03.04.2019 - 11:24 Uhr
TrabitzOberpfalz

Bald nur noch Selbstbedienung

Seit einem Einbruch in die Raiffeisenbank-Filiale Ende Januar ist Trabitz ohne Geldautomat. Diese Zeit ist nun bald zu Ende. Doch es gibt noch eine weitere Veränderung.

Noch ist der einbruchgeschädigte Geldautomat der Trabitzer Raiffeisenbank außer Betrieb, doch demnächst - einen genauen Tag konnte die Bank noch nicht nennen - soll ein Leihgerät und in wenigen Wochen ein ganz neuer Automat zur Verfügung stehen. Somit sind die wichtigsten Basis-Bankdienstleistungen sichergestellt, wenn die Geschäftsstelle Anfang Mai in eine Selbstbedienungsfiliale umgewandelt wird. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

„Demnächst, eventuell noch in der ersten Aprilwoche, soll ein Leihautomat montiert werden, das endgültige Gerät folgt in wenigen Wochen“, informierte Bürgermeisterin und CSU-Ortsvorsitzende Carmen Pepiuk in der Hauptversammlung des CSU-Ortsverbands im Gasthof Dötsch. Doch der Geld- und Kontoauszugsautomat und der täglich geleerte Briefkasten für Papierüberweisungen und andere schriftliche Mitteilungen werden bald die einzigen „ständigen Vertreter“ der Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz in der Gemeinde sein. Anfang Mai werde die Trabitzer Geschäftsstelle in eine reine Selbstbedienungsfiliale umgewandelt, wusste Pepiuk. Feste Schalterstunden werde es dann nicht mehr geben: „Wer in Trabitz eine Beratung wünscht, muss das individuell vereinbaren.“ Als Alternative stünden weiterhin die Filialen in Kastl und Pressath für Einzahlungen und andere Dienste zur Verfügung.

Das Geldinstitut begründe diesen Schritt mit einer zu geringen Auslastung als Begleiteffekt des Trends zum Internetbanking: „20 Ein- und Auszahlungsvorgänge pro Tag am Schalter gelten als nicht mehr ausreichend.“ Gemeinderat und Ortsverbands-Kassenwart Konrad Bauer ergänzte, dass laut der bankinternen Statistik „55 Prozent der Kunden, die der Trabitzer Filiale zugerechnet werden, nur ein- oder zweimal im Jahr deren Schalterdienste genutzt haben“. Die Entscheidung sei bedauerlich, folge aber einem Zug der Zeit und liege nicht in der Hand der Gemeinde: „Es ist wie mit den kleinen Geschäften in den Dörfern, die schließen mussten, weil immer mehr Menschen zum Einkaufen die Supermärkte in den größeren Nachbarorten aufgesucht haben.“

Gute Nachrichten brachte die Bürgermeisterin zum Thema Kindergartenplanung mit: „Die Regierung hat uns zusätzlich zur 55-prozentigen Förderung nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) einen 35-prozentigen Zuschuss aus dem Sonderinvestitionsprogramm in Aussicht gestellt – und zwar nicht nur für den Krippentrakt, sondern für den ganzen Neubau, weil das Projekt als dringlich anerkannt ist.“ Der Baubeginn sei für 2020 ins Auge gefasst, im Herbst 2021 solle das Gebäude bezugsfertig sein.

Zeitlich wie finanziell bestens im Plan liege man beim Meierhof-Umbau: „Die letzten Ausschreibungen für Treppe, Fliesen, Bäder, Bodenbeläge und Türen werden in den 15. Kalenderwoche eingeleitet, Anfang Mai beginnen wir mit den Estricharbeiten.“ Der Kreis der Haushalte, die sich an das Trabitzer Nahwärmenetz anschließen wollen, sei auf 62 gewachsen: „Ab Herbst 2019, zu Beginn der Heizperiode, wird die Anlage in Betrieb gehen.“ Die Erschließung des Preißacher Baugebiets „Am Bühl“ solle im Juni oder Juli beginnen und innerhalb von acht Wochen abgeschlossen sein.

Abgesteckt sei auch der Zeitplan für das Pichlberger „boden:ständig“-Projekt zur Erosionsbekämpfung: „Heuer sollen noch das Flurneuordnungsverfahren eingeleitet und die Teilnehmergemeinschaft gebildet werden, 2021 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.“Die Kosten lägen bei voraussichtlich rund 450000 Euro, von denen 85 Prozent aus Fördermitteln gedeckt würden. „Es geht in unserer Gemeinde gut vorwärts, weil wir in der CSU und im Gemeinderat an einem Strang ziehen“, freute sich Carmen Pepiuk.

Info:

Landratsamt bewertet Straßennetz

Noch keine genaue Auskunft konnten CSU-Ortsvorsitzende und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk und Vizelandrat Albert Nickl in der Hauptversammlung des CSU-Ortsverbands Trabitz darüber geben, wann mit einem Ausbau der Kreisstraße Hub-Zintlhammer zu rechnen sei. Derzeit arbeite die Kreisverwaltung an einer Straßenzustandsaufnahme, auf deren Grundlage man eine Prioritätenliste der Ausbauvorhaben erstellen werde.

Er selbst, so Nickl, wisse aber um den Zustand dieser Straße, die für die Gemeinde Trabitz eine große Verkehrsbedeutung besitze. Gemeinderat Hans Hey schlug eine Gewichtsbegrenzung für die durch Pichlberg führende Kreisstraße vor, die von schweren Sattelzügen frequentiert werde, obwohl die enge, kurvige und steile Trasse und die Pichlberger Ortsdurchfahrt für solche Fahrzeuge nicht ausgelegt seien. Albert Nickl entgegnete, dass solche Einschränkungen auf Kreisstraßen nur in Ausnahmefällen verhängt werden könnten. Dies müsste eingehend geprüft werden.

Info:

Notfallärztliche Dienste sichern

Den Abbau der not- und bereitschaftsärztlichen Versorgung im westlichen Landkreis beklagte Gemeinderat Konrad Bauer in der Hauptversammlung des CSU-Ortsverbands Trabitz. Vor allem an Kinderärzten herrsche Mangel, und es sei wünschenswert, sich auch zur Sicherstellung eines kinderärztlichen Notdienstes um eine entsprechende Praxis für die Altkreise Eschenbach und Kemnath zu bemühen. Zweiter Landrat Albert Nickl pflichtete Bauer bei, gab aber zu bedenken, dass der Staat keinen Arzt zwingen könne, sich in einer bestimmten Region niederzulassen: „Er kann allenfalls Anreize schaffen, aber letztlich liegt die Entscheidung bei den Ärzten. Die Stadt Kemnath bemüht sich seit Jahren vergebens um eine kinderärztliche Praxis.“

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