12.01.2020 - 11:49 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Vitrinen voller Terrinen im Museumsquartier

Jeder kennt wohl den Suppenkaspar aus dem "Struwwelpeter". Der passt hervorragend zu einer neuen Ausstellung in der Porzellanabteilung im Museumsquartier. Sie zeigt Geschirr, in dem die flüssigen, heißen Köstlichkeiten serviert werden.

Diese beiden Lausbuben hat Heide Brand aus Porzellan gefertigt. Schon alleine das Material prädestiniert sie für die Porzellan-Abteilung im MQ. Und den Suppenkaspar nimmt man ihnen durchaus auch ab. Die neue Präsentation ist täglich außer montags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Leicht abgewandelt zum Original ist die Präsentation mit "Der Suppenkasper" überschrieben. Zur Dekoration der Unikate hat die Tirschenreuther Puppenmacherin Heide Brand fast lebensgroße Puppen beigesteuert. Den frechen Porzellan-Gesichtern dieser Lausbuben nimmt man das berühmte Zitat des Suppenkaspars "Nein, meine Suppe ess' ich nicht" sofort ab. Eine schöne Idee, mit der die Präsentation doch sehr aufgewertet wird.

Zeitraum von 150 Jahren

Denn in erster Linie geht es nicht um diese Frechdachse, sondern um Suppenterrinen aus 150 Jahren, die in Tirschenreuth gefertigt wurden. "Diese Waren waren bis 1920 unter Tirschenreuther Porzellan bekannt, danach übernahm die Hutschenreuther AG Firma und Geschäfte", erklärt zweite Vorsitzende des Fördervereins Porzellan, Herta Bayreuther, auf deren Initiative die neue Präsentation zurückgeht.

Auf die Idee kam sie auch, weil immer wieder Leute im Geschäft nach Suppenterrinen aus Porzellan gefragt hätten. Die gäbe es nämlich heute kaum mehr zu kaufen. Im Depot des Porzellanmuseums stünden dagegen etwa 70 dieser edlen Porzellane. Im November des vergangenen Jahres begannen Fördervereins-Vorsitzender Christian Münch seine Stellvertreterin Herta Bayreuther und die Mitglieder Edeltraud Riederer, Brigitte Breusch-Veittinger, Franz Trottmann und Elisabeth Wurm sowie die Puppenkünstlerin Heide Brand mit dem Aufbau der neuen Präsentation.

Bis Ende des Jahres

Die Ausstellung dauert bis Ende dieses Jahres. "Ich habe bereits Ideen für die Folge-Ausstellung im Kopf", verrät Herta Bayreuther, ohne konkreter zu werden.

Ab 1899 wurde die Serviceform „Carmen“, zu der diese in purpur und gold handbemalte Terrine gehört, gefertigt.
Form „Salzburg“ ab 1978.
Information:

Die Zierde jeder Tafel

Was man unter einer Terrine genau versteht, erklärt Herta Bayreuther so: "Es handelt sich dabei um eine tiefe Schüssel mit Deckel, meist mit zwei Henkeln. Schon im 17. Jahrhundert wurden Suppenterrinen dem Tafelgeschirr beigefügt. Eine Terrine kann aus Zinn, Silber, Keramik oder eben aus Porzellan sein. Als große Familienfeste noch zu Hause gefeiert wurden, war die Suppenterrine die Zierde jeder Tafel."

Mehr Informationen zum Museumsquartier Tirschenreuth

Eine Terrine der Form "Melodie" mit Blumendekor aus dem Jahr 1969.

Ich habe bereits Ideen für die Folge-Ausstellung im Kopf.

Herta Bayreuther

Herta Bayreuther

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