Tirschenreuth
12.03.2021 - 17:03 Uhr

Stadt Tirschenreuth trauert um Inge Pannrucker

Die ehemalige Grundschullehrerin sowie Stadt- und Kreisrätin Inge Pannrucker verstarb am Mittwoch im Alter von 81 Jahren. Die lebensfrohe Seniorin setzte sich ihr Leben lang unermüdlich für andere ein.

Inge Pannrucker verstarb am Mittwoch im Alter von 81 Jahren. Archivbild: tr
Inge Pannrucker verstarb am Mittwoch im Alter von 81 Jahren.

Die Tirschenreutherin Inge Pannrucker verstarb am Mittwoch im Alter von 81 Jahren. Ein trauriger Tag für die Kreisstadt, betont Bürgermeister Franz Stahl, der Inge Pannrucker jahrzehntelang kannte. Sie hinterlasse nicht nur menschlich eine große Lücke, sondern auch im gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt.

Ehrlich und grundsolide

"Sie war eine wahnsinnig engagierte Frau", weiß Stahl. Trotz ihres Alters war sie unermüdlich für andere unterwegs. So war Inge Pannrucker in Tirschenreuth und dem Umland vielen Bürgern bekannt. "Sie war in sehr vielen Bereichen ein Vorbild." Dass sie immer offen sagte, was sie dachte, schätzte der Bürgermeister sehr an ihr. Stahl wird sie als ehrlichen und soliden Menschen in Erinnerung behalten. "Die Gespräche mit ihr waren immer unterhaltsam. Sie war ein Original."

Geboren wurde Inge Pannrucker am 22. Februar 1940 in Prag. Nach der Flucht landete die Familie 1945 in Plattling. Nach dem Abitur an der Oberrealschule in Deggendorf studierte sie in Regensburg Lehramt. Nach der Heirat kam sie 1965 nach Altglashütte. Ihr Sohn Ralph lebt heute bei Nittenau, Tochter Ursula in München. Pannrucker war begeisterte Oma zweier Enkelinnen. Seit 1974 lebte sie in der Kreisstadt. Sie war 42 Jahre lang Grundschullehrerin, unterrichtete an den Grundschulen Flossenbürg, Schönkirch und Tirschenreuth.

Ereignisreiches Leben

Politisch vertrat Inge Pannrucker von 1980 bis 1996 die Ansichten der FDP im Stadtrat und bis 2000, ebenfalls 16 Jahre lang, im Kreisrat. Seit 2005 setzte sie sich mit ganzer Kraft als Vorsitzende für den Kinderschutzbund ein. Über 50 Jahre gehörte sie dem Kreisverband der Europa-Union an, war bis zu ihrem Tod das dienstälteste Mitglied, berichtet Peter Gold. „Das, was sie an Aufgaben übernommen hat, das hat sie ernst genommen und nicht nebenbei gemacht.“

Wandern, Skifahren oder Tennis: Auch sportlich war die Tirschenreutherin in vielen Vereinen tätig. Als Mitglied in 16 Vereinen gestaltete Pannrucker das gesellschaftliche Leben in der Kreisstadt aktiv mit. Auch Reisen seien schon immer ihr Ding gewesen, sagte Pannrucker bei der großen Feier zu ihrem 80. Geburtstag im vergangenen Jahr. Nach der Reise nach Norwegen wollte sie noch Kanada erleben und Urlaub in Kroatien machen. Dann aber erhielt sie im Frühsommer 2020 die Diagnose Leukämie. „Sie war eine Kämpferin, politisch und in allen anderen Dingen“, sagt Peter Gold. Ihre Krankheit habe sie angenommen. Obwohl sie oftmals schlapp und müde war, war sie positiv gestimmt und strahlte Lebensfreude aus, erinnert sich Peter Gold.

Ihre wichtigsten Lebensstationen seien ihre Kinder und ihr Lehrerberuf gewesen, erklärte sie. „Ich will 97 werden, weil mein Onkel bei guter Gesundheit und regem Geist 96 geworden ist – das will ich toppen“, hat sie einmal im Februar 2020 gesagt. Das war Inge Pannrucker nicht vergönnt.

Tirschenreuth24.02.2020
 
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