04.10.2021 - 12:02 Uhr
TrabitzOberpfalz

Einweihungsfeier in der neuen „Erlebniskindertagesstätte Storchennest“ in Trabitz

"Kinderlärm ist Zukunftslärm, und dieses Geld ist gut für die Gegenwart und Zukunft angelegt.“ Für die neue Trabitzer „Erlebniskindertagesstätte Storchennest“ gibt es viel Lob – nicht nur von stellvertretendem Landrat Albert Nickl.

Den zuvor von Architekt Wolfgang Schultes an Bürgermeisterin Carmen Pepiuk übergebenen symbolischen Schlüssel reicht diese als Sinnbild für die erhoffte dauerhafte Partnerschaft an Stephan Müller, den Co-Geschäftsführer von "Learning Campus", weiter. Rechts im Bild Vizelandrat Albert Nickl.
von Bernhard PiegsaProfil

„Dieses besondere Haus zeigt, was an Gutem entstehen kann, wenn Menschen wertschätzend und respektvoll zusammenarbeiten und ins Gelingen verliebt sind.“ Als bauliches „Juwel“ lobte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß die neue Trabitzer „Erlebniskindertagesstätte Storchennest“ bei deren Einweihung am vergangenen Samstag. Das Projekt sei das Werk einer bewährten „Koalition“ der Gemeinde und des ortsansässigen Pädagogikdienstleisters „Learning Campus“ (LC).

„Die Gemeinde Trabitz ist gut in Bewegung“, urteilte auch Vizelandrat Albert Nickl. Gerade indem eine Gemeinde „mutig“ und großzügig in die Kindertagesstätte (Kita) als „eine der wichtigsten kommunalen Einrichtungen“ investiere, zeige sie, „dass sie an ihre Zukunft glaubt." Dem „Storchennest“ und der Gemeinde wünschte Nickl weiterhin „viele Storchenlandungen“.

Tiergestützte Pädagogik

Um den Erfolg des ersten stationären LC-Kindergartens sei ihm nicht bange, gab LC-Co-Geschäftsführer Stephan Müller zu verstehen: Der eigenen „Passion und Motivation“ stehe ein Netzwerk wohlwollender lokaler und regionaler Partner „von der Gemeinde über Catering, Staatsforst, Bauernhof Gänsmühle, Waldbesitzer, Kirchengemeinden und Vereinen bis hin zur Buchhandlung“ gegenüber: „Gemeinsam werden wir neue Ideen umsetzen, damit die Kinder sich selbst und ihre Umwelt entdecken.“

Die pädagogische Intention spiegele sich auch in der Einrichtung des Kita-Gebäudes wider: „Wir haben mit Absicht die Räume nicht vollgestellt, weil wir wollen, dass sich die Kinder entfalten können.“ Als Elemente der Verantwortung und Sozialkompetenz schulenden „tiergestützten Pädagogik“ werde im nächsten Jahr zusätzlich zu den bereits auf dem Gelände untergebrachten Hasen und Eseln eine Imkerei mit 15.000 Bienen dort ihren Platz finden, kündigte Müller an.

Sein besonderer Dank galt den Gemeindeverantwortlichen, die trotz skeptischer Stimmen aus der Bevölkerung „an der Zusammenarbeit mit uns festhielten“, sowie allen am Neubau beteiligten Handwerkern, dem Elternbeirat, allen „konstruktiven Kritikern“ und dem Erzieherinnenteam.

"Gut gebaut und gut gewirtschaftet"

Auf vier Jahre Planungs- und Baugeschichte blickte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk zurück. Ursprünglich habe die Gemeinde eine umfassende energetische Sanierung des 1972 eröffneten, sanierungsbedürftigen Altbaus beabsichtigt, sich aber letztlich zu einem Ersatzneubau entschlossen. Wegen des aus kirchenrechtlichen Gründen angekündigten Rückzugs der katholischen Kirche habe zudem ein Trägerwechsel bevorgestanden.

