Interessante Einblicke hinter die Kulissen der großen Film- und Fernsehkonzerne gewährte am Mittwochabend Stefan Zant. Der 42-jährige Sohn von Stadtrat Conny Zant arbeitet bei "ProSiebenSat1 Sports GmbH", einer Tochterfirma von "ProSiebenSat.1 Media SE", und hat "7 Sports" für sein Unternehmen aufgebaut.
Stefan Zant war auf Einladung des CSU-Ortsverbands aufs "Schwarze Kanapee" nach Tirschenreuth gekommen. Die Meldung hatte zahlreiche Interessierte angelockt. Weil das Wetter es erlaubte, wurde das "Schwarze Kanapee" kurzerhand auf die Terrasse des Hotels "Seenario" verlagert. CSU-Chef Huberth Rosner fungierte als Moderator und stellte Zant als einen Lohnsitzer vor, der die halbe Welt bereist habe. Zant verließ nach dem Abitur am Stiftland-Gymnasium die Heimat als Freestyle-Skifahrer auf internationaler Ebene. Zurück zu Besuch kam er am Mittwoch als Führungskraft eines großen Medienunternehmens.
Olympia-Chance verpasst
Umso spannender war es, von dem Vater von zwei Kindern zu erfahren, wie Sport-News im Fernsehen verbreitet werden und wie hart umkämpft dieser Markt ist. Huberth Rosner fragte Zant zuerst nach seiner sportlichen Karriere. Zu dessen eigenem Bedauern hat Zant, der von der Bundeswehr Mittenwald gefördert worden war, die Olympiade in Salt Lake City 2002 verpasst. "Sechs Jahre arbeitest du auf dieses Ziel hin, damit du es in drei Minuten vergeigst", erzählte er vom traurigsten Kapitel in seiner Sportkarriere. Körperlich sei er topfit gewesen, aber er habe den mentalen Faktor unterschätzt. Zant hängte seine Sportkarriere deshalb an den Nagel und studierte in München BWL. Er nahm den Job als Unternehmensberater für die Boston Consulting Group an und bereiste die halbe Welt. Nach vier Jahren folgte ein Ortswechsel nach Kopenhagen. "Ich wollte nicht zu weit weg von der Heimat. In Kopenhagen habe ich eine Wirtschaftskultur gefunden, die relaxter als die in Deutschland und dennoch dynamisch ist."
In Kopenhagen lernte Zant seine Frau, eine Nürnbergerin, kennen. Was zur Folge hatte, dass die Sehnsucht zur Heimat neu aufflackerte. Das junge Ehepaar zog nach München, wo sich Zant einen neuen Job suchen musste. "Die ProSiebenSat.1 Media SE" engagierte Zant als Leiter der Strategieabteilung.
Auf dem "Schwarzen Kanapee" sprach Zant auch den knallharten Markt an, in dem es wegen steigender Internetpräsenz schon vor fünf Jahren gewaltig gekracht habe. Als sich sein Arbeitgeber auf Sport konzentrierte, habe er das in die Hand genommen. Damit ist die ehemalige Sportskanone wieder bei seiner Leidenschaft angekommen, wenn auch auf wirtschaftlicher Ebene.
Kritiklose Fans
Zant erstaunte seine Zuhörer mit der Aussage, dass mit den Lizenzen der großen Fußballevents nichts zu verdienen sei. Weit lukrativer seien Randsportarten und aktuell Computerspiele. "Das hat in jungen Kreisen eine Dynamik entwickelt, die wir Erwachsenen gar nicht mitgekriegt haben. Da werden Preisgelder von bis zu 30 Millionen Euro gehandelt", nannte Zant als nur ein Beispiel die virtuelle Bundesliga. Solche und andere Plattformen, wie "Sport Deutschland" oder "Turnen Deutschland", seien für ihn beruflich interessant. Zant gab den fanatischen Fußballfans selbst die Schuld, dass der Profi-Fußball nur noch ein Geldmarkt sei. Die Fans würden kritiklos alles mitmachen, was man ihnen verkaufe. "Keiner darf sich darüber beschweren, wenn er selbst Konsument ist!" Im Medienbereich sieht er amerikanische Sender wie Netflix als große Konkurrenz des deutschen Medienmarktes. Auf die Frage, ob er wieder mehr Zeit für Sport habe, meinte Zant, dass er Rennrad fahre und ein einigermaßen geregeltes Arbeitspensum genieße.
So sehr Stefan Zant seine Heimat liebt, gab er offen zu, dass er lieber im Süden Bayerns bleiben wolle. Denn von seinem Haus in Oberhaching aus habe er nur eine Stunde Anfahrt in seine geliebten Berge.















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