29.11.2020 - 15:45 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wegen Pfefferspray-Attacke in Tirschenreuth vor Gericht

Wegen Hausfriedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung musste sich eine dreifache Mutter vor dem Amtsgericht Tirschenreuth verantworten. Die Tat der mehrfach vorbestraften 35-Jährigen ist aber nicht eindeutig nachweisbar.

Eine dreifache Mutter aus dem Landkreis Tirschenreuth musste sich wegen Hausfriedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Tirschenreuth verantworten.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Eine dreifache Mutter musste sich wegen Hausfriedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Tirschenreuth verantworten. Im Mai dieses Jahres soll die 35-Jährige aus dem östlichen Landkreis „eine Szene“ auf dem Grundstück einer Familie veranstaltet und „wie eine Furie rumgeschrien“ haben.

Obwohl sie vom Kontrahenten (43) und dessen Vater mehrmals aufgefordert worden sei, zu gehen, habe sich die Landkreisbewohnerin laut Anklageschrift nicht entfernt. Der 43-Jährige habe daraufhin versucht, die Frau Richtung Gartentor zu schieben. Die 35-Jährige habe ihr Pfefferspray gezückt und es dem Kontrahenten ins Gesicht gesprüht.

„Das war der Horror, es hat fürchterlich in den Augen gebrannt. Ich hab nichts mehr gesehen“, so der 43-Jährige vor Gericht. Sein 66-Jähriger Vater eilte seinem Sohn zu Hilfe und bekam ebenfalls etwas von dem Spray ab. Ein herbeigerufener Rettungssanitäter musste den Sohn versorgen.

Dabei hatte die Angeklagte eigentlich Streit mit der Schwester des 43-Jährigen. „Sie hat mich die ganze Nacht mit Nachrichten und Anrufen terrorisiert.“ Eine Freundin der Angeklagten sei nämlich mit dem Ex-Mann der Schwester liiert. „Mit der Familie hab ich eigentlich nichts zu tun.“ Am nächsten Tag wollte sie die Schwester des Klägers konfrontieren und die Sache klären. Weil die Schwester nicht zu Hause war, kam der 43-Jährige an den Gartenzaun.

Laut der 35-Jährigen, die schon mehrfach wegen Diebstahls und unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln vorbestraft ist, habe es eine ruhige Aussprache zwischen den Beteiligten gegeben. Sie habe weder geschrien noch beleidigt. Das Grundstück habe sie nie betreten, weil sie nach dem Klingeln am Gartentor den Hund bellen hörte und sich nicht hineintraute. Dies bestätigte ihre 30-jährige Freundin, die die Mutter von drei Kindern zum Haus der Familie fuhr. Aus dem Auto heraus beobachtete diese die Szenerie.

Als die Angeklagte nach dem Gespräch zurück zum Auto wollte, seien der 43-Jährige und dessen Vater auf Drängen der Mutter („Schlagt sie doch zusammen!“) auf sie losgegangen. In Notwehr habe die derzeit arbeitslose Hausfrau das Pfefferspray benutzt. „Ich habe früher viel Scheiße gebaut, aber seit vier Jahren führe ich ein geregeltes Leben“, sagte die 35-Jährige abschließend. Sie habe aus Angst zum Pfefferspray gegriffen, was ihr im Nachhinein Leid tue.

Die Staatsanwältin plädierte auf Freispruch, weil nicht sicher nachweisbar sei, ob die Angeklagte auf dem Grundstück war, also Hausfriedensbruch beging. Auch könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie mit dem Pfefferspray in Notwehr handelte. Die Aussagen der Kläger wirkten ihrer Meinung nach schwammig und unpräzise. Das sah auch Amtsgerichtsdirektor Thomas Weiß in seinem Urteil so. Er sprach die Angeklagte frei.

Kürzlich wurde eine 22-Jährige wegen Ebay-Betrugs verurteilt

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