02.06.2020 - 16:38 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Der "Vater der E-Mobilität" im Landkreis

Die Grünen-Fraktion verabschiedete Franz Heinrich aus dem Kreistag Tirschenreuth. 13 Jahre lang gehörte er dem Gremium an. Sein Mandat tauscht er gegen einen Sitz im Stadtrat ein.

Verabschiedet aus der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wurde Franz Heinrich (Zweiter von rechts), der Tirschenreuther gehörte 13 Jahre lang dem Kreistag an. Neu im Gremium ist Josef Schmidt (Zweiter von links), hinzu kommen die Grünen-Kreisräte MdL Anna Toman (links) und Heidrun Schelzke-Deubzer, es fehlt Lisa Rauh.
von Josef RosnerProfil

Stühlerücken bei den Grünen: 13 Jahre lang, von 2007 bis 2020, gehörte der Tirschenreuther Franz Heinrich der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen an. Bei der Kommunalwahl schaffte der 68-jährige ehemalige Mittelschullehrer nicht mehr den Wiedereinzug.

Am Freitag verabschiedeten die Grünen nun Franz Heinrich nach der Sitzung im Kettelerhaus offiziell aus der Kreistagsfraktion. Kreisvorsitzende und Kreistagsfraktionsvorsitzende Heidrun Schelzke-Deubzer überreichte als kleines Dankeschön einen Gutschein für eine Zweitagesleihe für ein E-Bike, mit Einkehr und Brotzeit.

Es besteht übrigens durchaus die Chance, dass Heinrich in den nächsten sechs Jahren wieder in den Kreistag zurückkehrt. Er ist derzeit erste Nachrücker der vierköpfigen Fraktion, der neben Heidrun Schelzke-Deubzer, MdL Anna Toman (neu), Lisa Rauh und Josef Schmidt (neu) angehören.

In Umweltstation Waldsassen aktiv

Kreisvorsitzende Heidrun Schelzke-Deubzer lobte vor allem den Einsatz von Heinrich für den Klima- und Artenschutz. "Franz Heinrich ist der Vater der E-Mobilität im Landkreis Tirschenreuth." Durch seinen unermüdlichen Einsatz sei vieles in Bewegung gesetzt worden. "Ich kann mich ruhigen Gewissens verabschieden", meinte Heinrich selbst, der Lehrer an der Mittelschule Tirschenreuth war.

Als Fachberater war er auch für zahlreiche Lehrerfortbildungen verantwortlich. Als Mitarbeiter der Landesgruppe Umweltbildung an der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen hat er sich auch dort mit den Themen Klimawandel, Artenvielfalt und alternative Energien auseinandergesetzt und pädagogische Handreichungen für Lehrkräfte erstellt. Auch bei der Konzeption der Umweltstation Waldsassen war er von Anfang an dabei und ist dort auch heute noch aktiv.

In die Politik kam er zu Beginn der 80er Jahre bei den Demonstrationen gegen das Atommülllager Mitterteich. Auch dem Widerstand gegen die WAA in Wackersdorf war er beteiligt. In die Kommunalpolitik kam er nach eigenen Angaben "als Spätberufener": Am 23. November 2007 rückte er für den verstorbenen ehemaligen Grünen-Kreisrat Christian Rauh in den Kreistag nach.

Seine Arbeitsschwerpunkte waren der Kampf gegen den Klimawandel, das Energiesparen, der Bau von Photovoltaikanlagen auf Kreisgebäuden und auf der Mülldeponie Steinmühle, Errichtung von effizienten Windkraftanlagen an geeigneten Standorten als Bürgerbeteiligungsanlagen. Franz Heinrich räumte ein, nicht alles erreicht zu haben. "Für meine Nachfolger bleibt schon noch einiges zu tun."

Herausforderungen

Heinrich sieht neben der Klimakrise das Artensterben als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, welches auch im Landkreis Tirschenreuth angegangen werden müsse.

Eines wurmt Franz Heinrich dann doch ein wenig. "Würde ich dem neuen Kreistag angehören, hätte ich als Dienstältester dem neuen Landrat Roland Grillmeier den Amtseid abnehmen dürfen. Dies hat der Wähler leider verhindert." Politisch wird sich Heinrich nicht aufs Altenteil begeben. Seit dem 1. Mai gehört er erstmals für die Grünen dem Tirschenreuther Stadtrat an.

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