10.02.2020 - 17:10 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Sabine" verschont Landkreis Tirschenreuth

Das Sturmtief „Sabine“ hat den Landkreis Tirschenreuth bis Montagabend weniger hart getroffen als befürchtet. Für die Kreiseinsatzzentrale war es nach einer personellen Neubesetzung die erste Bewährungsprobe.

Die Verbindungsstraße zwischen Waldsassen und der Wallfahrtskirche Kappl war am Montag zwischen 11 und 15 Uhr wegen umgestürzter Bäume gesperrt.
von Martin Maier Kontakt Profil

Die Feuerwehren im Landkreis rückten wegen umgefallener Bäume und abgebrochener Äste aus. "Es war nicht so dramatisch, wie vermutet", erklärte Kreisbrandrat Andreas Wührl auf NT-Nachfrage. Zudem habe es keine räumlichen Schwerpunkte gegeben.

Eine Besonderheit war die Besetzung der Kreiseinsatzzentrale (KEZ) am Montag, um im Fall von Einsatzspitzen die Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz zu unterstützen (Hintergrund). Die KEZ in Wiesau koordinierte rund 25 Einsätze. "Wir waren dort mit acht Leuten komplett besetzt und haben alles problemlos abgearbeitet", so Wührl, der auch selber vor Ort war. Die KEZ ist nach einer personellen Neubesetzung seit 1. Januar wieder einsatzbereit. "Es hat alles einwandfrei funktioniert. Die KEZ hat sich bewährt. Wir konnten die ILS dadurch entlassten", freute sich der Kreisbrandrat.

Sturmtief "Sabine" hinterlässt Spuren in der Oberpfalz

Weiden in der Oberpfalz

Auch bei den drei Polizeiinspektionen (PI) im Landkreis liefen keine besonderen Sturm-Fälle ein. "In der Nacht war überhaupt nichts. Bis Montagmittag gab es dann zwei Unfälle", informierte Polizeihauptkommissar Hubert Bauer zu den Vorkommnissen im Bereich der PI Tirschenreuth. Glück hatte ein Autofahrer, der gegen 10.45 Uhr auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Kleinkonreuth und Lodermühl unterwegs war, denn er blieb unverletzt, als auf seinen Wagen ein Ast fiel. Der Schaden liegt bei rund 3000 Euro. Der zweite Unfall ereignete sich um 12.45 Uhr bei Plößberg. Dort erfasste eine Windböe ein Auto. Das Fahrzeug kam von der Straße ab. Es sei aber kein größerer Schaden entstanden.

Keine Sturm-bedingten Vorkommnisse meldete die PI Waldsassen. "Alles ruhig. Wir hatten nur normales Tagesgeschäft", sagte stellvertretender Dienststellenleiter Georg Ziegler. Im Einsatz war aber der Bauhof Waldsassen. Denn zwischen 11 und 15 Uhr war die Verbindungsstraße zwischen Waldsassen und der Wallfahrtskirche Kappl wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Der Bauhof sorgte wieder für eine freie Fahrbahn. Im Bereich der PI Kemnath gab es auf Nachfrage ebenso "keine besonderen Ereignisse".

Hintergrund:

Aufgabe der Kreiseinsatzzentrale

Die Kreiseinsatzzentrale (KEZ) soll laut Homepage des Kreisfeuerwehrverbands "als Unterstützung für die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz (ILS) im Bereich des Landkreises Tirschenreuth dienen". Dies könne vor allem bei größeren Einsätzen wie Großbränden, Unwetterlagen, Stürmen oder Hochwasser von Nöten sein. Hierbei nimmt im Normalfall die ILS die Notrufe entgegen und alarmiert die benötigten Einsatzkräfte. Danach sendet die ILS die "zeitunkritischen" Einsätze mit den alarmierten Kräften der KEZ zur weiteren Abarbeitung. Dies geschieht über eine gesicherte Onlineverbindung oder per Fax.

Die Abwicklung der Einsätze erledigt dann die KEZ mit dem jeweils zuständigen Kreisbrandinspektor oder Einsatzleiter. Dafür wurde eine spezielle Einsatzleitsoftware beschafft, die die Dokumentation, Kommunikation und Lagekartenerstellung sowie die Zusammenarbeit mit der ILS optimieren soll. Die ILS bleibt dadurch für die weiteren Notrufe und zeitkritischen Einsätze voll zur Verfügung "Das ist ein komplexes System", so Kreisbrandrat Andreas Wührl. Die KEZ ist im Dachgeschoss des Feuerwehrgerätehauses Wiesau untergebracht. (rti)

Die Verbindungsstraße zwischen Waldsassen und der Wallfahrtskirche Kappl war am Montag zwischen 11 und 15 Uhr wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

 

 

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