25.01.2021 - 14:58 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Schulleiter im Landkreis Tirschenreuth: Verschiebung der Abschlussprüfungen kein Nachteil

Die Corona-Pandemie wirbelt den Schulalltag auch in diesem Jahr durcheinander. Die Termine der Abschlussprüfungen wurden erneut nach hinten verlegt. Schulleiter im Landkreis Tirschenreuth bewerten die Situation.

Unter besonderen Voraussetzungen werden auch in diesem Jahr die Abschlussprüfungen an den Schulen durchgeführt. Allerdings sind die Termine um zwei Wochen nach hinten verschoben worden.
von Armin Eger Kontakt Profil

Seit einigen Tagen ist klar: Nach den Abiturprüfungen werden wegen der Corona-Pandemie auch an allen anderen Schularten die Abschlussprüfungen verschoben. An Mittel- und Realschulen um zwei, an den Fachoberschulen und Berufsoberschulen sogar um gut drei Wochen. Für die Schulleiter der Region und für das Schulamt in Tirschenreuth kein Problem. Denn bereits im vorigen Jahr war es genauso - und da lief alles perfekt.

Schulrätin Martina Puff vom Schulamt in Tirschenreuth

Natürlich sei es sinnvoll, die Schulabschlussprüfungen nach hinten zu verschieben, meint Schulrätin Martina Puff. "Die 14 Tage sollen dazu genutzt werden, für die Schüler faire Bedingungen zu schaffen und dafür zu sorgen, dass keine Nachteile entstehen." Mehr als diese zwei Wochen sei aber schwierig, weil man damit zu nah an die Ferien heranrücken würde. Schon im vergangenen Schuljahr hätte es eine Prüfungsverschiebung gegeben und das sei sehr gut gelungen. Die Schulrätin hofft, dass so wie geplant, ab 14. Februar in den Grund- und Mittelschulen wieder mit dem Wechsel- oder Präsenzunterricht gestartet werden kann. "Das fällt zwar genau in die Zeit der Winterferien. Aber die finden sowieso nicht statt", sagt Puff.

Oberstudiendirektor Albert Bauer, Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth

Die Verlegung der Abschlussprüfungen werde eine Entzerrung der Prüfungstermine bringen, ist sich Bauer sicher. "Wir können dadurch den Terminstress herausnehmen, haben mehr Zeit für eine sorgfältige Vorbereitung und damit hoffentlich auch faire Bedingungen." Schon im vorigen Jahr hätte es spätere Prüfungen gegeben und es habe "wunderbar funktioniert. Alle haben das Abi bestanden".

Der Oberstudiendirektor ist skeptisch, ob es ab 1. Februar wieder einen Wechselunterricht gerben wird. "Bei den Inzidenzwerten im Landkreis müssen wir mal sehen." Der derzeitig Videounterricht in den Oberstufen klappe hervorragend. Es gebt keine große Einschränkungen, allerdings fehle die persönliche Kommunikation.

Realschuldirektorin Kerstin Reiter, Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen Waldsassen

Die zusätzliche Zeit, die man durch die Verschiebung gewinne, sei wichtig, so die Direktorin. "Wir wissen ja nicht, wie es weitergeht, und wann die Schulen wieder öffnen." Die geänderten Prüfungstermine würden den Druck rausnehmen und alles etwas entzerren. "Wir haben Rückmeldungen, dass beim Onlineunterricht alles passt." Die Schülerinnen seien sehr motiviert. Die Kollegen seien mit dem Stoff auf Stand. "Was den Jugendlichen natürlich fehlt, sind die sozialen Kontakte. Das darf man nicht unterschätzen", sagt Reiter.

Realschuldirektor Stefan Drexler, Realschule im Stiftland Waldsassen

"Wir brauchen diese Verschiebung, da durch den Distanzunterricht viele Schulaufgaben nicht geschrieben wurden und die können wir jetzt nachholen. Ansonsten wäre es eng geworden", sagt Drexler. Wenn es um den Stoff geht, wären die zwei Wochen nicht notwendig gewesen. "Durch den Wegfall der außerordentlichen Aktivitäten sind wir komplett im Soll. Wir haben auch Rückmeldung von Schülern und Eltern, dass der Distanzunterricht gut funktioniert." Drexler ist für die Prüfungen auch heuer optimistisch. Denn unter den schwierigen Bedingungen im vorigen Jahr seien die Leistungen damals besser als in den Vorjahren gewesen.

Realschuldirektor German Helgert, Realschule Kemnath

"Man kann mit diesem Zeitraum von zwei Wochen gut leben", ist Helgert sicher. Die 10. Klassen seien sowieso gut "beschult", da im Herbst die Abschlussfahrt ausgefallen sei und man so eine Woche gewonnen habe. Schon im vorigen Jahr hätte das mit den späteren Prüfungsterminen gut geklappt. "Wir hatten sogar einen besseren Schnitt als in den Vorjahren. Es ist also keine Benachteiligung zu erwarten, da auch der Distanzunterricht bestens funktioniert."

Der ungewöhnliche Unterricht in Amberg

Amberg

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.