05.06.2020 - 11:50 Uhr
TrabitzOberpfalz

In Krise mehr Freiraum für Naturerziehung

Zwerge Elfen, Fenn und die Umwelt stehen im Mittelpunkt der Betreuung, die die „Learning Campus“-Kindertagesstätte Trabitz während der Pfingstferien anbietet. Und Coronavirus hin oder her: Es wird viel gespielt und gelacht.

"Die kleinen Füchse" und "Der Zwergenzauber" heißen die beiden Spieljurten im Garten der Trabitzer "Learning Campus"-Kindertagesstätte. Für Leiterin Franziska Meier (im Bild) und deren Team eröffnet die momentane Ausnahmesituation Chancen, in den Kindern noch mehr als sonst Respekt und Liebe für die Natur zu wecken.
von Bernhard PiegsaProfil

Not macht erfinderisch – vor diese Herausforderung sieht sich im derzeitigen „Corona-Notstand“ auch die „Learning Campus“-Kindertagesstätte Trabitz gestellt. Um die Hygiene- und Abstandsregeln optimal umzusetzen und dennoch so weit wie möglich „alltagsmäßige“ Tagesstrukturen zu bewahren, hat das Team um Leiterin Franziska Meier die auch in den Pfingstferien für 17 Notfallgruppen- und Vorschulkinder angebotene Betreuung so weit wie möglich nach außen verlegt: Im Garten hinter der Tagesstätte laden zwei Jurten zum naturnahen Spielen und Lernen ein.

„Die Eltern geben die Mädchen und Buben außerhalb des Kindergartengebäudes in unsere Obhut und holen sie dort auch wieder ab. Den Gruppenraum haben wir gewissermaßen in den Garten hinausverlegt, das Gebäude suchen die Kinder nur zum Toilettengang und zum Händewaschen auf“, skizziert Franziska Meier die derzeitigen Rahmenbedingungen. Doch nicht nur rund um das Kindergartenhaus verbringe man die Zeit mit Lernen, Basteln, Singen und Geschichtenerzählen: „Wir unternehmen auch Spaziergänge, Picknicks und Exkursionen in den Wald.“

Respekt und Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur seien einer der elementaren Bausteine des pädagogischen Konzepts von „Learning Campus“, erinnert Meier: „Die momentanen Gegebenheiten erlauben uns, dieses Lernziel noch mehr als sonst zu akzentuieren, wenn wir die Kinder ermuntern, sich bewusst, vorsichtig und achtungsvoll auf die Umwelt einzulassen – sei es durch kindgemäße Erklärungen, Spiele oder indem wir einfach einige ruhige Minuten einlegen, um die Natur auf uns wirken zu lassen.“ Die kindliche Wissbegier, Empfindsamkeit und Aufnahmebereitschaft versuche man auf verschiedene Art zu erschließen: „So erklären wir den Kindern zum Beispiel, dass auch Bäume und Sträucher ‚atmen‘ müssen und man Blätter nicht abreißen soll, weil sie für Bäume und Sträucher so etwas wie die Lungen sind.“

Aber auch traditionelle Märchenmotive wie Zwerge, Elfen und Feen, die die Wälder und Fluren auf „zauberhafte“ Weise beseelen und hüten, sollten nicht völlig außen vor bleiben, weil sie ebenfalls dazu beitrügen, auf kindgerechte Weise Respekt und Liebe für die Natur zu wecken. Durch alles dies nähmen die Kinder viele positive Eindrücke mit und gäben sie an andere Menschen weiter: „Immerhin sollte man sich frühzeitig bewusst werden, dass die Natur ohne uns bestehen kann, wir aber nicht ohne sie leben können.“

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