24.06.2020 - 15:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Regen bringt nicht immer Segen

Beim Blick in den Wetterbericht ist Hubert Mark derzeit etwas entspannter. Doch der nächste Starkregen kommt bestimmt; und damit auch die nächste ungewollte Überschwemmung auf seinem Grundstück. Hilfe ist nicht wirklich in Aussicht.

Aktuell ist der Schotterweg hinter dem Haus von Hubert Mark keine "Wasserstraße". Bei Starkregen strömt hier aber vom Feld und den Nutzgebäuden das Wasser in Sturzbächen herunter.
von Werner Schirmer Kontakt Profil
"Wasser marsch" nach dem Starkregen in den vergangenen Tagen. Den Fluten kann Hubert Mark wenig abgewinnen, denn sie sorgen für nasse Räume in seinem Anwesen. Ob Abhilfe geschaffen werden kann, ist fraglich.

Sturzbäche aus Feldern und Flächen strapazieren nicht nur die Hilfskräfte der Feuerwehren. Nicht wenige Anlieger an landwirtschaftlichen Flächen leben schon seit langem mit dem Ärgernis. Seit Jahrzehnten gehören auch Hubert Mark und seine Familie in Großklenau zu den Leidtragenden der starken Regenereignisse. "Offizielle Gegenmaßnahmen" haben nicht den erhofften Erfolg gebracht, deshalb appelliert Mark jetzt an die "Verursacher", dass sie aktiv werden.

Neu ist der Kampf gegen die Wassermassen für den Großklenauer nicht. Schon vor zwei Jahrzehnten drängten die Wassermassen nach starken Regenfällen in Haus und Keller. Kein schöner Zustand, doch die Familie versuchte durch Eigeninitiative Abhilfe zu schaffen. So sollten etwa Randplatten an der hinteren Grundstücksgrenze das Wasser abhalten. Eine Lösung, die gerade durch die Veränderungen der vergangenen Jahre an ihrer Belastungsgrenze ist. Denn Baumaßnahmen am Dorfrand ließen gerade die Wassermenge von den Dächern deutlich zunehmen. Anschlüsse der Dachrinnen an einen Sammelschacht würden aber bei Starkregen nicht den erhofften Erfolg bringen, beklagt er. Dennoch sollten die gerade bei neuen Bauvorhaben zwingend umgesetzt werden, fordert Mark. Für eine dramatische Verschlechterung der Situation sorgte laut Mark aktuell die neue Nutzung eines großen Feldes hinter seinem Haus. Wurde früher dort Getreide angebaut, hat der neue Pächter jetzt auf Mais umgestellt. Und seitdem drängen bei starkem Regenfall die Wassermassen wieder in Richtung der Wohnbebauung.

Dabei hätte die Stadt durchaus auf die Sorgen des Anwohners reagiert. So sei an dem kleinen Schotterweg zwischen Haus und Feld ein Graben mit Abflussschacht erstellt worden. Den Wassermassen bei Starkregen wird der Graben aber nicht Herr. Die Stadt sieht mit dieser Maßnahme ihren aktiven Part erfüllt, teilte Bürgermeister Franz Stahl auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit.

Beim Ausweg aus dem Dilemma hofft Mark deshalb auch auf eine bessere Ableitung des Regenwassers von den Dachflächen, vielleicht auch auf kleine bauliche Maßnahmen, um die Fließrichtung des Wassers auf den Wegen zu beeinflussen. Größtes Problem bleibt aber die neue Nutzung des Feldes hinter dem Haus. Dabei ist nicht nur das Grundstück von Hubert Mark betroffen. Die Wassermassen schwemmen den Humus natürlich auch auf die Flächen des Nachbarn.

Erste Kontakte mit dem Verpächter hätten wenig gebracht. Und natürlich könne kein Einfluss auf die Anbauart genommen werden. Hubert Mark kann deshalb nur auf den guten Willen der Beteiligten hoffen, etwa durch den Einbau von "erosionsmindernder Bepflanzung" auf die Wassersituation einzuwirken. Auch gebe es interessante Initiativen des Amtes für Ländliche Entwicklung - wie das Programm "Boden:ständig". Freilich ist eine Teilnahme nicht zwingend.

Auf einen verlässlichen "Fahrplan", um das Problem zu lösen, kann Hubert Mark, so wie viele andere Betroffene, nicht pochen. Sicher ist allein, dass der nächste Starkregen irgendwann wieder am Horizont aufziehen wird.

Starkregen sorgte auch in Konnersreuth für Schäden

Konnersreuth
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