09.12.2020 - 13:25 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wirtschaftsregion Tirschenreuth: Digital die Zukunft meistern

Wie lässt sich die Wirtschaftsregion Landkreis Tirschenreuth weiterentwickeln? Für Leonhard Zintl, Vorsitzender der Mittelstandsunion, ist der Technologietransfer von entscheidender Bedeutung.

Wirtschaftsförderer Volker Höcht, Leonhard Zintl, Vorsitzender der Mittelstandsunion, Isabel Sommerer, neue Mitarbeiterin in der Wirtschaftsförderung, und Landrat Roland Grillmeier tauschten sich aus. Zintl überreichte auch Exemplare seines Buchs "Zukunft einfach machen".
von Externer BeitragProfil

Über die Lage der mittelständischen Wirtschaft, Strategien für die Fortentwicklung der Wirtschaftsregion und die aktuelle Corona-Situation tauschten sich Leonhard Zintl, Bankenvorstand und Vorsitzender der Mittelstandsunion (MU) im Landkreis, Landrat Roland Grillmeier und Wirtschaftsförderer Volker Höcht aus. Laut Grillmeier zeige sich gerade während der Pandemie, dass der enge persönliche Kontakt zur Wirtschaft enorm wichtig sei. Dabei nehme die Wirtschaftsförderung eine gewichtige Rolle ein.

Höcht berichtete von den aktuellen Tätigkeitsfeldern und auch den Strategien. Zintl bescheinigte laut Mitteilung dem Landkreis, auf dem richtigen Weg zu sein. Vor allem in der beim Rückkehrermanagement geplanten Online-Themenbörse für Schüler und Studenten sehe er großes Potenzial, junge Nachwuchskräfte an die einheimische Wirtschaft zu binden. „Wir müssen unseren Leuten eine Plattform bieten, um sie weiterhin an den Landkreis zu binden“, ergänzte der Landrat und brachte eine Botschaft der Nordoberpfalz in München als sichtbarer Anlaufpunkt für potenzielle Rückkehrer ins Spiel. Grundsätzlich gelte es, Botschafter für die Region zu gewinnen.

Neue Modelle für Gründerzentrum

Ein wichtiger Anker der Wirtschaftsförderung ist für Grillmeier das Gründerzentrum in Waldsassen. Insgesamt werde es aber wichtig sein, gemeinsam das Thema „Start-ups“ im Landkreis weiterzuentwickeln. Es liefen bereits Gespräche und Planungen, um auch das Gründerzentrum an die Anforderungen der digitalen Gründerwelt auszurichten. Man wolle künftig eine noch stärkere Vernetzung mit der OTH Amberg-Weiden schaffen und auch über neue Modelle wie Co-Working-Spaces und Experimentierräume für Start-ups nachdenken.

Für Zintl gilt es, die Digitalisierung im Mittelstand und Handwerk voranzutreiben. Um das zu fördern und auszubauen, benötigte man für den Mittelstand Erfahrungs- und Experimentierräume. Für die regionalen Mittelständler müssten die Vorteile der neuen Technologie sichtbar gemacht, Möglichkeiten zum Ausprobieren geschaffen und die Vernetzung mit den Hochschulen bzw. einem technischen Partner forciert werden. Die derzeitigen veränderten Rahmenbedingungen würden eine großes Chance für den ländlichen Raum bieten.

Technologietransfer vorantreiben

Ein weiterer Ansatzpunkt sei es, eine Technologietransferstelle im Landkreis zu installieren und diese direkt bei der Wirtschaftsförderung anzusiedeln. Dann könne man noch stärker auf EU-Fördermittel in diesem Bereich ein Auge werfen. Zintl berichtete in diesem Zusammenhang von erfolgreichen Projekten in den Bereichen „Blockchain“ und „Künstliche Intelligenz“ aus Sachsen, an denen er in seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Mittweida mit der dort ansässigen Hochschule und Unternehmen beteiligt sei. Derartige Projekte würden aber nur mit einer entsprechenden Technologietransferstelle und dem entsprechenden Netzwerk funktionieren.

Da Höcht in diesem Bereich über viel Erfahrung verfüge, sei er der richtige Mann, derartige Vorhaben umzusetzen. Alles allein könne aber nicht vom Wirtschaftsförderer geleistet werden, betonte der Landrat. Um Höcht zukünftig zu unterstützen, habe man ihm seit Oktober Isabel Sommerer als neue Mitarbeiterin zur Seite gestellt.

Außerdem sprach Grillmeier noch die Gewerbeflächenentwicklung an. Auch ländliche Regionen bräuchten dringend Spielraum bei der Flächenentwicklung und dürften bei der Landesplanung nicht zu sehr einengt werden. Denn so bremse eine restriktive Flächenpolitik die Entwicklungschancen ländlicher Standorte. Daher sei ein gemeinsames Signal nach München nötig. Viel verspreche sich der Landrat vom Ausbau der Kooperation der Wirtschaftsförderungen in der Nordoberpfalz.

Die Wirtschaftsförderung im Landkreis Tirschenreuth setzt auf eine digitale Vernetzung über Landkreis- und Landesgrenzen hinweg

Tirschenreuth

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