21.02.2020 - 12:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Vogelzählung im Landkreis Tirschenreuth: Eichelhäher im Anflug

Immer zu Jahresbeginn geht die Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ über die Bühne. Die Ergebnisse für den Landkreis Tirschenreuth weichen 2020 im Bayern-Vergleich ab.

Der Feldsperling fühlt sich offensichtlich sehr wohl im Landkreis Tirschenreuth.
von Ulla Britta BaumerProfil

Immer zu Jahresbeginn geht die Vogelzählung "Stunde der Wintervögel" über die Bühne. Die Ergebnisse für den Landkreis Tirschenreuth weichen 2020 im Bayern-Vergleich ab.

Die Zählung richtet der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) aus. Pressesprecherin Sonja Dölfel nennt für 2020 die Eckdaten. Der Haussperling macht bayernweit in den Gärten das Rennen als am häufigsten gesehener Singvogel. Dagegen ist es im Landkreis Tirschenreuth der Feldsperling, der sich mit Abstand den ersten Rang gesichert hat. Im Vergleich ist der Feldsperling in der Oberpfalz am zweiten Platz, bayernweit nimmt er nur den vierten Platz ein.

Jedes Jahr ruft der LBV Gartenbesitzer zur Vogelzählung auf. Diesmal waren es im Landkreis 119 Teilnehmer in 95 Gärten, die teilgenommen haben. Insgesamt wurden 3769 Vögel gezählt. Im Schnitt errechnete der Landesbund 39,67 Vögel pro Garten. Die Zählung erfolgt freiwillig und ehrenamtlich. Zum Vorjahr nahmen 17 Vogelliebhaber weniger teil.

Der Eichelhäher landete im Landkreis Tirschenreuth von Platz 20 im Vorjahr geradezu sprunghaft auf Platz 9.

Mit 761 Exemplaren hat sich der Feldsperling im Landkreis Tirschenreuth auf Platz 1 behauptet. Mit 685 Zählungen folgt auf Platz 2 die Kohlmeise, weit dahinter liegt die Blaumeise mit 455 Exemplaren auf Platz 3. Der Haussperling, der in Bayern aktuell am weitesten verbreitet ist, nimmt in Tirschenreuth mit 453 gezählten Exemplaren Platz 4 ein. Amseln wurden lediglich 225 gezählt (Rang 5), gefolgt vom Erlenzeisig auf Rang 6 mit 148, dem Grünfink auf Rang 7 mit 145, der Elster auf Rang 8 mit 135 und dem Eichelhäher auf Rang 9 mit 109 gezählten Exemplaren. Den 10. Platz hat sich der Stieglitz im Landkreis gesichert, sein Vorkommen erreicht mit 85 keine dreistellige Zahl mehr.

Interessant findet Dölfel das Ergebnis des Erlenzeisigs, der im Landkreis einen Platz nach hinten gerutscht ist gegenüber dem Vorjahr. Denn bayernweit habe bei dem Einflieger aus Skandinavien ein sehr guter Einflug im vergangenen Jahr stattgefunden, was die Zahlen insgesamt nach oben getrieben habe. "Finden die Erlenzeisige, typische Wintergäste, in Nordeuropa wegen der Kälte keine Nahrung mehr, ziehen sie in den Süden", erklärt die Pressesprecherin. Auffällig nennt sie das Ergebnis beim Eichelhäher, der mit 109 gesichteten Exemplaren von Platz 20 auf Platz 9 aufgestiegen ist. Dölfel schreibt dies der reichen "Eichelmast" in Osteuropa zu, die auch im Landkreis Tirschenreuth stattgefunden habe. Eicheln gehören zur Hauptnahrung der Eichelhäher.

Zum Klimawandel und dessen Auswirkungen erklärt die Expertin, der Zeitraum sei noch zu kurz, um Aussagen über Veränderungen machen zu können. Es seien noch keine direkten Reaktionen der heimischen Singvögel feststellbar, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden könnten.

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