16.02.2021 - 14:38 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in Zeiten von Corona

In der gegenwärtigen Situation der Coronakrise haben sich die Bedingungen, unter denen Menschen Sterben, Tod und Trauer erleben, stark verändert. Der ambulante Hospizdienst im Caritasverband Tirschenreuth bietet Hilfe an.

Menschliche Nähe und Unterstützung - auch das macht die Hospizarbeit aus.
von Externer BeitragProfil

Der ambulante Hospizdienst im Caritasverband Tirschenreuth will auch in der Coronakrise Betroffene unterstützen. Dazu haben die Koordinatorinnen Angelika Wegmann und Sonja Schnurrer ein Team von fast 40 ehrenamtlichen Hospizhelfern und Trauerbegleitern zur Verfügung. Bei der momentanen Situation stelle sich die Frage, wie man diese einschneidenden Stationen des Lebens, des Abschieds und der Trauer dennoch so erfahren kann, dass daraus bei allem Schmerz Trost entsteht.

„Für den Trauerprozess ist es wichtig, dass man würdevoll Abschied nehmen kann. Sterben gehört zum Leben und die Möglichkeit, am Sterbebett von den Liebsten Abschied zu nehmen, zur Würde des Menschen. Doch dem Ehepartner, dem Elternteil, dem Bruder oder der Schwester am Sterbebett beizustehen, ist für Angehörige wegen der Pandemie derzeit nur unter besonderen Voraussetzungen möglich", erläutern die Koordinatorinnen in einer Mitteilung.

Gemeinschaftliche Trauer

Die Erfahrungen würden zeigen, dass eine gute Begleitung sowie die eigene Beteiligung an den Formen und Ritualen im Abschiedsprozess normalerweise viel dazu beitragen können. Weil das Abschiednehmen und das Ausdrücken von persönlicher und gemeinschaftlicher Trauer für viele Menschen jedoch von großer Bedeutung seien, seien gute Ideen und Anregungen gefragt, wie dies auch unter den gegenwärtigen Bedingungen genügend Raum bekommen kann.

"Vieles von dem, was normalerweise üblich und möglich ist, geht unter den derzeitigen Einschränkungen nicht beziehungsweise nur sehr bedingt", schränken Wegmann und Schnurrer ein. Daher sei Kreativität gefragt, um Formen zu finden, die ein Mitvollziehen von Abschied ermöglichen und der individuellen und gemeinsamen Trauer Raum und Ausdruck geben.

Zeichen der Verbundenheit

Trauer brauche auch eine gegenseitige Unterstützung im sozialen Umfeld. Diese geschehe ohnehin häufig, meist durch Hilfe bei alltäglichen Dingen. Dies sei für viele Betroffene gerade in der Zeit zwischen Tod und Bestattung sowie in der ersten Zeit der Trauer sehr hilfreich. Angehörige, Freunde, Nachbarn und Bekannte könnten viel dazu beitragen, indem sie nachfragten, welche Art von Unterstützung gebraucht wird oder indem sie konkrete Angebote dazu machen. Zurzeit kann die Kommunikation oft nur über Messenger-Dienste, Telefonate, einen Gruß per Handy oder einen Brief stattfinden. Aber auch diese Wege sollten nicht unterschätzt werden, "denn sie können in Situationen, in denen körperliche Nähe nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, wichtige Zeichen der Verbundenheit sein".

Bei dem Wunsch nach einer intensiveren Begleitung in der Trauer, könne auch der ambulante Hospizdienst weiterhelfen. Eine Trauerbegleitung könne zu jeder Zeit der Trauer angefragt werden, bei Bedarf auch schon vor der Beisetzung. Für eine längerfristige Begleitung gebe es oft verschiedene Möglichkeiten. Zwar seien persönliche Einzelgespräche sowie der Austausch in Gruppen von ähnlich Betroffenen zurzeit ausgesetzt, doch stünden die Kontaktpersonen für eine telefonische Beratung und Begleitung zur Verfügung.

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Hintergrund:

Hospizdienst der Caritas Tirschenreuth

  • Team von fast 40 ehrenamtlichen Hospizhelfern und Trauerbegleitern
  • Kontakt: 0151/74309155
Koordinatorin Angelika Wegmann: "Das Abschiednehmen vom Verstorbenen spielt für die Trauer eine große Rolle und kann nicht mehr nachgeholt werden."
Koordinatorin Sonja Schnurrer: "Sterben gehört zum Leben - und die Möglichkeit, am Sterbebett von den Liebsten Abschied zu nehmen gehört zur Würde des Menschen."
Ehrenamtliche Begleiterin Johanna Wührl: „Der Mensch und seine Geschichte stehen im Mittelpunkt."

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