17.09.2021 - 13:24 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Vernissage im MQ in Tirschenreuth: Peter Gold singt und Franz Stahl outet sich mit einer Karikatur

Kein bisschen langweilig gestaltete sich die Vernissage der neuen Ausstellung im Museumsquartier. Die Karikaturen von Künstlern aus Europa zum Thema "Deutsch-französische Freundschaft" wurden ausgesprochen unterhaltsam präsentiert.

von Ulla Britta BaumerProfil

Kunst kann beflügeln und wenn wegen Corona nur eine abgezählte Besucherschar an einer Vernissage teilnehmen darf, müssen eben die Bürgermeister für eine stilvolle und unterhaltsame Vernissage selbst sorgen.

Was alles möglich ist, bewiesen im Museumsquartier Bürgermeister Franz Stahl und Zweiter Bürgermeister Peter Gold. Franz Stahl übernahm die Aufgabe, die Gäste zu begrüßen und in die Ausstellung mit Karikaturen von europäischen Künstlern zum Thema "Deutsch-französische Ferundschaft" einzuführen. Peter Gold, der auch Vorsitzender des Städtepartnervereins ist und von Stahl lachend als "Außenminister von Tirschenreuth für französische Angelegenheiten" betitelt wurde, erklärte anhand der deutsch-französischen Geschichte, warum die Freundschaft zwischen den beiden Ländern einen derart hohen Stellenwert in Europa hat. Enge Verbindung mit dem Nachbarland seien alles andere als selbstverständlich. Hintergrund der sehr unterhaltsamen Vernissage ist der Umstand, dass auch Tirschenreuth über eine Städtepartnerschaft eng mit Frankreich verbandelt ist. Die "Hochzeit" fand vor 20 Jahren statt mit La Ville du Bois.

Keine Feier zum Hochzeitstag

Stahl erzählte von vielen gemeinsamen Veranstaltungen und war sehr traurig, dass ausgerechnet zum "20. Hochzeitstag" wegen Corona eine große gemeinsame Feier mit den Partner nicht möglich sei. Aber die Feier werde nachgeholt, versprach der Bürgermeister. Die Ausstellungseröffnung sollte ein klein wenig ein Ersatz sein für das Versäumte. Wie lange Städtepartnerschaften mit Frankreich, von denen es in Deutschland nun über 2000 gebe, anhalten, erzählte Stahl den Gästen an einem "lebenden Beispiel". Unter den Gästen befanden sich auf Einladung des Museumsquartier-Teams Ursula Müller und ihre französische Freundin, Patricia Blaise. Die beiden Frauen, beide im Alter um die 70 Jahre, sind seit 50 Jahren befreundet. Kennengelernt haben sie sich bei der Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Waldsassen und Marcoussis vor genau 50 Jahren. Leider, so berichteten sie weiter, hätten auch Waldsassen und Marcoussis das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft im vergangenen Jahr wegen Corona nicht feiern können.

Peter Gold ging weit zurück in der Geschichte und ließ mit einem kurzen Abriss über die Kriege zwischen Deutschland und Frankreich schlimme Zeiten wieder aufleben. Von einer Erz- oder Erbfeindschaft, wie damals, könne und solle man aber heute nicht mehr sprechen, wünschte sich der Frankreichkenner und -liebhaber. "Wenn ich über die Grenze fahre, bin ich sofort nicht mehr pünktlich", schwärmte Gold von der lockeren Lebensart der Franzosen. Was Franz Stahl lachend mit "Das bist du daheim auch nicht immer" konterte. Zu den Karikaturen meinten Stahl und Gold, dass sie hervorragend die Situation der Länder über Jahrzehnte hinweg demonstrierten würden, mal witzig, sarkastisch, aber auch durchaus ernst. Neben der gesellschaftlichen Seite werde die Politik anschaulich dargestellt bis hin zu wechselseitigen Charakteren in der Corona-Pandemie.

Karikatur braucht Mut

Wer von sich eine Karikatur anfertigen lasse, sei sehr mutig, meinte Gold. Denn diese zeige nie das wirkliche Aussehen. Als Beispiel holte er schmunzelnd eine Karikatur von Bürgermeister Franz Stahl hervor, der ihn lachend gewähren ließ. Krönung der Eröffnungsfeier war der musikalische Beitrag. Um mehr Gäste an der Zahl einladen zu können, hat das Museumsquartier-Team auf Musiker verzichtet und dafür Peter Gold gebeten, doch einmal wieder die Gitarre herauszuholen. Gold kam diesem Wunsch gern nach und schlug ein französisches Lied an. Gold und Stahl richteten abschließend die Bitte an die Schulen, sich rege diese Ausstellung anzuschauen. "Ich werde gern auf Wunsch eine Führung machen", bot Frankreichkenner Gold an.

Die Karikaturen können noch zu den üblichen Öffnungszeiten des Museumsquartiers bis 22. Oktober besichtigt werden.

 

 

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