Tirschenreuth
29.03.2022 - 11:05 Uhr
OnetzPlus

Niederspannungskabel unter dem Stadtteich in Tirschenreuth

Zum ersten Mal seit der Flutung 2011 wurde der Stadtteich im Fischhofpark vergangene Woche abgelassen. Grund sind gleich zwei Sicherheitsmaßnahmen.

Schon seit über einer Woche hat der vordere Teil des Stadtteichs im Fischhofpark deutlich weniger Wasser. Am Samstag wurde der Teich dann komplett abgelassen. Der Grund: Die Stadtwerke verlegen ein rund 100 Meter langes Niederspannungskabel durch den Stadtteich. Eine reine Sicherheitsmaßnahme, erklärt Karl Schwägerl von den Stadtwerken. Denn der Fischhof sei stromtechnisch wie eine Insel. Die Versorgung wird aktuell nur von einer Seite aus sichergestellt. Wenn diese zusammenbricht, gibt es keinen Ersatz. Dafür wird nun als Sicherheitsmaßnahme ein Stromkabel vom Platz am See durch den Teich gelegt. So wollen die Stadtwerke für den Notfall gerüstet zu sein - das Amtsgericht ist ja systemrelevant. Damit ist die Innenstadt auch stromtechnisch mit dem Fischhofareal verbunden.

Verankerungen für See-Bühne

Das 400-Volt-Niederspannungskabel verläuft auf der 100 Meter langen Strecke insgesamt rund 30 Meter auf beiden Seiten an Land. Das Reststück im See durchquert dann die Wasserfläche. Für eventuelle spätere Maßnahmen werden zudem gleich vier Leerrohre mit eingesetzt. Stückweise wird das Flussbett im Stadtteich mittels Bagger und teils per Hand etwa einen Meter tief aufgegraben. Das Kabel und die Leerrohre werden etappenweise eingesetzt.

Zudem wird die Situation für eine zweite Sicherheitsmaßnahme genutzt. Es werden zwei zusätzliche Verankerungen für die See-Bühne, wie der Förderverein Fischhofpark sie beim "cooltour"-Sommer aufbaut, gesetzt. Zwei Verankerungen sind bereits an der Mauer angebracht, zusätzlich wird die Bühne üblicherweise an Pfeilern befestigt. "Wenn die Bühne doch mal vergrößert werden müsste, bieten die Betonblöcke am Seegrund eine weitere Verankerung", informiert Vinzenz Rahn, Vorsitzender des Fördervereins. Der Kran, der die zwei jeweils 1,5 Tonnen schwere Betonblöcke in den Stadtteich setzt, kommt in der ersten April-Woche, berichtet Schwägerl.

Fische und drei Fahrräder

Der Fischereiverein Stiftland, der Pächter des städtischen Gewässers, hatte wegen des Ablassens des Wassers am vergangenen Samstag eine große Abfisch-Aktion. Von 6 bis 9 Uhr waren rund 25 Vereinsmitglieder dabei, die Fische vom unteren Teich in den oberen Teil des Gewässers umzusetzen. Mit dem Bestand an Karpfen, Hechten, Zandern und Prassen ist der Fischereiverein zufrieden. Gewogen wurden die Fische allerdings nicht, erklärt Kassier Norman Langenhan beim Pressetermin. Nachdem der Teich wieder angestaut wird, kommt ein neuer Besatz in den unteren Stadtteich beim Platz am See. Beim Abfischen zog die Mannschaft des Fischereivereins auch drei Fahrräder und einen Tretroller aus dem Teich. Auch einiges an Müll, wie Flaschen, habe man gefunden, sagt Langenhan.

Die Bauarbeiten werden rund zwei Wochen bis Anfang April dauern. Dann wird der Teich wieder geflutet. Bis dieser wieder voll ist, dauert es ungefähr zwei Tage, schätzt Schwägerl.

Hintergrund:

Der Stadtteich

  • Wiederanlage: Gebaut zur Gartenschau „Natur in Tirschenreuth“ 2013; Teil der historischen Teiche um Tirschenreuth
  • Erste Flutung: August 2011
  • Größe: insgesamt rund sechs Hektar, geteilt durch ein „Streichwehr“
  • Nutzung: kein Badeteich; seit 2014 gepachtet vom Fischereiverein Stiftland
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.