01.07.2020 - 10:42 Uhr
Oberpfalz

Der Traum vom Haus – Zehn Schritte zum Eigenheim

Der Traum vom eigenen Haus ist eine der größten privaten Investitionen, die jemand während seines Lebens tätigt. Deshalb sollte das Eigenheim gründlich geplant sein. Grob lässt sich der Weg in zehn Schritte einteilen.

Das eigene Traumhaus sollte schon im Vorfeld gründlich geplant werden.
von Mona-Isabelle Aurand Kontakt Profil

1. Finanzierung

Wer ein Haus bauen – oder kaufen – möchte, muss sich gut überlegen, was er sich leisten kann oder will. Dabei sollten auch Baunebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar-, Gerichts- und Maklerkosten sowie spätere Instandhaltungskosten einkalkuliert werden. Je mehr Eigenkapital zur Verfügung steht, desto günstiger fallen die Zinssätze beim Kredit aus. Als Faustregel gilt, dass der Bauherr etwa 20 bis 25 Prozent des benötigten Kapitals durch eigene Finanzmittel decken sollte.

2. Förderungen

Zahlreiche Fördermöglichkeiten unterstützen energieeffizientes oder altersgerechtes Bauen und Sanieren. Ansprechpartner für staatliche Fördermittel sind beispielsweise die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) oder das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Über die sogenannte Eigenheimrente – auch bekannt als Wohn-Riester – lassen

sich ebenfalls Zuschüsse vom Staat und Steuererleichterungen erzielen. Zudem lohnt es, sich die Eigenheimförderprogramme der Länder und Kommunen genau anzuschauen.

3. Inspirationen

Jeder zukünftige Hausbesitzer sollte sich gut überlegen, was ihm gefällt. Inspirationen bieten Zeitschriften, das Internet, Social-Media-Plattformen, Messen oder Musterhäuserparks. Fragen nach dem Grundriss, der Raumplanung oder der Wohnfläche sollten im Vorfeld geklärt und Prioritäten festgelegt werden – beispielsweise, ob ein Keller oder wie viele Kinderzimmer notwendig sind. Abstriche sind im Laufe des Planungs- und Bauprozesses wahrscheinlich unvermeidbar.

4. Grundstück

Die ersten Kompromisse muss ein Bauherr meist bei der Wahl des Grundstücks eingehen. Diese ergeben sich aus dem geltenden Bebauungsplan der Kommune. Ein Blick ins Grundbuch zeigt, ob das Grundstück mit Altlasten belegt ist – Wegerechte, Hypotheken oder Belastung durch Chemikalien. Außerdem sollten Lage, Größe, Zuschnitt des Grundstücks sowie die Infrastruktur der Kommune oder die Nachbarschaft zu den eigenen Vorstellungen passen.

5. Ausarbeitung

Bei der konkreten Planung helfen ein Architekt oder eine Baufirma dabei, die eigenen Wünsche mit den Vorgaben des Bebauungsplans zu vereinen. Die Ausarbeitung des Grundrisses muss die exakten Daten des Neubaus enthalten – von der Anzahl und Größe der Räume bis hin zu der genauen Position von Lichtschaltern und Steckdosen. Der Grundriss sollte genauestens überprüft und auf alle Lebensveränderungen angepasst werden.

6. Verträge

Baupartner – egal ob General- oder Alleinunternehmer – sollten frühzeitig kontaktiert werden. Der Vertrag sollte alle wichtigen Eckpunkte beinhalten, unter anderem: Baubeginn und Bauzeit, Qualitätsstandards, Leistungsumfang, Abschlagszahlungen, Sicherheitsleistungen und Gewährleistungen, Abnahme sowie Vertragsstrafen bei Mängeln oder Verzug durch die Baufirma. Endgültig können Bauherren und Bauunternehmen den Vertrag erst schließen, wenn die Baugenehmigung vorliegt.

7. Absicherung

Für eine entspannte Vorfreude auf das neue Eigentum sind einige Versicherungen notwendig: Bauherrenhaftpflicht-, Bauleistungs-, Feuerrohbau- oder Wohngebäudeversicherung. Manche Kreditgeber verlangen eine Risikolebensversicherung, um die Rückzahlung des Kredits im Todesfall sicherzustellen. Bei einem gemeinsamen Bauprojekt zweier Lebenspartner sollten die Besitzverhältnisse im Falle einer Trennung oder des Todes notariell abgesichert werden.

8. Bauphase

Für jeden Bauherren ist der Spatenstich und damit der Beginn des Hausbaus die

aufregendste Phase. Je nachdem, für welche Art von Haus sich der Bauherr entschieden hat, ist das Eigenheim innerhalb weniger Tage beim Fertighaus bis hin zu mehreren Monaten beim Massivhaus fertiggestellt. Ein unabhängiger Sachverständiger als Bauleiter verfolgt die Entwicklung auf der Baustelle und kann so rechtzeitig auf Mängel hinweisen.

9. Abnahme

Ist das Häuschen fertig, wird der Bauunternehmer den Bauherren auffordern, den Bau abzunehmen. Das ist die Gelegenheit, alle vertraglich festgelegten und erbrachten Leistungen des Bauunternehmers genau unter die Lupe zu nehmen. Im Idealfall unterstützt den Bauherren dabei ein unabhängiger Sachverständiger. Alle Mängel sollten schriftlich festgehalten werden. Nimmt der Bauherr das Gebäude ab, akzeptiert er die Leistungen als vollständig und mangelfrei.

10. Einzug

Endlich ist es geschafft. Der letzte Schritt auf dem langen Weg zum Traumhaus sind die Schlüsselübergabe und der Einzug. Vielleicht sind noch ein paar Eigenleistungen wie Fußböden verlegen oder tapezieren zu erledigen. Die Möbel müssen aufgebaut und alles schön wohnlich eingerichtet werden. Für die nächste Zeit sind erst einmal Einleben und Genießen angesagt.

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