18.03.2021 - 13:21 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Das Unwort des Jahres 2020 sollte eigentlich "verschieben" lauten

Direktor Manfred Strigl war Prediger bei der 407.Wallfahrt in Tirschenreuth. Bei Gott zu sein ist "unverschiebbar", betonte der Pfarrer.

Anführer der 407. Monatswallfahrt war Pfarrer Manfred Strigl (Mitte), Direktor des Hauses Johannisthal. Links Stadtpfarrer und Regionaldekan Georg Flierl, rechts Kaplan Daniel Fenk.
von Konrad RosnerProfil

Für Pfarrer Manfred Strigl, Direktor des Hauses Johannisthal hätte das Unwort des Jahres 2020 "verschieben" heißen müssen. Denn was wurde nicht alles von 2020 auf 2021 verschoben, betonte der Geistliche bei der Monatswallfahrt. In diesem Jahr werde es wohl ähnlich sein. Es sei eine Art von "Verschieberitis" entstanden. Im christlichen Sinne sei jedoch das Verschieben schädlich.

Zu Beginn der 407. Wallfahrt für die Kirche freute sich Stadtpfarrer mit Pfarrer Manfred Strigl einen guten Bekannten begrüßen zu können. Er hatte schon mehrmals die Wallfahrt in Tirschenreuth angeführt hatte. Im Gebetsanliegen bat er all diejenigen mit einzubeziehen, denen es in der aktuellen Lage, sei es in Gesundheit, in der Arbeit, oder ältere Menschen, nicht gut gehe. Wichtig sei auch die Vertiefung des Glaubens. Und die Sorge um das ewige Heil sei das Allerwichtigste.

Die 406. Wallfahrt in Tirschenreuth wurde von Dr.Thomas Vogl angeführt

Tirschenreuth

Manfred Strigl eröffnete anschließend den Gottesdienst mit den Worten, "feiern wir die Gegenwart, die Gnade der Liebe Gottes". Nach dem Evangelium, vorgetragen von Kaplan Daniel Fenk, ging Prediger Manfred Strigl zunächst auf das Unwort 2020 sei, das eigentlich "verschieben" heißen sollte. Denn ob Urlaub, Hochzeit, Erstkommunion, Firmung – alles wurde verschoben, das Meiste auch zurecht. Aber, "stellt euch vor, Maria hätte gesagt, als der Engel bei ihr eintrat, ich hab jetzt keine Zeit, ich bin im Lockdown", was wäre draus geworden, warf er die Frage auf. Er fragte nach, könne man denn die Umkehr verschieben. Manche meinten bis einen Tag vor dem Tod, dies könne aber böse ins Auge gehen.

Er nannte drei Fälle, die auf keinen Fall verschoben werden können. Dazu gehöre auch sich zu Wort zu melden. Dies heiße auch zu danken, zu loben und zu preisen. In diesem Zusammenhang zollte der Regionaldekan Georg Flierl großes Lob für seinen Leserbrief im Neuen Tag zum neuen Buch von Doris Reisinger. Kritisch zu hinterfragen, sich zu Wort melden sei wunderbar.

Das Zweite sei, "daheim zu sein". Bei Gott daheim zu sein, sei unverschiebbar. "Denn ich werde bei Gott so angenommen, wie ich bin." Daraus entstehe Stärke. Man könne seiner Gnade gewiss sein – gerade auch jetzt, wo die Pandemie so manche Lebensträume durchkreuze. Der Glaube stärke aber. Obwohl einem der Zeitgeist zusetze und der Druck immer größer werde, sei es unverschiebbar, bei Gott daheim zu sein. Gerade die Christen sollten an den besseren Geist glauben, diesen Geist, den Maria erfüllte.

Der dritte Fall sei die Kultur der Achtsamkeit als Weg zum Frieden. Es brauche kreativen Mut. Damit sei Mitgefühl, Versöhnung, Heilung und Achtung gemeint. Der Prediger weiter, "wir sind zu guten Werken erschaffen, die unaufschiebbar sind".

Zum Schluss ging er noch auf die drei G's ein; ganz, gern und gleich, diese Schritte führen ins Leben. Den Gläubigen zollte er ein herzliches Vergelt's Gott zu ihrem Ja für "unaufschiebbar". Mit dem eucharistischen Segen endete die 407. Wallfahrt.

Musikalisch wurde der Gottesdienst in sehr eindrucksvoller Weise von Kornelia Cichon (Gesang und Orgel) sowie Ewa Pankowska umrahmt. Vor allem Ewa Pankowska sorgte mit ihrer tollen Gesangsstimme für Aufsehen. Die beiden Ministranten Simon Mehler und Franz Forster sorgten zudem wieder für einen optimalen Empfang per Livestream.

Ewa Pankowska imponierte mit ihrer tollen Gesangsstimme.
Die drei Konzelebranten am Altar (von links): Stadtpfarrer Georg Flierl, Pfarrer Manfred Strigl und Kaplan Daniel Fenk.
Simon Mehler und Franz Forster kümmerten sich um die Technik für den Livestream.
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