07.07.2020 - 14:33 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Webcams liefern täglich Bilder aus den Adlerhorsten

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Seltenes, Alltägliches, Außergewöhnliches, mitunter Kurioses liefern die 13 Wildkameras aus den Adlerhorsten im Landkreis Tirschenreuth. Während der Brutsaison liefern sie jeden Mittag Punkt zwölf Uhr je ein Bild aus jedem Nest.

Am 27. Juni um 12 Uhr und 2 Sekunden lieferte Kamera Nummer 11 dieses Bild einen äußerst späten Bruterfolg aus dem Fischadlerhorst. Die Temperatur betrug 29 Grad Celsius.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Die Adlerhorste im Landkreis Tirschenreuth sind gut überwacht. Schließlich sind 13 Wildkameras auf sie gerichtet. Zwölf Uhr mittags gibt es immer ein Bild. Neben dem einen Foto, das Matthias Gibhardt, Förster bei den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) Waldsassen und Betreuer der Adler im Landkreis auf deren Flächen, zur täglichen Kontrolle dient, sind die Kameras auch mit Bewegungssensoren ausgestattet, die erkennen, wenn sich etwas am Horst tut. Immer dann lösen sie automatisch aus.

Und es tut sich viel dort oben in schwindelnder Höhe. In gut 30 Metern Höhe hat beispielsweise ein Schwarzstorch einen Adlerhorst für sein Mittagsschläfchen ausgewählt. Jedes Jahr kommen durch die Kameras Tausende von Bildern zusammen, die im Herbst ausgewertet werden. Die Auswertung der Kamerabilder aus den Fotofallen dieses Jahres soll im Oktober über die Bühne gehen. Diesmal vermutlich sogar im Rahmen einer Bachelorarbeit.

Die Kameras dokumentieren die gesamte Adlersaison.

Revierförster und Adlerexperte, Matthias Gibhardt

Am 25. Juni sind, ziemlich verspätet, in einem Nest in Gibhardts Revier noch mal zwei junge Fischadler geschlüpft. In anderen Nestern wurden bereits fünf Jungvögel beringt. Die sind zirka sieben Wochen alt und werden in zwei bis drei Wochen erstmals Wind unter die Flügel nehmen.

In der Summe sind in diesem Jahr also drei erfolgreiche Bruten mit sieben Jungvögeln bei den Fischadlern im Landkreis zu verzeichnen. In einem weiteren Gelege mit drei Eiern sind keine Jungvögel geschlüpft. Die Brut wurde aufgegeben.

In beiden Seeadlerhorsten wurden je zwei Jungvögel erfolgreich großgezogen und beringt. Zwei von ihnen sind bereits ausgeflogen, die beiden anderen brauchen noch etwa drei Wochen bis sie ihre ersten Flugversuche unternehmen werden.

Video über die Beringung von Seeadlern:

So sieht die vorläufige Bilanz der Adlerbruten auf den Flächen der Bayerische Staatsforsten für den Landkreis Tirschenreuth aus. Die diesjährige Beringungsmannschaft bestand aus lauter erfahrenen Spezialisten, die das Geschäft schon von Anfang an betreiben. Mit dabei waren Dr. Daniel Schmidt-Rothmund von der Vogelschutzwarte Mössingen, Matthias Gibhardt, Paul Baumann, Koordinator des Artenhilfsprojekts Fisch- und Seeadler in der Oberpfalz und Baumkletterer Manfred Härtl. Bei den bisherigen drei Beringungsaktionen verlief, wie immer, alles reibungslos.

In gut 30 Metern Höhe hat dieser Schwarzstorch für sein Mittagsschläfchen nicht das berühmte Bett im Kornfeld, sondern das im Adlerhost gewählt.

Eine Beringungsaktion steht noch aus, nämlich die mit den Fischadlern, die erst vor wenigen Tagen geschlüpft sind. Bis sie groß genug sind, werden noch einige Wochen ins Land ziehen. Die Horstkamera wird den richtigen Zeitpunkt zeigen. "Denn die Kameras dokumentieren die gesamte Adlersaison", weiß Matthias Gibhardt.

So läuft die Beringung bei Seeadlern:

Tirschenreuth
Am 29. Juni um 12 Uhr und 2 Sekunden lieferte Kamera Nummer 7 dieses Bild aus einem Seeadlerhorst. Der noch braun gefärbte Jungvogel ist bereits flügge und genau so groß wie seine Eltern.
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