Die "Neue Tirschenreuther Passion" ist die einzige in Deutschland, die in Mundart inszeniert wird. Vielleicht ist sie das sogar in ganz Europa. Da sind sich die Experten aber nicht ganz sicher. Sicher sind sie hingegen, dass die Intensität bei einer Mundartpassion gewaltig ist. Wenn ein Hesse zum Beispiel nicht alles verstehen könne, werde er wegen der Intensität aus Mimik und Gestik doch genug mitnehmen, lobten der Generalsekretär der "Vereinigung "Europassion", Josef Lang aus dem Saarland, und der Deutschland-Vertreter der Vereinigung, Thomas Hummel aus Hessen. Die "Neue Tirschenreuther Passion" sei deshalb eine Besonderheit in der österlichen Festspiellandschaft.
Bürgermeister Franz Stahl hörte dies gerne. Er hatte ebenfalls gute Nachrichten dabei: Die acht Vorstellungen sind bis auf wenige Restkarten ausverkauft. Und es werden Gäste aus aller Welt erwartet. Bürgermeister Stahl erklärte weiter, dass die letzte Vorstellung am 18. April die eigentliche "Europassion" sei, dieser sollten keine weiteren Termine mehr folgen.
Lang und Hummel erklärten den Ablauf des Fachkongresses zur "Europassion", der am 18. April von 10 bis 13.30 Uhr im "Seenario" Tirschenreuth stattfindet und mit der letzten Aufführung der "Neuen Tirschenreuther Passion" enden wird. Dieser Fachkongress finde bei jeder "Europassion" statt. Hummel und Lang waren hocherfreut darüber, den Kongress diesmal wieder in Deutschland ausrichten zu dürfen. Zum Kongress werden etwa 40 vierköpfige Delegationen erwartet. Auf ihrem Programm stehen neben dem Besuch der gespielten Leidensgeschichte Fachreferate und Gespräche. "Das ist immer spannend, da sich unterschiedliche Länder treffen", erzählte Lang.
Bürgermeister Stahl kündigte ein Rahmenprogramm für die Gäste aus den 19 Passionsspielorten aus 16 Ländern an. Unter anderem sprach er Ausstellungen von Ikonenmaler Tom Brankovic an, der in unterschiedlichen Zyklen die Bibelgeschichte um Jesus Kreuzigung und Auferstehung gemalt hat. Thomas Hummel berichtete, dass der letzte deutsche Kongress 2009 in Neumarkt stattgefunden habe. Dort fänden alle zehn Jahre Passionsspiele statt. Da kämen auch ganz praktische Dinge zur Sprache wie die Frage "Wie kreuzigt ihr?", meinte Hummel, was zur allgemeinen Heiterkeit der Pressekonferenz beitrug. "Wenn sich auch nur der eine oder andere Gast oder Teilnehmer bei den Passionsspielen Gedanken über den Glauben macht, haben wir schon was erreicht", ergänzte Lang, der betonte, dass seiner Meinung nach bei den Passionsspielen mehr europäische Gemeinschaft stattfindet als bei der Europäischen Union.














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