23.04.2019 - 15:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Nicht nur für den Hausgebrauch

Die "Braujuwaren" haben sich einer alten Tradition verschrieben. Doch Bierbrauen allein soll den Verein nicht definieren. Auch Kultur und Wissenswertes rund um den Gerstensaft wollen die Mitglieder vermitteln.

Viel Spaß hatten „Braujuwaren“ und Gäste beim „Anploppen“ des Urmärzens. Für die Zukunft kann sich der Verein auch vorstellen, das selbst gebraute Bier zu vermarkten.
von Konrad RosnerProfil

Es war der Höhepunkt der zweiten Jahreshauptversammlung der "Braujuwaren" vor kurzem in der Zoiglstub'n "Postgassl": das "Anploppen" des eingebrauten Urmärzens. Und das Öffnen der Zweiliter-Flaschen funktionierte hervorragend, auch das Märzen mundete allen ausgezeichnet.

Eingebraut wurde ein Märzen nach einem 75 Jahre alten Rezept aus "Musl's Zeiten", so Vorsitzender Martin Hager. Das Bier hatte eine Stammwürze von 14,8 Prozent und ein Alkoholvolumen von 5,4. Es war bereits der dritte Sud, nach einem Mai-Bock und einem rauchigen Keller-Altbier, jeweils unter der Federführung von Sebastian Jokiel. Hagers Dank galt vor allem Walter Richter, Franz Trottmann und Gerhard Spitzl, die ihm beim Brauen in der "Hausbrauanlage" unterstützt haben.

Probleme mit Zollamt

In seinem sehr umfangreichen Rechenschaftsbericht verwies Vorsitzender Martin Hager darauf, dass durch das Bierbrauen alleine der Verein "Braujuwaren" nicht als gemeinnützig anerkannt wurde. Wichtig sei deshalb, dass man, etwa mit Vorträgen, Wissenswerstes über das Bier weitergebe. Probleme gebe es mitunter mit dem Hauptzollamt in Regensburg, wusste Hager. Durch Berichte auf die "Braujuwaren" aufmerksam geworden, hatte das Hauptzollamt festgelegt, dass die 200 Liter Bier nur für Hausgebrauch oder innerhalb der Mitgliederversammlung ausgeschenkt werden dürfen. Mittlerweile habe man sich beim Hauptzollamt registrieren lassen und auch schon den nächsten Sud angemeldet. "Wenn ich das Bier mit meiner Familie alleine trinke, brauche ich nichts zu zahlen, wenn ich das Bier jedoch mit euch teile, verlangt das Hauptzollamt 7,48 Euro", schilderte Hager. Weiter teilte der Vorsitzende mit, dass er über eine Brauanlage verfüge, die sämtliche Normen erfülle. Die Lebensmittelkontrolle des Landratsamtes habe ihm bescheinigt, dass alles in Ordnung sei. Aktuell prüfe man im Verein Vermarktungsmöglichkeiten des Biers. Für die Zwei-Liter-Bierflaschen werde man eigene Etiketten mit Wiedererkennungswert gestalten. Zudem sollen Bierkästen aus Holz mit jeweils zwölf 0,5-Liter-Flaschen als ganz besonderes Markenzeichen auf den Markt kommen.

85 Mitglieder

Auf Vorschlag von Martin Hager wurde die Vorstandsgremium erweitert: Sebastian Jokiel wirkt als technischer Brauwart und Franz Trottmann ist für Anschaffungen und Ausstattungen zuständig. Einen Einblick in die Finanzen des Vereins gewährte Kassenwartin Manuela Hager. Der Verein hat aktuell 85 Mitglieder. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

Dritter Bürgermeister Norbert Schuller freute sich über die rasante Mitgliederentwicklung der "Braujuwaren". Er dankte dem Vorstandsteam für das Engagement. "Du bist ja jetzt schon ein besserer Bierbrauer als so mancher Studierter", bescheinigte er Martin Hager.

Vorsitzender Martin Hager und Bürgermeister Franz Stahl ließen sich den Urmärzen schmecken.
Gute Laune und Stimmung herrschte bei den "Braujuwaren", der Urmärzen schmeckte allen sichtlich.
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