17.01.2019 - 17:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Vier Interessenten für Kindergarten

Mit Bauvorhaben ist die Kreisstadt durchaus gut bestückt. Doch nicht immer stoßen die Pläne auf Begeisterung. Mitunter verweigern die Stadtoberen das gemeindliche Einverständnis.

Das Grundstück im Gebiet "An der Glashütte" gehört der Stadt. Mit der Aufhebung des bestehenden Bebauungsplans soll die Möglichkeit für eine Wohnbebauung geschaffen werden.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Stützmauern, die Regenwasser zum Nachbarn "umleiten", Bauvorhaben im Garten, aber auch "offene Positionen" bei Bebauungsplänen sorgten bei der Sitzung des Ausschusses für Bau- und Umweltwesen, Stadtentwicklung und Stadtplanung für Diskussionen. Legt das Gremium sein Veto ein, ist es natürlich die Genehmigungsbehörde Landratsamt, die das letzte Wort hat.

Bei der Aufhebung des Bebauungsplanes für den Bereich "An der Glashütte" gab sich Bürgermeister Franz Stahl optimistisch. So seien bei der öffentlichen Auslegung keine "grundsätzlichen Problempunkte" aufgetaucht. Zwar wäre es laut Regierung nicht nötig gewesen, doch das Landratsamt hat uns dieses Vorgehen ans Herz gelegt, begründete Stahl. Durch den Schritt könnte jetzt auch eine Wohnbebauung der vier betreffenden Grundstücke erfolgen. Die gehören übrigens der Stadt. Durch einen Grundstückstausch hätte man die Flächen bekommen, berichtete Stahl über diese Chance, hier Baulücken schließen zu können.

Ganz so begeistert wollte sich Karl Berr (Wählergemeinschaft Umwelt) nicht geben. Zwar gefiel ihm die Vorstellung, eine Wohnbebauung zu ermöglichen, doch erinnerte sich Berr an einen Vorstoß für einen Sechs-Familien-Wohnblock. Und den wollte er vor einer Zustimmung vom Tisch haben. Eine hundertprozentige Garantie konnte Stahl aber nicht geben, allerdings hätte die Stadt alle rechtlichen Möglichkeiten. Und ein entsprechender Bauantrag würde nicht vorliegen, wollte der Bürgermeister beruhigen.

Zweifel von Karl Berr

Für Karl Berr war das nicht genug. "Ich vertrete die Interessen der Anlieger", betonte der Vertreter der Wählergemeinschaft Umwelt. Und die wollten eben die massive Bebauung ausgeschlossen haben. "Das haben wir selbst in der Hand", erläuterte Stadtbaumeister Andreas Ockl die Möglichkeiten, auf die Bebauung Einfluss zu nehmen. Peter Gold (CSU) konnte die Haltung seines Kollegen nicht verstehen, zumal durch die Nutzung der innerstädtischen Baulücken auch die Erschließung neuer Gebiete nicht notwendig werde. "Sie verweigern sich einer städtebaulichen Entwicklung", kritisierte Stahl, ohne Karl Berr umstimmen zu können. Gegen seine Stimme wurde beschlossen, dass der Stadtrat die Aufhebung des Bebauungsplanes vornehmen soll. Keine Hürden stellte das Gremium beim Bebauungsplan für den neuen Kindergarten an der Altstadt auf. Im Juli vergangenen Jahres hatte der Stadtrat den Bau des vierten Kindergartens in der Kreisstadt beschlossen. Die Einrichtung soll zwei Gruppen sowie zwei Krippengruppen umfassen und auf der Flächen zwischen Großparkplatz und Ringstraße entstehen. Karl Berr verwies darauf, dass eine Bodenuntersuchung erfolgen sollte. Stadtbaumeister Andreas Ockl erläuterte, dass dies im Zuge der Bauplatzuntersuchung vorgesehen sei. Im Altlastenkataster fänden sich jedoch keine Einträge, wusste Ockl.

Bildungsgürtel um Altstadt

Den Bedarf für einen vierten Kindergarten bezeichnete der Bürgermeister als einen "sehr glücklichen Umstand". Damit werde auch der Bildungsgürtel um die Altstadt weiter ergänzt. So fänden sich im Ortskern etwa die Mittelschule, Leben Plus oder künftig auch Studienmöglichkeiten. Für den Betrieb des neuen Kindergartens hätten vier Interessenten Anfragen abgegeben. Entscheidend sei auch, so Stahl, wer in die "Philosophie der Stadt" passe. Ende Februar will die Stadt mitteilen, wer den neuen Kindergarten betreiben soll. Die Fertigstellung des Gebäudes ist bis September 2020 geplant. Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, dass der Stadtrat die Aufstellung des Bebauungsplanes beschließen soll.

Ärger mit Stützmauer

Eine Stützmauer, mit der der Bauherr Oberflächenwasser von benachbarten Feld ablenkt, sorgte im Ausschuss dann für wenig Begeisterung. Mit einem Tekturplan wollte der Antragsteller die Mauer nachträglich absegnen lassen. Vom Landratsamt war die Errichtung beanstandet und die Tektur angeregt worden. Doch der Schritt führte nicht zum Erfolg. "Die Mauer steht schon", ärgerte sich Norbert Schuller von den Freien Wählern. Bürgermeister Franz Stahl wusste von dem generellen Wasser-Problem durch das Feld oberhalb des Baugebiets "Sternwarte" . Deshalb will die Stadt durch einen Graben Abhilfe schaffen. Das eigenmächtige Handeln stieß auf die Ablehnung im Ausschuss - und die geschlossene Ablehnung des Tektur-Antrags.

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