Die Spannung im Mehrzweckraum ist spürbar, wenige Minuten vor 18 Uhr: Gleich werden die ersten Prognosen veröffentlicht, wie die Parteien bei der Landtagswahl abgeschnitten haben. Alle im Raum richten den Blick auf den Fernsehbildschirm, verfolgen die Berichterstattung aus München.
Im Landratsamt sind Medienvertreter und Mitarbeiter der Behörde noch in der Überzahl gegenüber den Politikern: An einem Stehtisch Landrat Wolfgang Lippert (Freie Wähler) und Toni Dutz (CSU). Zwei Meter daneben: Stefan Löw (AfD) und seine Frau Katja. Nach der Bekanntgabe der ersten Prognosen im Fernsehen dauert es gut eine Stunde, bis die regionalen Ergebnisse eintreffen. In den Wahllokalen des Stimmkreises Tirschenreuth wird derweil gezählt. Doch auf der Leinwand, auf der später die Auswertungen zu sehen sind, passiert noch lange nichts. Bis gegen 19 Uhr: Die Gemeinde Vorbach ist diesmal die schnellste. In dem Ort im Landkreis Neustadt/WN sind alle Stimmbezirke ausgezählt, werden die Ergebnisse nach Tirschenreuth ins Rechenzentrum im Erdgeschoss des Landratsamts überspielt.
Dann geht es Schlag auf Schlag: Karin Hauser-Dötterl bringt die Ausdrucke ein Stockwerk höher herauf. Zuerst pinnt die Mitarbeiterin die Schnellmeldungen noch selbst an die vorbereiteten Stellwände unter die Namen mit den einzelnen Orten. Dann greift Nina Scharnagl mit ein: Die Studentin an der FH Hof ist zurzeit Praktikantin im Landratsamt und platziert die Meldezettel, während Karin Hauser-Dötterl ständig die Treppen rauf und runter läuft und neue Ausdrucke bringt. Toni Dutz notiert bei jeder neuen Prognose, die im Fernsehen unten am Bildschirm eingeblendet wird, die einzelnen Prozent-Werte der Parteien. Unterdessen treffen immer mehr Politiker aus der Region ein - Bürgermeister Bernd Sommer aus Waldsassen, SPD-Kreisvorsitzender Rainer Fischer und einer seiner Stellvertreter, Thomas Döhler, MdL Tobias Reiß und Bürgermeister Franz Stahl. Sie alle studieren die Ergebnisse aus den jeweiligen Orten. "Sag' schöne Grüße, wenn du jemand triffst", ruft Dutz später Stahl hinterher, als der sich verabschiedet. "Das ist nur mit Galgenhumor zu ertragen", flachst Dutz in Anbetracht der Verluste der etablierten Parteien.













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