24.05.2020 - 10:40 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Mit Trinkwasser sparsam umgehen

Alarmierend hohe Wasserentnahmen meldet die Steinwaldgruppe. Der Verbrauch lag Ende April schon auf dem Niveau von August 2017.

Bei der Verbandsversammlung der Steinwaldgruppe dabei waren der neue Tirschenreuther Landrat Roland Grillmeier (von links), der verabschiedete Landrat Wolfgang Lippert, Verbandsvorsitzender Landrat Andreas Meier, Geschäftsleiter Bernhard Eigner und Betriebsleiter Matthias Götz.
von Josef RosnerProfil

Zweckverbands-Vorsitzender Andreas Meier bat daher allgemein, sehr sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Die Mitglieder der Steinwaldgruppe tagten erstmals am Landratsamt Tirschenreuth, um die in Corona-Zeiten nötigen Abstände einhalten zu können.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Wirtschaftsplan 2020 mit Erträgen von 2,78 Millionen Euro, Aufwendungen von 2,76 Millionen Euro und Investitionsmaßnahmen von 1,25 Millionen Euro. Geschäftsleiter Bernhard Eigner stellte die Zahlen näher vor. So sei der Wasserverkauf mit 3,02 Millionen Kubikmetern vorgesehen und mit 2,56 Millionen Euro größter Einnahmeposten. Weitere Einnahmen erhofft sich der Zweckverband durch Rückerstattung aus Stromsteuer sowie Dienstleistungen für Gemeinden.

Dem gegenüber stehen erwartete Ausgaben von rund 590.000 Euro für Strombezug – trotz europaweiter Ausschreibung und großen Anstrengungen, die Energieeffizienz zu verbessern. So sollen in Fortführung des bisherigen Programms drei energieeffiziente Pumpen 48.000 € für einen Tiefbrunnen und zwei Pumpwerke ebenso beschafft werden wie neue Druckstoßkessel. Deren Einbau wird in Eigenregie erledigt. Auf dem Plan stehen weiter Ersatzbeschaffungen für das Leitungsnetz, die Erneuerung der Toranlage im Hauptwasserwerk sowie der Umbau elektrischer Anlagen und allgemeiner Unterhalt vom Filtermaterial bis zur Untersuchung von Wasserproben. Der gesamte Materialaufwand beträgt rund 788.000 Euro.

Beim Personalstand soll sich nichts ändern. Hier sind 647.000 Euro für die insgesamt 11 Beschäftigten, darunter mehrere Teilzeitkräfte, vorgesehen. Größter Aufwandsposten sind die Abschreibungen mit 1,01 Millionen Euro, während der restliche betriebliche Aufwand 88.000 Euro beinhaltet. Hier sind Beratungsleistungen sowie Verbands- und Versicherungsbeiträge veranschlagt. Der Schuldenstand sinkt zum Jahresende auf nur noch 156.000 Euro.

Die Sanierung von Tiefbrunnen 7 wird abgeschlossen, hier wird mit Ausgaben von 395.000 Euro gerechnet. Im Herbst soll dann die Sanierung von Tiefbrunnen 2 folgen, hier sind zunächst 170.000 Euro eingeplant. Weitere Ausgabe betreffen die Sanierung der Hochbehälter Pfaben und Wäldern, Vorbereitungen der Verbundleitung von Schirmitz nach Etzenricht, die Beantragung neuer Wasserrechte sowie Ersatzbeschaffungen für den Betrieb und planmäßige Tilgung. Finanziert werden diese Ausgaben durch Abschreibungen sowie einem Abbau flüssiger Mittel von 225.000 Euro.

Im Finanzplan bis zum Jahr 2023 ist die Errichtung der genannten Verbundleitung mit mehr als 4 Millionen Euro größter Posten. Daneben stehen im Gewinnungsgebiet Oed der Ausbau und die Beileitung von neuen Brunnen, die Sanierung bestehender Tiefbrunnen sowie die Revitalisierung von Rohrleitungen mit einem Investitionsvolumen von rund 14 Millionen Euro auf dem Plan. Dies ist notwendig, um den Anforderungen der Gemeinden mit einem mittelfristig erwarteten höheren Verbrauch gerecht zu werden und die Versorgungssicherheit weiter gewährleisten zu können.

Auf Vorschlag des Verbandsvorsitzenden Andreas Meier wurde der Haushalt mit einem Gewinn von 15.700 Euro einstimmig verabschiedet. Der seit 2018 erhöhte Verbrauch, so Betriebsleiter Matthias Götz, hinterlasse Spuren beim Trinkwasser, dessen Stand kontinuierlich sinke.

Hintergrund:

Gutes Zeugnis im Unternehmensvergleich

In der Verbandsversammlung wurde der Bericht zum Unternehmensvergleich, dem bayernweiten Benchmarking-Projekt, vorgestellt. Der Zweckverband nimmt daran seit Jahren erfolgreich teil. So seien durch durchdachtes Wirtschaften die Gesamtkosten unter die Vergleichswerte anderer Wasserversorgungsunternehmer gedrückt worden, hieß es. Verantwortlich dafür seien niedrige laufende Kosten sowohl für Technik als auch in der Verwaltung. Ebenso habe der Zweckverband deutlich günstigere Energiekosten generiert, wobei der überwiegende Energieverbrauch auf Aufbereitung und Gewinnung entfällt, da das Wasser aus Tiefbrunnen gepumpt werden muss. Hervorgehoben wurden in dem Bericht auch die unterdurchschnittlichen Schadensraten im Netz.

Trotz Bevölkerungsrückgangs sei der Wasserbedarf weiter gestiegen. An Spitzentagen seien die wiederholt gestiegenen verfügbaren Ressourcen zu erwähnen, die Wasserqualität sei vergleichsweise hoch, die Versorgungsqualität überwiegend positiv. Nachhaltig sei die solide Finanzausstattung. Auf den guten Anlagenzustand wurde ebenso hingewiesen wie auf die Mitarbeiterweiterbildung.

Damit das Wasser jederzeit aus den Hähnen sprudelt, sind enorme Aufwendungen nötig.

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