27.02.2019 - 11:43 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Mit der veränderten Zeit gehen"

Bereits an zehn Schulen im Landkreis Tirschenreuth gibt es Projekte zur Jugendsozialarbeit. Zum neuen Schuljahr steigt auch die Jobst-vom-Brandt-Grundschule Waldershof ein.

Zum neuen Schuljahr gibt es an der Jobst-vom-Brandt-Grundschule Waldershof eine Halbtagskraft, die sich um die Jugendsozialarbeit kümmert.
von Martin Maier Kontakt Profil

Bereits an zehn Schulen im Landkreis Tirschenreuth gibt es Projekte zur Jugendsozialarbeit. Zum neuen Schuljahr steigt auch die Jobst-vom-Brandt-Grundschule Waldershof ein.

Den Antrag auf Jugendsozialarbeit für ihre Einrichtung hatte Rektorin Petra Andritzky ausführlich begründet. Sie führte die steigende Zahl von Schülern mit Migrationshintergrund und die Zunahme von Kindern, die in instabilen Familienverhältnissen leben, an. Zudem würden immer mehr Mädchen und Buben mit sozialen Beeinträchtigungen an die Grundschule kommen.

"Mit der veränderten Zeit zu gehen, heißt für uns auch zu erkennen und zu handeln, wenn weitere Stellen für Personal geschaffen werden müssen", schrieb Andritzky. An ihrer Grundschule hätten in den vergangenen Jahren soziale und erzieherische Problem in starkem Maße zugenommen.

"Die Begründungen der Einrichtungen zeigen immer wieder das gleiche Spiegelbild: Der Bedarf an Jugendsozialarbeit an den Grundschule steigt", erklärte Jugendamtsleiter Emil Slany im Jugendhilfeausschuss des Landkreises. Daher unterstütze seine Behörde auch den Antrag aus Waldershof. Allerdings hatte er eine Einschränkung: Anstatt der gewünschten Vollzeitkraft plädierte er für eine Halbtagsstelle. Slany unterstrich dies mit dem Blick auf die Schülerzahlen (120 in Waldershof) und den Vergleich mit anderen Grundschulen im Landkreis.

Als positiv bewertete er, dass die Einrichtung mit der AWO schon einen Träger an der Hand habe. Da diese in der Kösseinestadt schon in der Ganztages- und Nachmittagbetreuung aktiv ist, hoffte Slany, dass die Grundschule zuverlässig eine Kraft bekommt.

Stellvertretender Jugendamtsleiter Peter Gold machte darauf aufmerksam, dass die Jugendsozialarbeit an den Schulen keiner mehr missen möchte: "Sie hat sich bewährt. Die Lehrer werden mit immer mehr Problemen konfrontiert, die eigentlich nichts mit der Schule zu tun haben." Schließlich stimmte der Jugendhilfeausschuss geschlossen für die Einrichtung von Jugendsozialarbeit an der Grundschule Waldershof im Umfang einer Halbtagsstelle.

Bericht über die erste Jugendsozialarbeiterin an einer Grundschule im Landkreis Tirscherneuth

Mitterteich
Hintergrund:

Jugendsozialarbeit-Projekte bestehen im Landkreis bisher an folgenden zehn Einrichtungen: Mittelschulen Tirschenreuth, Mitterteich, Waldsassen, Kemnath und Erbendorf, Förderzentren Immenreuth und Tirschenreuth, Berufliches Schulzentrum Wiesau, Grundschulen Mitterteich und Waldsassen (Diese Stelle ist aber derzeit noch unbesetzt). Jugendsozialarbeit an Schulen ist ein freiwilliges und kostenfreies Angebot der Jugendhilfe. Die jeweilige Fachkraft ist Ansprechpartner für alle Schüler der Einrichtung, für deren Eltern und Erziehungsberechtigten sowie für das Lehrpersonal. Sie bietet Beratung und Unterstützung bei persönlichen, familiären und schulischen Problemen.

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