"Guter Stern vom Johannisberg" wurde Fritz Fraas genannt, als ihn die Bergwacht Amberg-Kastl für 50 Dienstjahre ehrte: Das liegt jetzt 15 Jahre zurück. An diesem Samstag feiert er wieder, und zwar seinen 90. Geburtstag - mit Mund-Nase-Schutz und Distanz, aber bei bester Gesundheit. Auch im hohen Alter ist er geistig jung geblieben und freut sich über den Nachwuchs in der Bergwacht-Bereitschaft. Als Bindeglied zwischen Alt und Jung genießt er Vorbild-Status und wird von allen liebevoll "Opa Fritz" gerufen.
Schon in jungen Jahren brachte ihn seine Kletterleidenschaft dazu, viele Felsen im Umkreis von Amberg für diesen Sport zu erschließen und teilweise auch Routen abzusichern. Wenn es nicht anders ging, erzählt er, hat man wegen des knappen Geldes und der wenigen Verkehrsverbindungen ins Gebirge die An- und Rückreise an verlängerten Wochenenden per Fahrrad unternommen.
Zur Bergwacht in Amberg stieß der Jubilar am 1. März 1955. Zwei Jahrzehnte hat er die Ausbildung der Bergwachtanwärter und die Weiterbildung der Einsatzkräfte geleitet. Bis weit über 80 nahm er an den jährlich vorgeschriebenen Sicherheitsunterweisungen in der Bergwacht-Hubschraubertrainingsanlage in Bad Tölz teil. Er gehörte damit zu den ältesten Aktiven der bayerischen Bergwacht.
Vor 57 Jahren war er Initiator des legendären Orientierungsmarsches, der auch den Beinamen "Marsch des Leidens" trägt. Bei Strecken zwischen 50 und 70 Kilometern ist das durchaus nachvollziehbar. Die Sportgruppe, die er vor 50 Jahren gründete, leitete Fritz Fraas bis zu seinem 75. Lebensjahr und nimmt nach wie vor an den Übungsstunden teil. Nachdem die alten Räume im Weiler Lauterach bei Kastl nicht mehr reichten, entstand 1997/1998 unter seiner Mitwirkung die jetzige Bergrettungswache überwiegend in Eigenleistung.
Eigentlich war eine große Feier zu seinem 90. Geburtstag geplant, doch die kann es nun nicht geben. Der Jubilar nimmt's mit Humor: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, irgendwann ist auch Corona vorbei, und dann wird der Geburtstag nachgefeiert." Schon jetzt gratulieren seine Frau Doris und sein Sohn mit Familie, drei Enkel und sieben Urenkel.













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