23.01.2020 - 17:56 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Regenerative Landwirtschaft als Fortbildungsschwerpunkt des Maschinenrings

Ist Bodenleben noch wichtig, wenn es Digital Farming gibt? Diese provokante Frage stellte Dietmar Näser, einer der Pioniere auf diesem Gebiet bei einem Maschinenring (MR) Workshop im Kloster Waldsassen.

Dietmar Näser und Maschinenring-Geschäftsführerin Marion Höcht im Gespräch.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Der Maschinenring (MR) Tirschenreuth beschäftigt sich seit einem Jahr intensiv mit dem Thema "Regenerative Landwirtschaft". Um es weiter zu vertiefen, hatte der MR zu einem Workshop ins Kloster Waldsassen eingeladen. Das Angebot war in kürzester Zeit mit 32 Teilnehmern ausgebucht. Den Grund dafür sieht MR-Geschäftsführerin Marion Höcht in der Personalie Dietmar Näser, der einer der Pioniere auf diesem Gebiet sei.

Zwei Pioniere

Mit seinem Kollegen und weiterem Pionier Friedrich Wenz betreiben die beiden das Ingenieurbüro "Grüne Brücke". Näser stellte gleich zu Beginn des Workshops die provokative Frage: "Warum spielt das Bodenleben eine so wichtige Rolle - es gibt doch Agritechnica, Digital Farming und jedes Jahr neue Supersorten!"

Dabei unterscheidet Näser nicht zwischen Bio- oder konventionelle Landwirtschaft. Auch gibt es für ihn keine gute oder schlechte Landwirtschaft. In seinen Augen gibt es nur die eine Landwirtschaft - die regenerative. Der Referent definiert "Regernative Landwirtschaft" so: "Sie stellt den lebend verbauten Kohlenstoff im Boden als Humus wieder her. Das geschieht durch mikrobielle Prozesse im Boden und das Fördern einer maximalen Photosyntheseleistung der Kulturen. Es werden höchste Nährstoffgehalte in den Ernten wiederhergestellt.

Pflanzen und Mikroben an den Wurzeln haben einen gemeinsamen Stoffwechsel. Deshalb werden diese Resultate mit den gleichen agronomischen Methoden geschaffen." Daraus ergäben sich gleich mehrere Vorteile. Höchste Erntequalität bei hohem Ertrag wachsen lassen, Nährstoffe organisch binden, Wasser im Boden speichern, den Boden leicht bearbeitbar machen, Krankheiten vorbeugen, Attraktivität für Schaderreger senken, Unkräutern den Keimreiz nehmen und Humus bilden.

Pflanzenphysiologie managen

Als Herausforderung sieht Näser bei der "Regenerativen Landwirtschaft" das Managen der Pflanzenphysiologie, anstatt den Boden und die Pflanzen als "Nährstoffgefäße" zu verstehen. Zur Regeneration des Bodenlebens empfiehlt er, die Nährstoffe im Boden ins Gleichgewicht zu bringen und den Boden belebend zu düngen. Zudem müsse der Unterboden gelockert und mit Wurzeln stabilisiert werden. Die Böden sollten dauerhaft und vielfältig begrünt werden für die Vielfalt und Ernährung des Bodenlebens. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die "Regenerative Landwirtschaft" Zukunft hat und ein wichtiger Baustein im Klimaschutz sein kann. Ein humusreicher Boden könne sehr gut CO2 speichern.

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