20.05.2020 - 15:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wasser nicht vergeuden: In Weiden und Neustadt ausgesprochen trocken

Noch kann nicht von einer Hitzeperiode die Rede sein. Doch schon gibt es die ersten Appelle zum Wassersparen. Beim Verbrauch fallen in Stadt und Land aber doch einige Unterschiede auf.

Der regenarme April ließt Gartenfreunde vor allem im Landkreis öfter denn je zum Schlauch greifen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Ende April traf sich der Werkausschuss der Steinwaldgruppe. Der Zweckverband versorgt rund 35 Kommunen in den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth mit Trinkwasser. Geschäftsführer Bernhard Eigner zog bei der Versammlung einen bemerkenswerten Vergleich: "Um Ostern herum waren die Verbräuche wie im August 2017." Ein Signal für lupenreine Trockenheit.

Das bringt einige Gemeinden in Verlegenheit, die nicht über Tiefbrunnen verfügen, sondern ihr Wasser aus oberflächennahen Quellen beziehen. Landrat Andreas Meier legte als Vorsitzender des Werkausschusses seinen Bürgermeistern deshalb schon mal sorgsamen Umgang mit den Wasser ans Herz. Freilich: Ein Großteil davon geht auf das Konto der Verbraucher. Die hätten zur Frühlingsblüte auch gern einen grünen Rasen. Dem musste man im regenarmen April eben öfter mit dem Gartenschlauch nachhelfen als in früheren Jahren.

Eigner liefert dazu Daten von Niederschlagsmessungen im Wasserwerk Oed bei Parkstein. Demnach fielen zwischen März und Mitte Mai dieses Jahres 76 Liter pro Quadratmeter. 2019 waren es 178 Liter und im Jahr davor 104 Liter. Allerdings ist der Mai noch nicht zu Ende. 2019 brachte er 72 Liter Niederschlag, heuer sind es bislang 25 Liter. "Das ist eine Momentaufnahme und kein Grund zur Sorge", betont Eigner und nennt ein Beispiel.

Grundwasserpegel sinken

2019 habe sich die Lage in den heißen Monaten Juni und Juli zugespitzt, dafür habe der feuchte August Einiges wettgemacht. Trotzdem: "Dauerhaft kann man das nicht durch Grundwasserentnahmen ausgleichen." Die Steinwaldgruppe fördert bis aus 130 Meter Tiefe. Und glaubt man Landwirten, hätten die früher vor lauter Nässe im Februar mit Traktoren kaum auf ihre Felder gekonnt. Doch diesmal seien die reichlichen Niederschläge schnell nach untern weggesickert. "Ich bin vorsichtig mit Aussagen zum Klimawandel", gesteht Eigner. Dass sich etwas ändert sei aber offensichtlich.

Das alles heißt nicht, dass nun ständig steigende Wasserpreise drohen. Die Berechnung ist ein komplizierter Mix, der eher langfristig ausgelegt ist. Darin sind Investitionen und Abschreibungen ebenso eingerechnet wie Fixkosten, die sich in der Regel unabhängig vom Verbrauch bewegen. Die Verträge der Steinwaldgruppe mit den Gemeinden laufen fünf Jahre und verlängern sich dann um die gleiche Zeitspanne. Auffallend ist der Corona-Faktor. Obwohl wegen der Einschränkungen Aktionen wie Sportplatzbewässerungen weitgehend ausfielen und viele produzierende Betriebe Kurzarbeit anmeldeten, stieg der Verbrauch im März um durchschnittlich 10 Prozent. Eigner kann nur mutmaßen: "Eventuell ist es das längere Händewaschen."

Weiden fast unverändert

In der Stadt Weiden, die ihr Wasser von den Stadtwerken bezieht, sieht die Sache etwas anders aus. "Zurzeit haben wir keinen erhöhten Verbrauch", erklärt Stadtwerke Vorstand Johann Riedl. Im Gegenteil. Coronabedingt verzeichnet er sogar einen leichten Rückgang.

Das liege daran, dass Großverbraucher wie Thermenwelt und Schätzlerbad wegfallen. Das alles schlägt aber nur mit drei Prozent zu Buche. Vielleicht weil das viele Händewaschen dazwischenkam. Die Zahlen geben Anlass zu solchen Spekulationen. Riedl vergleicht die Märzwerte von 2018 bis 2020. Die waren trotz des jüngsten Lockdowns mit 250 000 Litern pro Kubikmeter in all den Jahren fast identisch. Lediglich im April sank der Verbrauch auf 240 000 Liter.

Auf Wasserball in Schätzlerbad und Thermenwelt müssen Sportfreunde noch verzichten. Der Lockdown in den Schwimmbecken schlägt sich bei den Stadtwerken in einem etwas niedrigeren Wasserverbrauch nieder.

Investitionen der Stadtwerke in ein neues Wasserwerk

Weiden in der Oberpfalz

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