11.12.2018 - 12:30 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Aus Oberpfalz-Marketing mehr Vorteile ziehen

Dass dies kein einfacher Pflichttermin wird, weiß Geschäftsführer Christoph Aschenbrenner schon vor der Fahrt nach Tirschenreuth. Schließlich geht es diesmal im Kreisausschuss ums Geld.

Der REgionalmarketingverein soll die Oberpfalz bekannter machen. Hier ein Screenshot vom Internetauftritt für die Oberpfalz.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Die Aktivitäten, die unter dem Motto "Da schau her" vor allem über Online-Kanäle ausgespielt werden, sollen mit Hilfe einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Landkreise und kreisfreien Städte der Oberpfalz finanziell abgesichert und ausgebaut werden.

Abgerechnet wird die Beteiligung der kreisfreien Städte und Landkreise nach Einwohnerzahl. Bisher drückt der Landkreis Tirschenreuth 12 Cent pro Einwohner ab. Die Pauschale soll auf 48 Cent angehoben werden. Das ist eine Vervierfachung. Statt rund 8700 müsste der Landkreis ab 2020 knapp 35 000 Euro berappen.

Rund eine Stunde diskutierten Landrat Wolfgang Lippert und die Fraktionen im kleinen Sitzungssaal mit Geschäftsführer Aschenbrenner angesichts der drastischen Erhöhung darüber, was sie bislang bei der Zusammenarbeit vermisst haben und was sie künftig erwarten. Aschenbrenner erläuterte, dass der Verein nicht mehr so sehr von Zuschusstöpfen abhängig sein und die Arbeit deutlich intensivieren wolle. "Wir möchten die Oberpfalz als starke Marke positionieren." Umfragen hätten gezeigt, dass die Voraussetzungen, hier etwas zu erreichen ungemein gut seien. Die Umzugsbereitschaft in der Oberpfalz sei deutlich geringer als in Gesamtbayern oder gar Deutschland. Das eröffne der Region große Chancen.

Es muss sich - das wurde in der sehr offen geführten Diskussion deutlich - einiges ändern, damit die Tirschenreuther Kreisräte die gewünschte Aufstockung der Mittel genehmigen. Die Tirschenreuther fühlen sich - unter anderem wegen ihrer Randlage in der Oberpfalz - gegenüber anderen Regionen beim Marketing benachteiligt. Die Arbeit sei zu "südlastig", so war zu hören. "Für manche hört die Oberpfalz doch am Pfaffensteiner Tunnel auf", formulierte es der Tirschenreuther Bürgermeister Franz Stahl recht drastisch. Stahl forderte zudem, dass bei der Arbeit stärker berücksichtigt werden müsse, dass Kommunen auch in der Metropolregion Nürnberg organisiert seien. Die sei hier historisch näher als die Europaregion Donau-Moldau.

Weiden in der Oberpfalz

CSU-Fraktionssprecher Toni Dutz gewann der Tirschenreuther Randlage durchaus auch Positives ab. Vielleicht könne man dann aus mehreren Allianzen gleichzeitig Vorteile ziehen. Wichtig war ihm, dass die Verbünde Steinwald-Allianz und Ikom-Stiftland sowie die Tourismus-Schule in Wiesau als strategische Partner beim Marketing öfter mit ins Boot geholt werden. "Ich denke, damit sind wir auf dem richtigen Weg."

Regionalmarketing Oberpfalz:

Der 2002 gegründete Verein Regionalmarketing Oberpfalz möchte die Region zur Marke machen, Firmen und Arbeitskräfte zusammenführen und an einem positiven Image der Region mitarbeiten. Die Aktivitäten, die vor allem über Online-Kanäle ausgespielt werden, sollen nun mit Hilfe einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Landkreise und kreisfreien Städte der Oberpfalz verstärkt werden. Auf der Homepage des Vereins gibt es unter anderem eine Jobbörse, sowie Imagefilme über die Region und ihre Besonderheiten. Der Zoigl wird dabei ebenso vorgestellt wie wichtige Sehenswürdigkeiten der Region oder auch die ungewöhnliche Oberpfälzer Mundart. Die Seite erzählt von Menschen, die in der Region ihr Glück gefunden haben und erfolgreichen Rückkehrern, um die Vorzüge der Region darzustellen und Lust auf Oberpfalz zu verbreiten.

Roland Grillmeier (CSU) wollte zudem, dass vor einer Mittelerhöhung auch definiert wird, wie man mit der Konkurrenzsituation innerhalb der Oberpfalz umgehen will. "Derzeit ziehen viele unserer Leute nach Regensburg." Gesprächsbedarf sahen auch der Erbendorfer Bürgermeister und Steinwald-Allianz-Vorsitzende Hans Donko, SPD-Mann Rainer Fischer und stellvertretender Landrat Günter Kopp von der Liste Zukunft. Donko stieß zum Beispiel sauer auf, dass Firmen die Jobbörse kostenlos nutzen können. Dafür könne man auch einen Obolus verlangen, um die Kommunen zu entlasten, meinte er.

Landrat Lippert versicherte - wohl aufgrund der vielen kritischen Wortmeldungen - , dass der Landkreis grundsätzlich der Sache positiv gegenüberstehe. Florian Rüth vom Sachgebiet für Regionalmanagement im Landratsamt soll mit weitere Vertretern der Region mit Aschenbrenner ausloten, wie die Zusammenarbeit verbessert und die Möglichkeiten des Oberpfalz-Marketings besser genutzt werden können. Dann wird das Thema im Kreisausschuss wieder auf die Tagesordnung kommen.

Hier geht es zum Internetauftritt für das Oberpfalz-Marketing:

Mit Imagefilmen wie diesem soll das Wissen über die Oberpfalz verbreitet werden.

Das Regionalmarketing Oberpfalz wirbt auch für den Zoigl.
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