07.04.2020 - 15:24 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

„Solch eine harte Zeit noch nie erlebt“

Viele Geschäfte werden durch die Coronakrise in ihrer Existenz bedroht. Zuschüsse des Staat sind dabei nur eine kleine Hilfe.

Das Modehaus Jäger & Turba in Tirschenreuth hofft auf die treue Kundschaft, die nach der Krise wieder ihre Einkäufe vor Ort erledigen wird.
von Konrad RosnerProfil

Große Sorgen in der Coronakrise hat der regionale Einzelhandel, der nicht lebensnotwendige Artikel verkauft, und die Geschäfte schließen musste. Aktuell wird diese Phase bis mindestens 19. April dauern. Alle hoffen, dass sie diese "Pause" überstehen.

Lisa Wettinger vom Wäschehaus Wettinger in Tirschenreuth sagt dazu: "Unser Haus ist mit Frühlings- und Sommermode voll. Ich hoffe, dass wir nach den Osterferien wieder öffnen können." Ähnlich sehe es bei Kinderartikeln, Kinderwagen und Kindersitzen für das Auto aus. Über die Stadt Tirschenreuth biete man aber einen Bestell- und Lieferservice an. Die Waren liefere man dann aus oder verschicke sie mit der Post. Dennoch, solch schwierige Zeiten wie aktuell habe sie noch nie erlebt. Alle acht Mitarbeiter wurden für Kurzarbeit angemeldet. Die Zuschüsse das Staates seien eine kleine Hilfe. Kredite brächten wenig, "denn die müssen wir ja wieder zurückzahlen". Ihr Appell an alle nach der Krise: "Kauft nicht im Internet ein, sondern bei uns im Einzelhandel. Denn diese Schließung kann existenzbedrohend sein." Unfair findet sie die Tatsache, dass die großen Supermärkte, die es auch in Tirschenreuth gibt, solche Waren verkaufen dürften, sie im Einzelhandel jedoch nicht.

Kein Cent Umsatz

Katrin Paschedag, Inhaberin des Bekleidungshauses Zeitler in Mitterteich, sieht die Lage ebenfalls kritisch: "Der Laden ist voll mit Frühjahrs- und Sommermode, ich hoffe inständig, dass wir am 20. April wieder öffnen dürfen." So lange müsse man durchhalten. Zudem verweist sie darauf, dass zu Beginn des Jahres auch schon die Herbst- und Wintermode bestellt worden sei. Ob alle Waren ausgeliefert werden, wisse man noch nicht. Auch sie betont, dass man Waren bei ihr telefonisch erwerben könne, in Mitterteich werde diese dann ausgeliefert, außerhalb Mitterteich werde diese mit der Post verschickt. Aber aktuell habe sie keinen Cent Umsatz. Auch ihre 18 Beschäftigten sind alle für die Kurzarbeit angemeldet. Paschedag:, "Solch eine harte Zeit habe ich noch nie erlebt."

Herbstmode schon eingekauft

Reinhard Seer vom Modehaus Jäger & Turba in Tirschenreuth betont: "Gesundheit steht an erster Stelle." Seer beschreibt aber auch zugleich, dass die aktuelle Situation eine starke Bedrohung für die ganze Wirtschaft und die Gesellschaft sei. Vier Wochen könne man schon durchhalten, aber dann müsse man wieder durchstarten. Für seine 25 Beschäftigten habe er alle Kurzarbeitergeld beantragt. Trotz des Dilemmas zeigte er sich vorsichtig optimistisch. "Wir haben treue Kunden, die werden hoffentlich auch nach der Krise wieder zu uns kommen." Auch er verweist darauf, dass das Haus voll mit Frühjahrs- und Sommermode sei. Die Herbstmode sei schon geordert, die Wintermode werde aktuell gekauft. Ob die Lieferung klappe, wisse man aber nicht. Übrigens, so Seer, in Südkorea habe man die Geschäfte offen, dort habe man wohl kreativere Möglichkeiten gefunden.

Werden die Krise meistern

Lockerer sieht es Stefan Bayreuther von Eisen-Bayreuther in Tirschenreuth. "Wir sind schon seit 100 Jahren auf dem Markt, haben Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise überstanden, dann werden wir auch diese Krise meistern." Auch er habe für alle seine sieben Mitarbeiter, die er auf jeden Fall weiter beschäftigen will, Kurzarbeitergeld beantragt.

Er zeigte sich optimistisch, dass es noch im April weitergeht. "Wir haben viele Öfen auf der Liste, die werden nun halt später eingebaut." Aktuell baue er keine Öfen ein, um seine eigenen Leute nicht zu gefährden, dies habe er auch den Kunden mitgeteilt.

Im Modehaus Zeitler in Mitterteich sind die Regale gefüllt. Auch hier hofft man, ab dem 20. April wieder öffnen zu können.
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