04.08.2020 - 14:37 Uhr
TrausnitzOberpfalz

Fischerdorf am Trausnitzer Stausee auf einem guten Weg

Das Fischerdorf am Stausee wird in der Gemeinde seit Jahren kontrovers diskutiert. