30.07.2018 - 11:41 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Senioren digital fit machen

Die Bevölkerungsgruppe der Senioren wächst und wächst und wächst. Der demografische Wandel bringt es mit sich, dass gerade den älteren Menschen Wege geebnet werden müssen, damit sie im digitalen Zeitalter nicht das Nachsehen haben.

Ein Symposium mit hochkarätigen Referenten und Multiplikatoren der Region soll Aufschluss darüber geben, wie Senioren noch besser digital fit gemacht werden können.
von Externer BeitragProfil

(tr) Ein Symposium zum Thema "Bildungsangebote für Ältere zur Digitalisierung im Landkreis Tirschenreuth als Teil des Projektes Digitales Dorf Steinwald-Allianz" soll mit dazu beitragen, dass die Senioren nicht vom digitalen Netz abgehängt werden. Dazu begrüßten Landrat Wolfgang Lippert und Oberregierungsrätin Regina Kestel, die die Veranstaltung moderierte, hochkarätige Referenten, die bereits Erfahrung mit der Materie haben, und zahlreiche sogenannte regionale Multiplikatoren, die in der Seniorenarbeit vernetzt sind.

Ältere Menschen schulen

Auf allen Ebenen liefen immer neue digitale Prozesse ab. Deshalb sei es ein wichtiger Schritt, bei der Digitalisierung des ländlichen Raums ältere Menschen mit diesen Medien zu schulen. Künftige Bildungsangebote müssten sich vor allem an dieser Altersgruppe orientieren, waren die Erkenntnisse aus den Fachvorträgen, bei denen die Teilnehmer erfuhren, wie in anderen Regionen das Thema angegangen wird. Ziel ist es, ein Konzept zur Umsetzung von Schulungsangeboten im Landkreis Tirschenreuth zu erarbeiten.

Vielfältige Angebote

Tabea Trost von der Seniorenakademie Bayern referierte zum Thema "Digitalisierung im Ehrenamt" und stellte Schulungsangebote für ehrenamtlich tätige Senioren vor. Die zentrale Aufgabe der Institution sei es, das bürgerschaftliche Engagement im Freistaat durch ein vielfältiges Weiterbildungsangebot für engagierte ältere Menschen zu fördern. Beispiele hierfür seien Schulungen zu neuen Medien, der Umgang mit dem Internet oder Vorstellung technischer Hilfsmittel zur Wohnungsanpassung. Die Seminare werden in Form von Workshops, Webinaren oder Frontalunterrichten, jeweils zu den Anbietern vor Ort gebracht.

Silvia Berthold vom Seniorenamt der Stadt Regensburg stellte das Projekt "Im Alter mit der Welt vernetzt" vor. Daraus hat sich die Computer-Internet-Gruppe "Senioren@home - Technik im Alter" herausgebildet. Das Angebot richte sich ausschließlich an die ältere Bevölkerung der Stadt.

Dabei können ehrenamtlich engagierte Bürger im Treffpunkt Seniorenbüro der Stadt ihre Kenntnisse rund um die digitale Welt sowie Rat und Hilfestellung auf verschiedene Wege erlangen. "Senioren@home" gibt es seit 2008. Ihre Tätigkeiten umfassen etwa den PC-Aufbau und dessen Einrichtung oder die Herstellung eines Internetzugangs. Die Gruppe helfe auch dabei, Hemmschwellen abzubauen und Gefahren aufzuzeigen. Zudem gebe sie Tipps zum sicheren Umgang im Netz.

Hans Gerken stellte diverse Angebote des Seniorennetzes Erlangen vor. Ziel sei es, einem möglichst breiten Personenkreis älterer Menschen mit Hilfe computererfahrener Senioren Wege in die Multimedialandschaft zu erschließen. Es sollen die notwendigen praktischen Kenntnisse an alle vermittelt werden, die nicht mehr im Berufsleben stehen. Das Netz vermittle den Umgang mit moderner Technik, leiste Hilfe bei Problemen mit Hard- und Software, wolle Ängste nehmen und Mut machen im Gebrauch von PC, Tablet und Smartphone.


Patenschaften für Jung und Alt

Roland Feil vom Stadt-Senioren-Rat Herrenberg sprach über die Erfahrungen mit Smartphone-/PC-Patenschaften zwischen Jung und Alt. Entstanden seien sie, aus einem Schulprojekt, bei dem Ältere Patenschaften für Schüler übernahmen und sie ins Berufsleben begleiteten. Daraus wurde die Idee geboren, es umgekehrt zu versuchen und Senioren die Kenntnisse der Jugendlichen über die digitale Mediennutzung zur Verfügung zu stellen.

Für die "Medien- und Techniklotsen Hannover" (MuTH) referierte Friedrich Himstedt. In diesem Projekt öffneten 28 ehrenamtliche Coaches digitale Fenster. Sie benötigten viel Geduld, müssten verständlich erklären können und über technische Erfahrung verfügen. Auch hier ist das Ziel, die digitale Teilhabe von Senioren im Stadtgebiet zu fördern. Die Einsätze finden zu Hause oder in Sprechstunden statt. Die älteren Menschen rufen beim Seniorentelefon an, schildern ihre Probleme, werden registriert und vermittelt. Das Gros der Nutzergruppe machten die über 70-Jährigen aus. Der Frauenanteil betrage dabei 80 Prozent.

Katrin Schuberth von der Stiftung Digitale Chancen referierte zum Thema "Seniors@DigiWorld". Unter dem Motto "Fit am Tablet - Multiplikatoren qualifizieren" richte sich das Angebot an die Multiplikatoren in der Seniorenarbeit. Für sie seien dafür online zahlreiche Weiterbildungen geschaffen worden.

 

 

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