31.07.2019 - 17:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Studieren in Tirschenreuth

Seit 2015 ist Tirschenreuth mit einer Außenstelle der OTH bereits Studienstadt. Im März kommenden Jahres kommt ein weiterer Kooperationspartner dazu. Die Hochschule Landshut bildet hier ab März 2020 Wirtschaftsingenieure aus.

Professor Karl Stoffel, Harald Eckert, Sebastian Gebauer, Peter Brückner, Karin Stieg und Bürgermeister Franz Stahl (von links) studieren den Plan des Gebäudes, in das im März 2020 die Studenten einziehen.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Am Dienstag weilte mit Karin Stieg, Koordinatorin für Digitales Studieren in Bayern, Professor Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Landshut, und Sebastian Gebauer vom Institut für Weiterbildung eine Delegation der Hochschule Landshut in der Stadt. Im Rathaus präsentierten die Gäste den neuen Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, der ab März 2020 am Standort Fronfeste Einzug hält.

Spontane Stadtführung

Bilder von der der Stadtführung und Fronfeste.

Dabei nutzte der Rathauschef die Gelegenheit für eine spontane Stadtführung, bei dem es ihm mühelos gelang, die Gäste aus Niederbayern für seine Stadt zu begeistern. An der Baustelle Fronfeste führten Architekt Peter Brückner vom Büro Brückner & Brückner und der zuständige Projektleiter Architekt Falk Leopold aus dem gleichen Haus durch die Anlage.

Den Einzug der Studenten bezeichnete Stahl als weiteren Meilenstein für Tirschenreuth. Er sagte, dass der Stadt in den vergangenen Jahren ein gewaltiger Schub in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Hinsicht gelungen sei. Tirschenreuth biete alles, was von einem Bildungsstandort erwartet werde. Seit 2015 bestehe bereits eine Kooperation mit der OTH Regensburg. Etwa 40 Studenten studierten in diesem Rahmen am Lernstandort Tirschenreuth. Sie sind derzeit noch im Gebäude der Kolpingberufshilfe untergebracht. Nach Fertigstellung der Fronfeste ziehen diese Studenten zu Beginn des Sommersemesters 2020 ebenfalls dort ein.

"Richtiger Weg"

Jetzt komme noch der Lernstandort der Hochschule Landshut dazu. Mit der Möglichkeit dezentrales Studieren im ländlichen Bereich sei der Freistaat "auf dem richtigen Weg". Man habe erkannt, dass auch die ländlichen Bereiche eine hohe Qualität aufwiesen. Im Gegenzug sei die Stadt gefordert, entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, was mit der ehemaligen Fronfeste des Zisterzienser Stifts Waldsassen hervorragend gelingen werde. Als Einweihungstermin, zu dem Kultusminister Bernd Sibler bereits sein Kommen zugesagt habe, nannte Stahl den 30. Januar 2020. Im März beginnt dann der neue Studiengang.

Der Präsident der Hochschule Landshut, Professor Stoffel gibt selbst Kurse im neuen berufsbegleitenden Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Er wolle eigene Erfahrungen sammeln bei allen neuen innovativen Projekten. Es könne durchaus passieren, dass er als Lehrender auch einmal in Tirschenreuth sei. Sebastian Gebauer erklärte, dass der Bachelor-Studiengang aus dem Bereich Wirtschaftsingenieurwesen, ergänzt durch die Schwerpunkte Produktion und Logistik sowie Energie, einen wesentlichen Schwerpunkt in der Lehre und Forschung der Hochschule Landshut darstelle. Man brauche dafür nicht zwingend Abitur. Auch über die Weiterbildungsschiene Meister oder Techniker sei der Weg dorthin möglich. Wirtschaftsingenieure stellten die Verbindung von Wirtschaft und Technik als Schnittstelle zwischen beiden Feldern dar.

Spezielle Lernmaterialien

Und dafür gebe es durchaus viele potenzielle Arbeitgeber, die das interessiere. Als besonderes Feature nannte der Sprecher die flexible Zeiteinteilung, was eine möglichst hohe Flexibilität gewährleiste. Es gebe zwar viele Präsenztermine, die aber würden durch Online-Lehre ergänzt oder sogar ersetzt. Die Seminare fänden überwiegend an Samstagen statt. Die Regelstudienzeit betrage elf Semester, in der Praxis würden es wohl eher neun bis zehn sein. Pro Semester werden Gebühren in Höhe von 1150 Euro fällig, was sehr moderat ausfalle.

In neue spezielle Lernmaterialien seien viel Zeit und Geld investiert worden. Es stehe eine Lernplattform bereit, auf der die Hochschule Online-Aktivitäten zur Verfügung stelle, plus klassische Skripte. In Landshut sei speziell für diesen Studiengang ein Video-Studio eingerichtet worden, in dem entsprechende Lernvideos produziert werden. Die seien in etwa vergleichbar mit den früheren klassischen Vorlesungen, die, gerade bei berufsbegleitenden Studiengängen, nicht mehr zeitgemäß seien.

Im März ziehen die Studenten in die Fronfeste (gelbes Gebäude in der Mitte) ein. Das umkleidete Gebäude davor ist der ältere Teil des ehemaligen Schlosses. Das Museumsquartier am rechten Bildrand war einst Teil des „Alten Schlosses“, die Fronfeste hingegen ins „Neue Schloss“ integriert. Eine Delegation der Hochschule Landshut hat das Gebäude diese Woche besichtigt.
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