19.09.2019 - 10:22 Uhr
TrabitzOberpfalz

Burg war einst Künstlertreff

„Mittelalterlich“ und „unterirdisch“: So blieb dem Trabitzer Stammtisch „Runder Tisch“ der Tagesausflug in Erinnerung, mit dem 44 geschichtsinteressierte Ausflügler dem Sommer Lebewohl sagten.

Einen vergnüglichen Sommerabschied verbringen die 44 Ausflügler des "Runden Tischs" aus Trabitz auf Burg Lauenstein (Bild) und in den Saalfelder Feengrotten.
von Bernhard PiegsaProfil

Als Ziele hatte das Organisationsteam um Ludwig Schramm die Burg Lauenstein im Frankenwald und die Feengrotten im thüringischen Saalfeld ausgesucht. Bei sonnig-mildem Spätsommerwetter erreichte die Gruppe zunächst die 900 Jahre alte Lauensteiner Burg. Während der Führung erfuhren die Besucher, dass deren heutige Erscheinungsbild wesentlich dem Juristen Ehrhard Messmer aus Halle zu verdanken sei, der die Burgruine ab 1896 aufwendig restauriert und um historische und volkskundliche Sammlungen bereichert habe. Im frühen 20. Jahrhundert sei Lauenstein ein beliebter Treffpunkt von Künstlern und Wissenschaftlern gewesen, zu den prominenten Gästen hätten unter anderem der Dichter Joachim Ringelnatz, der Soziologe Max Weber und die Malerin Gabriele Münter gezählt. Seit 1962 betreue die bayerische Schlösserverwaltung die Burg.

Nach ihrem Abstecher ins fränkische Ritterzeitalter tauchten die Trabitzer in den Thüringer Untergrund ab: Das zweite Ziel der Tour waren die Feengrotten in Saalfeld. Dieses Naturkunstwerk, so Gästeführerin Angelika Wengeroth, gehe auf den mittelalterlichen Alaunschieferabbau zurück: „Alaun, ein Aluminiumsalz, wurde zum Ledergerben, zum feuersicheren Imprägnieren von Textilien, aber auch zum Blutstillen verwendet.“

Im Bergbau hätten bereits acht- bis zehnjährige Kinder mitarbeiten müssen, um die Familien mit zu ernähren: „Und selbst dann reichten die Familieneinkünfte meist nur für das Allernötigste.“ Mit Privilegien wie Steuerfreiheit und einer kargen Krankenversicherung, der „Knappschaft“, habe die Obrigkeit um Arbeiter für diese zermürbende Tätigkeit werben müssen. Nach dem Ende des Bergbaus hätten sich die Grotten in farbenprächtige Tropfsteinhöhlen verwandelt: „Die hiesigen Tropfsteine aus weichem Diadochit-Mineral wachsen jährlich um ein bis drei Zentimeter: hundertmal so schnell wie in den meisten Tropfsteinhöhlen.“

Besonders beeindruckt waren die Besucher von der „Märchendom“-Grotte, vor deren Kulisse man auch heiraten kann. Einige Kavernen dienen mit ihrer reinen Luft als „Heilstollen“ zur Linderung von Atemwegserkrankungen, und auch mit heilkräftigem mineralreichem Wasser haben sich die Feengrotten einen Namen gemacht.

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