17.04.2019 - 13:30 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wildunfälle häufen sich

Die Wildunfälle im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Tirschenreuth nehmen zu. Polizeihauptkommissar Hubert Bauer macht wenig Hoffnung, dass es in den nächsten Jahren zu großen Rückgängen kommen wird.

2018 kam es zu 370 Wildunfällen im Bereich der PI Tirschenreuth.
von Martin Maier Kontakt Profil

"Es gibt immer mehr Verkehr und es ist immer mehr Wild unterwegs. Damit müssen wir uns wohl abfinden", erklärte der Verkehrssachbearbeiter beim Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern. Gab es 2017 noch 333 Wildunfälle, waren es im vergangenen Jahr schon 370. In 3 von 4 Fällen war ein Reh der Auslöser.

Bauer legte eine umfassende Verkehrsbilanz für 2018 vor. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei im Inspektions-Bereich der neun Gemeinden (Bärnau, Falkenberg, Friedenfels, Fuchsmühl, Mähring, Plößberg, Tirschenreuth, Waldershof und Wiesau) 833 Unfälle (2017: 866). "Leider hatten wir zwei Tote zu beklagen", erinnerte der Beamte an die Unfälle bei Dürnkonreuth und Waldershof.

Kein Unfallschwerpunkt

Bei 101 Zusammenstößen entstand Personenschaden (2017: 89), wobei 31 (Vorjahr: 19) Bürger schwer und 102 leicht verletzt wurden. Den Schaden bei allen Unfällen schätzt die Polizei auf 1,05 Millionen Euro. Einen markanten Unfallschwerpunkt gebe es nicht. Allerdings touchieren Autofahrer immer wieder die Metallpfosten bei den Parkplätzen am Maximilianplatz in Tirschenreuth. "Da habe ich kein Mitleid. Es könnten dort auch Kinder stehen", erklärte Bürgermeister Franz Stahl.

Seit Jahren liegen die Alkoholunfälle auf relativ niedrigem Niveau. 2018 waren bei 5 Verkehrsunfällen Promille im Spiel. Das war einer weniger als 2017. Bei keinem Unfall konnten die Beamten den Einfluss von Drogen nachweisen.

Bei allgemeinen Verkehrskontrollen leitete die Polizei gegen 7 Fahrzeuglenker Verfahren zum Entzug der Fahrerlaubnis ein (2017: 18). Deren Promillewert lag über 1,1. Bei 8 Verkehrsteilnehmern war der Wert zwischen 0,5 und 1,1 Promille. "Wir bekommen bei Alkoholfahrten ganz selten Hinweise aus der Bevölkerung", räumte Bauer mit einem Gerücht auf. Bei 17 Unfällen war die Ursache überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Im Vorjahr waren es noch 23. Glücklicherweise ereignete sich kein Schulwegunfall. 121 Bürger zeigten Unfallfluchten an. Dabei ermittelte die Polizei in über 44 Prozent der Fälle den Schadensverursacher. "Das ist eine relativ gute Quote. Da bekommen wir immer wieder viele Hinweise aus der Bevölkerung", lobte der Beamte.

Zu schwere Holzlaster

120 Stunden (2017: 130) hat die Polizei in Geschwindigkeitsüberwachungen investiert, wobei 92 Verkehrsteilnehmer (2017: 137) zu beanstanden waren. "Wir würden gerne mehr lasern, aber das ist sehr personalintensiv", verwies der Waldsassener darauf, dass für solche Aktionen zwei Beamte nötig sind.

Zudem sind die Überschreitungen des zulässigen Gesamtgewichts im Schwerlastverkehr ein Problem. Diesmal gab es deswegen 39 Anzeigen (2017: 40). Darunter war ein Holzlaster, der 54,7 Tonnen auf die Waage brachte. Erlaubt sind 40 Tonnen Gesamtgewicht. Insgesamt hatten 6 Holzlaster deutlich über 50 Tonnen geladen. "Für die ehrlichen Unternehmen ist das ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Wir werden weiter verstärkt kontrollieren", stellte Bauer fest.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Überwachung der verbotswidrigen Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer, die laut dem Beamten "eine der Hauptunfallursachen ist". Hier setzte es 46 Anzeigen (2017: 84). Zurückgegangen sind Verstöße gegen die Gurtpflicht. Hier gab es 60 Beanstandungen (2017: 82).

Weitere Zahlen zum Sicherheitsgespräch

Tirschenreuth
Beim Sicherheitsgespräch informierten (von links) Hubert Bauer, PI-Chef Werner Schönfelder und Stellvertreter Thomas Dietrich die Bürgermeister über die Statistik 2018.
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