25.07.2018 - 12:05 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tirschenreuther Rathaus bald barrierefrei

"Tirschenreuth, die Stadt der Baukräne", sagt Bürgermeister Franz Stahl derzeit gerne. Seit einiger Zeit ragt ein weiterer Kran gen Himmel. Und zwar direkt am Arbeitsplatz des Stadtoberhaupts.

Hinterhalb vom historischen Rathaus tut sich was. Die Baustelle des Anbaus wächst langsam in die Höhe, vor allem ist bereits der Aufzugschacht im Hintergrund zu sehen. Azubi Nico Wiesend, Architekt Thomas Sticht, Stadtbaumeister Andras Ockl und Bürgermeister Franz Stahl (von links) machen sich ein Bild von der Baustelle.
von Lena Schulze Kontakt Profil

(szl) "Das alte und historische Rathaus ist in die Jahrhunderte gekommen. Barrierefreiheit haben wir nie gehabt", erklärt Stahl. Die Lösung für dieses Problem bietet nun der neue Anbau an der Rückfassade des Rathaus (Richtung Schmellerstraße). Geplant hatte ihn der Marktredwitzer Architekt Thomas Sticht.

Überraschung beim Bau

Durch den neuen Gebäudeteil sind dann alle Etagen barrierefrei erreichbar. Der Zugang vom Rathaus ist später durch das bestehende Gewölbe möglich. An der Außenseite entsteht über eine Art Balkon und Feuerwehrtreppe ein Flucht- und Notausgang.

Die historischen Fenster werden dadurch nicht beeinträchtigt. Eine kleine Herausforderung, weil der Fensterbau der Rückseite sehr "lebendig" ist, erklärt Stahl. "Ein Fenster hier, ein Fenster da", ergänzt Sticht. Zudem gibt es neue Sanitärbereiche und eine Behindertentoilette. Derzeit dominiert die Baustelle noch der betonierte Aufzugschacht. Ansonsten ist noch nicht viel zu sehen. Das liegt daran, dass es die Beteiligten mit historischer Bausubstanz zu tun haben. "Wir mussten uns vorsichtig ran tasten, vor allem im Kellergeschoss", weiß der Architekt. Da das Fundament des Neubaus tiefer liegt, als das Fundament des Rathaus, waren sogenannte Unterfangungsmaßnahmen notwendig. Bei den Erdarbeiten beförderten die Arbeiter auch eine Überraschung zu tage. Sie hoben einen 30 000-Liter-Tank aus dem Boden. Er gehörte zur seit Jahren stillgelegten Ölheizung des Rathaus.

Mit dem Abschluss der ersten Bauphase finden aktuell Arbeiten am Kellergeschoss, dem Treppenhaus und dem Aufzugsschacht statt. In den nächsten Wochen werden drei weitere Geschosse gebaut. Erst dann wird der Anbau mit dem bestehenden Gebäude verbunden. Der Dachstuhl folgt dann im Herbst. Weitere Ausschreibungen sind am laufen.

Auch Rathaussaal sanieren

Auch der große Rathaussaal in der zweiten Etage wird ebenfalls umgebaut und auf Basis historischer Gegebenheiten saniert. Dann kann dieser verstärkt für Trauungen genutzt werden. "Mit dem Anbau ermöglichen wir insbesondere älteren und gehandicapten Menschen einen uneingeschränkten Zugang zu allen Etagen", freut sich der Bürgermeister.

Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro, die Stadt erhält eine Förderung von 455 000 Euro. Wenn die Außenhülle Ende des Jahres fertiggestellt ist, beginnt der Innenausbau. Im Frühjahr 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Zudem soll auch der Hinterhof gestaltet und optisch auf gewertet werden. Die Garagen kommen zwar weg, dennoch gibt es öffentliche Parkplätze, auch für Beschäftigte der Stadt.

Hinterhalb vom historischen Rathaus tut sich was. Die Baustelle des Anbaus wächst langsam in die Höhe, vor allem ist bereits der Aufzugschacht im Hintergrund zu sehen. Azubi Nico Wiesend, Architekt Thomas Sticht, Stadtbaumeister Andras Ockl und Bürgermeister Franz Stahl (von links) machen sich ein Bild von der Baustelle.

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