17.04.2019 - 08:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Stiftland schöner als Kalifornien

Heimkehrer Stefan Völkl ist von der Luft- und Raumfahrttechnik zu den SAP-Ingenieuren von IGZ ins Stiftland gewechselt.

Eine hohe Lebensqualität, gute Jobs: Das ist die Oberpfalz!
von Ulla Britta BaumerProfil
Stefan Völkl fühlt sich in der Heimat wohl.

Kommt Stefan Völkl von seinem Arbeitsplatz bei der IGZ Falkenberg heim, geht er gleich in seine Werkstatt. Der 29-Jährige renoviert sein Haus und baut auch individuell seine Möbel selbst. „Für mich ist das der beste Ausgleich“, erklärt Völkl, warum er nach der Arbeit gleich wieder „an die Arbeit geht“. Über den großzügigen Freiraum, den der junge Mann zur Verfügung hat, ist Stefan Völkl sehr froh. Eine Werkstatt, ein Haus und ein Garten waren für ihn vor zwei Jahren nicht selbstverständlich. Stefan Völkl ist ein Heimkehrer.

Um sich seine Berufswünsche erfüllen zu können, ging der Abiturient am Stiftland-Gymnasium aus der Kreisstadt weg zum Diplomstudium für Luft- und Raumfahrttechnik an die Technische Universität Dresden. Mit Praktika in Augsburg und einem halbjährigen Aufenthalt in Kalifornien schnupperte er dann in die aufregende Welt der Raumfahrt. „In Kalifornien ist es beinahe so schön wie im Stiftland“, erzählt er lachend. In den Beruf gestartet sei er in Landshut bei B/E Aerospace Fischer als Team- und Projektleiter. „Die Kollegen waren nett, wir waren ein junges Ingenieur-Team, alles hat gepasst“, erzählt er vom perfekten Umfeld.

Dennoch hätten bald Zweifel genagt. Bis er bei einem Gespräch mit einem alten Schulfreund, der bei der IGZ arbeitet, festgestellt habe, dass ihn ein Job bei den SAP-Ingenieuren ebenfalls anspreche. Ein glücklicher Zufall folgte dem anderen: Völkl bekam die Chance, in Tirschenreuth ein eigenes Haus zu beziehen. Natürlich sei die Freundin ein wichtiger Grund, der ihm die Entscheidung zur Heimkehr erleichtert habe. Zwar arbeitet die Erbendorferin als Lehrerin in Regensburg. „Aber jetzt sind die Wege für uns wesentlich kürzer.“ Völkl machte es sich nicht leicht, wägte Vor- und Nachteile eines Berufs- und Ortswechsels sorgfältig ab. Letztendlich sei seine Bewerbung bei der IGZ im vergangenen Jahr erfolgreich gewesen, erklärt er. Stefan Völkl verließ die Luft- und Raumfahrttechnik und ließ sich offen auf sein neues Metier ein.

Rasch habe sich herauskristallisiert, dass es bei der Arbeit als Logistikplaner viele Parallelen zu seinem Studium für ihn gebe. Auch die Freunde von einst seien nicht alle verschwunden, nennt er als weiteren positiven Aspekt. „Und ich bin nicht der einzige Heimkehrer.“ Ein Schulfreund, der in Korea gearbeitet habe, sei jetzt in Weiden und pendle nach Cham. Ein promovierter Doktor in Technik aus Erlangen wolle unbedingt zurück, obwohl er null Chancen habe in seinem Berufsumfeld. Was Heimat ausmacht, beschreibt Völkl mit zwei einprägsamen Worten: „Ruhe und Natur“.

Zu den Oberpfälzern meint er, sie seien zwar als „Grantler“ bayernweit bekannt. Aber der Oberpfälzer könne anpacken ohne großes Federlesen. „Und man kann sich felsenfest auf ihn verlassen." Diese Besonderheit eines besonderen Landstrichs, seine Familie sowie seine Freundin seien Gründe genug. „Und das Hallen- und Freibad. Ich schwimme leidenschaftlich gern“, nennt er ein weiteres Hobby, dem er wieder ausgiebig frönen könne.

Joggen in der freien Natur direkt ab der Haustür versteht sich von selbst. Sollten später Kinder da sein, seien die Eltern und Schwiegereltern in der Nähe. „Diesen Vorteil hätten wir in Landshut nicht.“ Stefan Völkl weiß dies alles zu schätzen. Er wünscht der Zukunft seiner neuen alten Heimat, dass es schneller gehe mit dem Aufwärtstrend. Der seiner Meinung nach deutlich spürbar sei, fügt er an und zählt Firmen wie IGZ, Siemens, Hamm und Schott auf, die ihre Standorte nicht grundlos im Stiftland hätten. „Und bitte eine schnellere Digitalisierung“, nennt er ein zweites Kriterium als A und O und unabdingbar für die Wirtschaft. „Wenn wir das hinkriegen, haben wir eine realistische Chance, uns in Bayern wirtschaftlich bestens zu behaupten.“

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