„Zukunft braucht Erinnerung“, so lautet das Motto des Festakts am Dienstag, 4. Dezember, um 11 Uhr in Schloss Bellevue. 14 Frauen und 14 Männer werden mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Anlässlich des Tages des Ehrenamtes würdigt Steinmeier ihr herausragendes Engagement für die Gedenk- und Erinnerungskultur in Deutschland. Die Geehrten kommen aus allen Bundesländern sowie aus Frankreich und der Tschechischen Republik. Sie setzen sich für das Gedenken an Unrecht und Diktatur ebenso ein wie für die Erinnerung an die deutsche Freiheits- und Demokratiegeschichte.
Alexander Fried und Dorothea Woiczechowski-Fried haben beide jüdische Wurzeln und in ihrem Leben einiges erlebt. Mit Professor Frieds Lebensgeschichte könnte man ganze Bücher füllen. Alexander Fried wuchs in der damaligen Tschechoslowakei auf und hat während der NS-Herrschaft Zwangsarbeit, drei Konzentrationslager und einen Todesmarsch erleiden müssen. Der Großteil seiner jüdischen Familie ist von Deutschen ermordet worden. Sein eigenes Überleben sieht der Historiker als Verpflichtung an, von seinem Schicksal Zeugnis zu geben. Deshalb wirkt er bei Seminaren in der Lehrerfortbildung und ist bis heute in zahllosen Zeitzeugengesprächen mit Jugendlichen aktiv. Unterstützt wird er dabei von seiner Ehefrau, die als Tochter einer jüdischen Mutter eigene biographische Bezüge zum Holocaust hat. Aber Dorothea Woiczechowski-Fried engagiert sich auch darüber hinaus. Nach ihrer Pensionierung war die Kinderärztin bei mehreren Hilfseinsätzen in Afrika und Asien aktiv und sie engagiert sich im Landkreis Tirschenreuth für das Programm ""Demokratie Leben in der Mitte Europas"". Dort vermittelt sie vor allem Kenntnisse über die jüdische Religion und wirkt gegen Antisemitismus. 2016 heiratete das Paar, das vorher schon zwölf Jahre zusammenlebte, in der Hohen Synagoge in Prag.













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