Beherbergungsverbot oder Grenzschließungen hatten die Branche im vergangenen Jahr arg getroffen. Nicht weniger bitter fällt die Bilanz für die vergangenen Monate aus. "Wir hoffen, dass es jetzt steil bergauf geht", blickt Zweiter Bürgermeister Peter Gold auf die nächsten Wochen. Bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus, Museumsangelegenheiten und Städtepartnerschaft war Gold dennoch erstaunt, dass der Rückgang in 2020 nicht ganz so dramatisch war.
Stefanie Süß, Leiterin der Tourist-Info und des Museumsquartiers, durfte dem Gremium am Mittwoch im Kettelerhaus die aktuellen Zahlen vorlegen. Dabei verzeichnete sie 2020 insgesamt 28 112 Übernachtungen. Ein Jahr zuvor seien noch 38 019 Übernachtungen gezählt worden. Ausschlaggebend für den Rückgang sei zunächst der Lockdown ab Mitte März bis Pfingsten 2020 gewesen. Dann beeinflussten die Bilanz das vorläufige Beherbergungsverbot im Oktober und ab November das Verbot von touristischen Übernachtungen.
Verweildauer steigt
Angesichts der Einschränkungen wäre ein deutlicherer Rückgang zu erwarten gewesen. Stefanie Süß erklärte, dass die meisten Übernachtungen in der Region in den Sommermonaten erfolgen würden und hier hätte es keine Einschränkungen gegeben. Auch seien viele Pendler aufgrund der Grenzschließungen in den Betrieben untergekommen. In der Bilanz würde sich das auch in der Verweildauer niederschlagen. Diese Zahl stieg 2020 weiter an. Durchschnittlich verbrachten die Gäste rund 4,7 Tage in der Region, im vergangenen Jahr waren es 4,2 Tage. Nur einen leichten Rückgang verzeichnet man bei der Bettenzahl. So stehen in Tirschenreuth und in den Ortsteilen insgesamt 296 Gästebetten und damit vier weniger als 2019 zur Verfügung. Bei einem Blick auf die Übernachtungszahlen seit 2010 war nicht nur Peter Gold von dem aktuellen Ergebnis überrascht. So wurden 2010 zum Jahresende insgesamt 26 063 Übernachtungen gezählt. Die Zahl kletterte auf 29 348 Übernachtungen im Gartenschaujahr 2013, verzeichnete 2014 dann einen leichten Rückgang auf 28 144 hin, um dann beständig anzusteigen auf 38 530 Übernachtungen vor zwei Jahren.
Zum Stellplatz für Wohnmobile am Fischhofpark erläuterte der Zweite Bürgermeister, dass die Stadt für die Verbesserungsmaßnahme die ruhigere Zeit nach dem Sommer abwarten wird. Die Planungsaufträge würden jetzt vorgenommen. "Heuer wird der Platz aber nicht mehr fertig", dämpfte Gold die Erwartungen. Franz Heinrich (Grüne) fragte nach, ob die Gäste mit den Wohnmobilen in der Übernachtungsstatistik erfasst würden. Nach dem Gesetz müssten sich wohl auch diese Gäste melden, wusste die Leiterin der Tourist-Info, doch hätte man keine Handhabe. Ein Weg, diese Zahl der Gäste zu erfassen, wäre über die Verbrauchsgebühren, etwa für den Strom.
Große Nachfrage
Peter Gold konnte sich bei der künftigen Nutzung des Wohnmobil-Stellplatzes eine Verbrauchspauschale vorstellen. Den Bedarf für den Platz wollte er nicht infrage stellen. Der Trend gehe hin zu den Mobilunterkünften. Mario Franz (Freie Wähler) gab Gespräche mit Wohnmobil-Besuchern wieder, die eine Fläche am Parkplatz beim Landratsamt für nicht so geeignet erachten.
Nachdem jetzt wieder Übernachtungen möglich seien, wollte Jürgen Steinhauser (Freie Wähler) wissen, ob schon Angaben vorliegen. Stefanie Süß konnte zumindest für den Bereich "Urlaub auf dem Bauernhof" von ersten Gesprächen mit Anbietern berichten. Und die würden von einer außergewöhnlichen Nachfrage berichten.















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