Erste Unterredungen im September 2017 mit Architekt Wolfgang Schultes und „Learning Campus“ als möglichem neuen Träger seien konstruktiv verlaufen. Am 17. August 2020 habe man den Grundstein für den 867-Quadratmeter-Neubau gelegt.

Die Baukosten bezifferte Pepiuk auf voraussichtlich 3,2 Millionen Euro: „Damit liegen wir etwa 300.000 Euro unter den früheren Schätzungen – wir haben also gut gebaut und dabei gut gewirtschaftet.“ Rund 2,1 Millionen Euro seien durch Fördermittel gedeckt. Die Bauarbeiten, für die man fast ausnahmslos regionale Unternehmen gewonnen habe, seien trotz Pandemie ohne Stocken abgelaufen.

Ab 4. Oktober zögen die derzeit 38 Kindergarten- und 16 Krippenkinder ins „Storchennest“ um, im nächsten Jahr, so die Bürgermeisterin, werde man an die Gestaltung der Außenanlagen gehen. „Dann werden auch alle 48 Kindergarten- und 24 Krippenplätze belegt sein, denn die Nachfrage ist da. Momentan bestimmt sich die Zahl der Kinder noch nach den Belegungsvorgaben für den Altbau.“

Das zusammen mit der Gemeinde und dem Pädagogenteam von „Learning Campus“ erarbeitete bauliche Konzept der neuen Trabitzer Kindertagesstätte erläuterte Architekt Wolfgang Schultes bei der Einweihungsfeier. Zum Glück seien die Ausschreibungsverfahren so frühzeitig eingeleitet worden, dass die Kostenvorberechnungen noch dem Preisniveau vor dem Einsetzen der jüngsten Preissteigerungen entsprochen hätten, sagte er.

Gottes Segen und Frieden für das Gebäude erbaten Pfarrer Edmund Prechtl und sein evangelischer Amtskollege Hartmut Klausfelder, der dazu aufrief, Kinder nicht nur als „unsere Zukunft“, sondern auch als „unsere Gegenwart“ zu verstehen: „Sie sind nicht nur dazu da, der Gesellschaft später einmal nützlich zu sein – vielmehr sollen wir schon jetzt von ihnen lernen und sie als Partner behandeln.“ Die Trabitzer evangelische Kirche stehe der Kita jederzeit zur Nutzung offen, versprach Klausfelder.

Im Anschluss an die Feierstunde konnten die zahlreichen Besucher aus Trabitz und der Nachbarschaft an Führungen durch das neue Kinderhaus teilnehmen. Auf dem Vorplatz boten „Learning-Campus“-Mitarbeiter Holzofenpizza sowie Kaffee und Kuchen an. Der Verkaufserlös war für die Einrichtung eines Bewegungsraumes bestimmt.

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Trabitz
Bauliches Konzept:
  • Charakteristisch breite Flure, die reichlich Platz zum Spielen bieten und selbst das Herumfahren mit „Bobbycars“ erlauben
  • Solides Holzmobiliar einer oberfränkischen Spezialschreinerei für besonders zweckmäßige und multifunktionelle Kindergartenmöbel
  • Fußbodenheizung wird laut Architekt von Kindern als besonders angenehm empfunden werden. Anschluss an das ökologische Nahwärmenetz für Trabitz
  • Material des Fußbodenbelags kein PVC-Kunststoff, sondern antibakterielles Naturprodukt
  • Verpflegung der Mädchen und Buben erfolgt durch einen Zulieferer (Caterer) aus Pressath (bjp)
Das Raumkonzept des neuen Trabitzer Kindergartens erläutert Architekt Wolfgang Schultes bei der Einweihungsfeier.
Kinderorientiert bis ins Detail: Im neuen Trabitzer Kindergarten sind auch die Korridore als großzügig bemessene Spielflächen angelegt.
Auf lange Sicht investieren und dabei immer noch Raum für Neues bewahren: Mit soliden und vielseitigen Holzmöbeln sind die Räume der Kita ausgestattet, dabei bleibt noch reichlich Platz für die Selbstentfaltung der Kinder und für neue Ideen.

 

 

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