Neustadt/WN zum Stimmkreis Tirschenreuth, 2013 kam dann auch noch die Stadt Windischeschenbach hinzu.

Um die zu geringe Zahl an Wahlberechtigten erneut auszugleichen, müssten nun wieder Gemeinden aus den Stimmkreisen Weiden nach Tirschenreuth wandern. Geographisch wäre wieder ein Wechsel aus Weiden am logischsten. Inzwischen unterschreitet aber auch dieser Stimmkreis die mittlere Zahl der Wahlberechtigten um mehr als 20 Prozent bei sinkender Tendenz. Würde er weitere Gemeinden abgeben, käme er selbst der 25-Prozent-Grenze gefährlich nahe.

Amberg über dem Mittel?

Weil der Stimmkreis Tirschenreuth im Westen des Landkreises Neustadt/WN auch an den Stimmkreis Amberg grenzt, könnten auch von dort Gemeinden übernommen werden. Das würde sich anbieten, weil Amberg mit einer Zahl an Wahlberechtigten von rund 110.000 über dem vorgegebenen Stimmkreis-Mittel liegt. Andererseits würde sich der Stimmkreis Tirschenreuth künftig über drei Landkreise erstrecken. Infrage kämen der Landkarte nach verschiedene Gemeinden. De facto grenzen die meisten dieser Amberger Stimmkreis-Gemeinden aber an den Übungsplatz Grafenwöhr ohne direkten Kontakt zu anderen Tirschenreuther Stimmkreis-Gemeinden. Einzige Ausnahme wäre die Stadt Auerbach, die an den Markt Kirchenthumbach anschließt.

Bis Ende Juli Stellung nehmen

Aktuell liegt der Stimmkreisbericht bei den im Landtag vertretenen Parteien, die bis Ende Juli Stellung nehmen können. Dabei bringt sich auch der Tirschenreuther Stimmkreisabgeordnete Tobias Reiß ein. Dem CSU-Abgeordneten ist wichtig, dass beide Stimmkreise in der Nordoberpfalz langfristig erhalten bleiben. „Wir brauchen einen sensiblen Schritt, der auch nachhaltig ist“, sagt Reiß. Es sei nicht gut, einen zu kleinen Schritt zu vollziehen, sodass vor der nächsten Wahl erneut Anpassungen nötig seien. Gleichzeitig solle die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort beachtet werden. Dafür sei eine gute Abstimmung nötig, die in den nächsten Wochen erfolgen müsse.

An der Verteilung der Sitze auf die Wahlkreise wird sich bei der nächsten Landtagswahl nichts ändern. Wie bei der Wahl 2023 wird die Oberpfalz auch weiterhin 16 Abgeordnete stellen. Davon werden wieder acht als direkt gewählte Stimmkreisabgeordnete in den Landtag einziehen. Der Rest zieht über die Parteilisten ein. Aktuell gibt es 18 Oberpfälzer Abgeordnete, weil die CSU bei der Wahl 2023 ein Überhangmandat erzielt hat. Dazu erhielten die Freien Wähler ein Ausgleichsmandat. Damit stellt die CSU acht Abgeordnete, die Freien Wähler vier, die AfD drei, die Grünen zwei und die SPD einen Abgeordneten im Landtag.

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Schwandorf27.07.2026
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