13.09.2020 - 11:46 Uhr
TrabitzOberpfalz

Keimbelastung in Trabitz: Private Eingriffe ins Leitungsnetz vermeiden

Die Ursache der Keimbelastung im Trabitzer Trinkwasser ist noch nicht geklärt. Es könnten aber möglicherweise private Arbeiten an der Wasserleitung der Auslöser sein, berichtet Bürgermeisterin Carmen Pepiuk.

Für eine Grundfläche zwischen Paul-Leistritz-Straße und Siedlung Kurbersdorf III will die Gemeinde Trabitz einen Bebauungsplan erstellen.
von Bernhard PiegsaProfil

Keinen Grund zur Panik biete die jüngst in Blankenmühle und Pichlberg festgestellte Keimbelastung im Leitungswasser, betonte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk in der Gemeinderatssitzung. Sie sei aber Anlass genug für Gesundheitsamt und Gemeindeverwaltung, vorsorglich den Bürgern der ganzen Gemeinde Trabitz bis auf Weiteres das Abkochen des Leitungswassers zu empfehlen (wir berichteten).

„In allen anderen Ortsteilen wurden bisher keine derartigen Verunreinigungen festgestellt. Auch im Hauptort Trabitz erwies sich das Wasser wieder als sauber. Aber wir wollen auf Nummer sicher gehen, bis diese Belastungen ein- für allemal abgestellt sind“, unterstrich Pepiuk. Zu der Frage, woher die Belastungen stammen könnten, die zwar nicht lebensgefährlich seien, aber bei empfindlichen Menschen unter Umständen Beschwerden hervorrufen könnten, erklärte Pepiuk: Brunnen, Wasserwerk, die Bauarbeiten im Ort Trabitz oder andere gemeindliche Arbeiten würden nach ihrem Kenntnisstand als Verursacher verlässlich ausscheiden.

Schuld seien mutmaßlich unsachgemäße private Eingriffe in das Leitungsnetz: „Die Erreger können aus Gülle oder Fäkalien stammen, und möglicherweise ist diese Verunreinigung auf nicht fachgerecht vorgenommene private Arbeiten eines oder mehrerer Netzanschlussnehmer an der Wasserleitung zurückzuführen.“ Die Bürgermeisterin rief deshalb nachdrücklich dazu auf, keine eigenmächtigen Arbeiten an der Wasserleitung, auch nicht im häuslichen Netzbereich, vorzunehmen: „Hierfür ist stets ein fachkundiges Personal zu beauftragen.“

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Immerhin, so Pepiuk, zeige regelmäßiges kontrolliertes Durchspülen des Leitungsnetzes positive Wirkung und reduziere die Bakterienbelastung. Deshalb könne die Gemeinde auch darauf verzichten, das Leitungswasser chemisch zu desinfizieren. Dennoch sei eine Abkochanordnung nach Auffassung von Gesundheitsamt und Gemeinde geboten: „Wir sind in ständigem Austausch mit dem Gesundheitsamt, und erst wenn Gewissheit besteht, dass die Trinkwasserqualität wieder auf Dauer den gesetzlichen Vorschriften entspricht, werden wir die Anordnung nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt aufheben und die Bürger davon unterrichten.“

Ein erfreulicheres Thema war der zügige Fortgang der Bauarbeiten auf dem Terrain der künftigen Kirschbaumackersiedlung. Die Erschließungsstraße werde noch in dieser Woche fertiggestellt, letzte Feinarbeiten sollten bis zum Abnahmetermin am 1. Oktober erledigt sein. Danach werde das Vermessungsamt die Parzellen genau ausmessen. Ab Mitte kommender Woche solle die Bodenplatte für den neuen Kindergarten betoniert werden. Angesichts der beständig großen Nachfrage nach Bauland beschloss der Trabitzer Gemeinderat außerdem, für ein an die verlängerte Kiefernstraße und die südöstliche Paul-Leistritz-Straße angrenzendes Grundstück einen Bebauungsplan "Siedlung Kurbersdorf IV" aufzustellen. Derzeit ist diese Fläche Außenbereichsgebiet.

„Wir müssen nicht sofort ein Baugebiet errichten, aber wir schaffen eine Vorratsfläche, die in den nächsten Jahren die Ausweisung von sechs bis acht Baugrundstücken auf dem gemeindeeigenen Areal erlaubt“, erläuterte Bürgermeisterin Pepiuk. Damit bis zur Rechtskraft des zukünftigen Bebauungsplans keine anderweitigen baulichen Anlagen errichtet werden können und der Status quo erhalten bleibt, erließ der Gemeinderat zugleich eine Veränderungssperre.

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