29.10.2018 - 16:43 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tirschenreuther Museumsnacht ein voller Erfolg

Von wegen "verstaubte" Stadtgeschichte: In der Museumsnacht belagerten über 700 Gäste treppauf, treppab nahezu jeden freien Winkel des Museumsquartiers in Tirschenreuth.

von Ulla Britta BaumerProfil

Keiner der Veranstalter rechnete mit einem solchen Ansturm: "Eine halbe Stunde vor Beginn, um 18.30 Uhr, standen die ersten Gäste bereits an der Tür. Das hatten wir noch nie", verkündete eine ebenso erstaunte wie erfreute Museumsleiterin Herta Zölch über die bombastische Resonanz auf die Tirschenreuther Museumsnacht. Waren es im Jahr zuvor etwa 500 Besucher, schätzte sie die Gästezahl diesmal auf mindestens 700 Leute. Es war ein Kommen und Gehen, ein Schauen und Feiern, ein Treffen und Erleben. Kein Durchkommen gab es mehr gegen 21 Uhr, überall tummelten sich Gäste aus nah und fern. Jung und Alt ließen es sich gut gehen bei fetziger Musik von der Band "Tonix".

Küche leer gegessen

Der deutsch-französische Partnerschaftsverein "Amitié" hatte im Vorfeld alle Register gezogen, um den Gästen im Museumsquartier beste Speisen und Getränken zu liefern. Die Gäste standen Schlange an der Theke, und weil es sich dort so schön mit Freunden und Bekannten plaudern ließ, gingen viele gar nicht mehr weg. Ab 22 Uhr - zur Halbzeit der Museumsnacht - war es mit der Verköstigung zu Ende. "Wir haben leider nur noch Brot. Alles weg!", hieß es.

Die Kinder konnten das gesamte Museum bei einer Schnitzeljagd unsicher machen. Alle Hände voll zu tun hatten die jungen Frauen im zweiten Stockwerk, die den Mädchen hübsche Zöpfe in die Haare flochten. Auch für Künstler Tom Brankovic aus Schönkirch war die Museumsnacht ein Rekord. Er malte wie angekündigt Minutenporträts, in gut vier Stunden ohne Pause über 40 Zeichnungen. Bürgermeister Franz Stahl, der sich auch malen lassen wollte, kam aufgrund des enormen Interesses gar nicht zum Zug.

Vorfreude auf Adventszeit

Gleich nebenan konnten die Besucher einen Einblick in die bevorstehende große Krippenausstellung, die ab Samstag, 8. Dezember, im MQ gezeigt wird, erhaschen. Die Gäste schauten den Schnitzern der "Krippenfreunde Tirschenreuth" interessiert bei der Arbeit über die Schultern. Unter anderem wurde bei der Museumsnacht demonstriert, wie die furchterregenden "Krampus"-Masken für den Auftritt von Nikolaus und seinen Knechten gefertigt werden.

Gleich im Eingangsbereich kam der Räucherfisch-Workshop "Karpfen aufs Broud" der Teichwirtfamilie Stock aus Kornthan bestens an. Wer zuschaute, durfte die würzige Creme aus heimischem Fisch auf frischem Brot verkosten. Wissenswertes lieferte der Vortrag über den Böttgerweg für Grenzgänger in den 90er Jahren. Und weil es draußen kalt war und drinnen schön warm, blieben die Gäste gerne länger. Die Organisatoren um Museumsleiterin Herta Zölch und Bürgermeister Franz Stahl waren mit der nächtlichen Aktion zur späten Stunde äußerst zufrieden.

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