21.07.2021 - 13:39 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Schüler des Stiftland-Gymnasiums besuchen KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Schüler des Stiftland-Gymnasiums haben die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg besucht.
von Externer BeitragProfil

Im Juli besuchten die 9. und 10. Klassen des Stiftland-Gymnasiums die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Da die dunkle Zeit des Nationalsozialismus und somit auch Konzentrationslager bereits im Unterricht behandelt wurden, hatte jeder Schüler eine grobe Vorstellung, was ihn erwartete. "Alles aber mit eigenen Augen zu sehen, in den Gebäuden zu stehen, in denen vor etwa 80 Jahren zu Unrecht verhaftete Menschen gedemütigt und gequält wurden, ließ die jungen Leute noch viel entsetzter und erschütterter sein", schreibt Schülerin Sophie Zandt. In Gruppen ging es bei einer Führung über das Gelände.

Auf dem Gelände angekommen fiel den Teenagern sofort ein großer, düsterer, unübersehbarer Steinbau auf: die Kommandantur. Der Rundgangsleiter wies auf eine Anhöhe neben dem Lagervorplatz hin. Hier war damals ein Tennisplatz, auf dem die SS Tennis spielte und sich amüsierte, obwohl unter ihnen im Lager so viele unschuldige Menschen täglich, auch durch ihre Hand, starben.

Auf dem Weg in den Häftlingsbereich wurden die Schüler auf die Pfeiler links und rechts am Eingang hingewiesen, die das alte Lagertor symbolisieren. Der Experte erzählte über die Grausamkeit dieses Systems.

Die jungen Männer und Frauen erfuhren im ehemaligen Häftlingsbereich im Häftlingsbad viel über das perfide System von Demütigung und Psychoterror. Die Gefangenen, die Lagertore passierten, wurden von einem Menschen mit einer Geschichte, mit Freuden, mit Gefühlen, mit einer Identität zu einer Nummer.

"Zu diesem Zeitpunkt waren wir alle schon sehr erschüttert", berichtet Sophie Zandt weiter. Dann betraten die Schüler das „Tal des Todes“: "Es trägt seinen Namen unter anderem deshalb, weil damals die Toten hier ins Krematorium kamen." Heute ist es der Ort, an dem noch das meiste, wie das Krematorium oder die Wachtürme, erhalten ist, da die nach dem Krieg Heimatlosen hier schon sehr früh eine Gedenkstätte errichteten. Mitten im Tal steht eine mit Gras bewachsene Pyramide, in der die Asche der toten KZ-Häftlinge aufgetürmt wurde. Daneben befindet sich der Platz der Nationen mit einer Gedenktafel. "Beim Blick über dieses Tal standen mir für einen kurzen Moment die Tränen in den Augen, da einem an diesem Ort wirklich bewusst wird, wie viele Menschen hier sinnlos ihr Leben lassen mussten", fasst Sophie Zandt zusammen.

"Doch was bleibt?", fragt sie. Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die von ihrem Schicksal berichten können. Und genau das macht es umso wichtiger, dass Gedenkstätten wie diese besucht werden. "Was mir persönlich sehr in Erinnerung bleibt, ist die Stille in der Gruppe während der Führung." Was bleibt, ist die Erinnerung. Die Erinnerung an das, was passiert ist und nie wieder geschehen darf.

Schüler des Stiftland-Gymnasiums haben die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg besucht.

 

 

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