Trabitz
15.06.2018 - 10:17 Uhr

Schulden schrumpfen stetig

Mit der Gemeinde Trabitz geht es "bergab" – aber zum Glück nur beim Schuldenstand: Auf einem guten Weg sehen die Vertreter die finanzielle Entwicklung.

Größter Ausgabenposten im Trabitzer Gemeindeetat ist heuer die Meierhof-Renovierung. Trotz dieser und weiterer Investitionen schrumpft die Schuldenlast stetig. bjp
Größter Ausgabenposten im Trabitzer Gemeindeetat ist heuer die Meierhof-Renovierung. Trotz dieser und weiterer Investitionen schrumpft die Schuldenlast stetig.

(bjp) Der Kurs bleibt heuer derselbe wie in den vergangenen Jahren: Schulden abbauen, ohne auf Investitionen zu verzichten. Schon der vom Verwaltungsgemeinschaftskämmerer Christian Marzi für die Haushaltssitzung des Gemeinderats erstellte Bericht über das vergangene Haushaltsjahr und die Jahresrechnung 2017 sprechen da für sich: Während die Schulden im Laufe des letzten Jahres um 69.100 auf knapp 310.000 Euro gedrückt werden konnten, wurden fast 671.000 Euro der Rücklage zugeführt. In diesem Jahr soll der „Schuldenhügel“ weiter schrumpfen und an Silvester nur noch 248.634 Euro „hoch“ sein. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 193,79 Euro (Ende 2017: 240,99) liegt Trabitz dann weit unter dem Landesdurchschnitt aller vergleichbaren bayerischen Gemeinden, der 599 Euro beträgt.

Von solider Finanzkraft zeugt auch die verpflichtende Zuführung von Einnahmen aus dem Verwaltungsetat, der die laufenden Kosten abdeckt, in den für Investitionen und Rücklagen bestimmten Vermögenshaushalt. Mit 372.000 Euro wird sie gut sechsmal so hoch sein wie gesetzlich vorgeschrieben. Investieren wird die Gemeinde in diesem Jahr vorrangig in die Meierhofrenovierung (1,58 Millionen), das Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr Burkhardsreuth (275.000 Euro), die Erschließung der neuen Baugebiete „Am Bühl/Preißach“ und „Kirschbaumacker/Trabitz“ und die Regenwasserkanäle in mehreren Ortsteilen. Außerdem braucht der Bauhof einen neuen Traktor.

Wegen dieser umfangreichen Investitionen fällt das Volumen des Vermögenshaushalts mit 2.645.700 Euro mehr als doppelt so groß wie im Vorjahr (1.280.000) aus. Vergleichsweise gering ist demgegenüber der „Zuschlag“ zum Verwaltungshaushalt, dessen Umfang um 252.100 auf 2.776.900 Euro wächst. Hierfür seien vor allem die turnusmäßigen tarifvertraglichen Lohnanpassungen und die höhere Kreisumlage ursächlich, erläuterten Kämmerer Marzi und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk. Zufriedenstellend entwickelten sich dank der guten Konjunktur die Einnahmen: Beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer erwarte die Gemeinde einen Zufluss von 793.000 und damit ein Plus von 158.500 Euro.

„Verglichen mit Pressath und Schwarzenbach entwickelt sich das Einkommenssteueraufkommen in Trabitz überdurchschnittlich gut“, merkte Christian Marzi an. Auch bei der Gewerbesteuer rechne man mit einem leichten Anstieg. Hierdurch werde die geringfügige Kürzung der Schlüsselzuweisung mehr als wett gemacht. Ferner erinnerten Pepiuk und Marzi daran, dass rückwirkend zum Jahresbeginn 2018 das Abwasserentgelt um 48 Cent auf 3,31 Euro je Kubikmeter erhöht worden sei. Hinzu kämen Zähler-Jahresgrundentgelte von 48 oder 72 Euro je nach Dauerdurchflussquote. Dies sei notwendig, um die kostendeckende Arbeit der Abwassereinrichtungen sicherzustellen. Der Trinkwasserpreis von derzeit 81 Cent je Kubikmeter werde zum kommenden Jahreswechsel neu berechnet.

Info:

Kitabau im kommenden Jahr

(bjp) Einige „Eckpunkte“ der Haushaltsplanung 2019 stünden ebenfalls schon fest, vermerkten Carmen Pepiuk und Christian Marzi in der Haushaltssitzung des Gemeinderats. Hierzu zählten der für kommendes Jahr anvisierte Baubeginn der neuen Kindertagesstätte mit 50 Kindergarten- und zwölf Krippenplätzen sowie eine Kreditaufnahme, die ausschließlich aus förderrechtlichen Gründen im Zusammenhang mit der Meierhofsanierung erforderlich sei. Dieser Kredit werde aus den Mieteinnahmen des „Memory“ getilgt, kündigten Kämmerer Christian Marzi und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk an.

Ferner informierte die Bürgermeisterin, dass die Flächennutzungsplanänderung für den Solarpark „Gleichwiesen“ rechtskräftig sei und die Bauarbeiten beginnen könnten: „Das Landratsamt hat weder Beanstandungen vorgetragen noch Auflagen erteilt.“ Zum Problem des Befalls von Eichen durch Eichenprozessionsspinnerraupen merkte sie an, dass auf Privatgrund stehende Bäume großzügig abgesperrt werden sollten: „Damit soll vermieden werden, dass Personen unter den Baumkronen hindurchgehen. Wenn Raupen auf sie herabfallen und ihre Haut berühren, kann dies schlimme allergische Reaktionen zur Folge haben.“ Der Maschinenring Neustadt verfüge am Standort Schlammersdorf über ein Gerät zum Absaugen der Raupen: „Grundeigentümer mit raupenbefallenen Bäumen können sich dorthin wenden.“

 
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