13.01.2020 - 15:33 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neujahrskonzert in Tirschenreuth begeistert

Hofer Symphoniker und „Double Drums“ begeisterten bei Tirschenreuther Neujahrskonzert

Die Hofer Symphoniker unter der Leitung von Johannes Klumpp sorgten für gelungenen orchestralen Klang beim Neujahrskonzert.
von Holger Stiegler (STG)Profil
Die Hofer Symphoniker unter der Leitung von Johannes Klumpp sorgten für gelungenen orchestralen Klang beim Neujahrskonzert.
Als würden sie um ihr Leben trommeln: Das Duo "Double Drums" begeisterte in Kettelerhaus.

"Walle, walle manche Strecke, dass zum Zwecke, Wasser fließe und mit reichem, vollem Schwalle, zu dem Bade sich ergieße!" Was Johann Wolfgang von Goethe 1797 in seiner Ballade vom "Zauberlehrling" niedergeschrieben hat, wendete Paul Dukas genau 100 Jahre später in die Musik. Dieses Werk war einer der Höhepunkte beim Neujahrskonzert der Stadt Tirschenreuth am Samstagabend mit den Hofer Symphonikern unter der Leitung von Johannes Klumpp. Seine besondere Würze bekam das Konzert im ausverkauften Kettelerhaus durch die Aufritte des Percussion-Duos "Double Drums".

Und die durften auch gleich loslegen mit einer besonderen Demonstration - nämlich in der abgedunkelten Halle mit ihren rot leuchtenden LED-Drums: Rhythmisch, pulsierend und mit viel Spielfreude gaben sie eine glänzende Kostprobe ihrer instrumentalen Leidenschaft. Da waren Leben und Feuer drin, das begeisterte auch das gesetztere Publikum. Mehrmals bewiesen die beiden Musiker aus München noch, was mit Drum-Sticks alles bespielt werden kann: Vom Karton aus Pappe über leere Benzinkanister bis hin zu den Stufen einer Staffelei war fast alles (Un-)Vorstellbare dabei. Und selbst mit den Masken von Darth Vader und Yoda aus der Star-Wars-Saga gaben sie ein gutes Bild ab - doch dazu später mehr.

"Magic New Year - Das bezaubernde Neujahrskonzert" war das musikalische Ereignis überschrieben. Und es bezauberte nicht nur, sondern verzauberte auch die Zuhörer: Das lag zum einen am Programm, das magischen Glanz verlieh, zum anderen aber auch an dem famosen Orchester, das mit einer ungeheuren Leichtigkeit im Spiel begeisterte und die sich durch den gesamten Konzertabend zog.

Und als Beobachter konnte man den Eindruck gewinnen, dass Dirigent Johannes Klumpp von der Leistung seines Ensembles mindestens genauso begeistert war wie die Zuhörer. Darüber hinaus agierte Klumpp auch als Conférencier, der charmant und witzig durch den Abend führte. Zu den einzelnen Stücken des Abends gab er kurze Einführungen mit Tipps, worauf das Publikum besonders achten sollte und welche Bedeutung der Klang der verschiedenen Instrumente an bestimmten Stellen hatte.

Bestes Beispiel des Abends: der schon erwähnte "Zauberlehrling". Der Schüler glaubt, seinem Meister etwas abgeschaut zu haben. Kaum ist dieser aus dem Haus, traut sich der junge Mann zu, wie sein Lehrer zu agieren und vom Besen Wasser schöpfen zu lassen. Doch hat er sich gewaltig überschätzt, denn das Vorhaben misslingt und der Hilferuf des Lehrlings an den zurückkehrenden Meister gipfelt in die vielzitierten Worten: "Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los." Wer diese Geschichte kennt (und vielleicht auch noch Disneys berühmte Mickey-Maus-Geschichte "Fantasia" im Gedächtnis hat), "tauchte" mit den Symphonikern ein ins Geschehen.

Viel Applaus gab es aber auch für die weiteren magischen Werke des Abends - von Schuberts Ouvertüre zu "Die Zauberharfe" über die Filmmusiken von John Williams zu "Harry Potter" und "Star Wars" (deswegen auch die verkleideten Darth Vader und Yoda) bis zu Otto Nicolais Ouvertüre zu "Die lustigen Weiber von Windsor". Grandioser Schlusspunkt des offiziellen Programms war Franz Kanefzkys "Emancipation for Drums" für Schlagzeug und Orchester, das die Symphoniker nochmals mit den "Double Drums" Alexander Glöggler und Philipp Jungk vereinte. Mehr Furore ging nicht. Die Zugaben blieben nicht aus, darunter der bei einem Neujahrskonzert quasi obligatorische "Radetzky-Marsch".

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