28.08.2018 - 10:32 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Auf neuen Wegen

Bei einer Wanderung, wenige Schritte nach einer Gabelung, spukt die Frage schon mal durch den Kopf. „Habe ich mich verlaufen, bin ich auf dem richtigen Weg?“ Wie groß ist die Erleichterung, wenn ein gut sichtbares Wanderschild auftaucht.

16 Wanderfreunde, zudem interessierte Zuhörer seitens der Stadt, wurden am OWV-Heim auf ihre künftigen Aufgaben eingestimmt. Den noch unbedruckten Alu-Prototypen hatten Rudolf Ehstand und Bürgermeister Franz Stahl (8. bzw. 9. von rechts) zu Demonstrationszwecken gleich mitgebracht.
von Werner RoblProfil

„Sofern es noch vorhanden oder lesbar ist“, bedauert Wegeexperte Rudolf Ehstand den Erhaltungszustand mancher Wandermarkierungen, an denen nicht nur der Zahn der Zeit, sondern auch die Witterung genagt hat. Manche – schön gestaltet oder bunt bedruckt - wanderten als Souvenir in den Rucksack, um für immer aus dem Blickfeld der Naturfreunde zu verschwinden, wie Ehstand bei einem Treffen mit 16 neuen „Wegepaten“ im OWV-Heim weiter beklagt.

Bereits vor einigen Monaten hatte die Stadt Tirschenreuth einen Aufruf gestartet, die Pflege der Markierungen rund um die Kreisstadt ehrenamtlich zu übernehmen. Dass so viele ihre Bereitschaft erklärt haben, freut Bürgermeister Franz Stahl. Darauf sei er stolz. „Gepflegte Wege sind das Aushängeschild unserer Stadt“, ergänzt Ehstand.

Um den Erhalt der neuen und bereits bestellten „Aushängeschilder“ zu gewährleisten, kamen die neuen „Wegepaten“ ins OWV-Heim. Dort wurden sie geschult und auf ihre künftigen Aufgaben eingestimmt. Die Patenfamilie hatte sich bereit erklärt, die Fürsorge für je eine der acht neuen Wanderrouten rund um Tirschenreuth zu übernehmen. Bei einer kurzen Exkursion hinaus in die Natur wurde den künftigen Ehrenamtlichen zudem gezeigt, wo und wie eine Wegmarkierung angebracht werden muss und welche Arbeiten künftig zu erwarten sind.

Die Paten sollen bei der neuen Ausschilderung unterstützend behilflich sein. Zudem wurde empfohlen, die betreuten Wege mindestens einmal bei einer Wanderung im Jahr (oder falls möglich mehrmals) auf den Prüfstand zu stellen. "Ziel der Wanderaktion ist das Erkennen von Problemen, um kleine Schäden zu beheben", weiß Ehstand. Damit die Tafeln gut lesbar bleiben genüge oft ein einfacher Putzlappen, schließlich seien die Schilder aus pflegeleichtem Alu-Material.

Die Paten würden auf den Wanderpfaden damit zu "geschulten Augen und Ohren der Stadt". Größere Probleme, wie Vandalismus, Müllberge, defekte Brücken oder Wege, sollen so erkannt und – unterstützt von der Kommune – rasch behoben werden. Ehstand beruhigt die Ehrenamtlichen: „Machen Sie sich keine Sorgen, größere Dinge müssen Sie nicht selber machen.“ Bereits im Herbst sollen die ersten Schilder eintreffen und zeitnah aufgestellt werden.

Die Zuweisung der Wege erfolgte nach Wunsch der Wanderfreunde. Ab dem kommenden Jahr möchte die Stadt damit ein topmodernes und sicheres Wegenetz durch die einzigartige Natur- und Teichlandschaft anbieten können. Als weiterer Schritt dazu soll auch eine aktualisierte, topografische Wanderkarte, zugeschnitten auf die Kreisstadt, veröffentlicht werden.

Hintergrund:

Rund 60 Prozent der Anfragen an die Tourist-Information drehen sich auch um das Thema Wandern. Die steigende Zahl der Urlauber, die die Region entdecken, wollen die Teichpfanne und die nahen Wälder zu Fuß erleben. Auch die Gastgeber haben signalisiert, dass eine Neuauflage der Wanderrouten dringend notwendig sei. Die neue Beschilderung ist Teil eines Projektes der seit drei Jahren bestehenden, interkommunalen Zusammenarbeit von 10 Gemeinden im östlichen Landkreis Tirschenreuth. Betreut wird das Projekt von der Tirschenreuther Agentur C3. Während andere Kommunen noch damit beschäftigt sind innerstädtische Besucherleitsysteme zu generieren, kann die Stadt Tirschenreuth sich bereits um ihre Wanderrouten kümmern. Denn „ein innerstädtisches Beschilderungssystem gibt es längst“, heißt es von Seiten der Stadt.

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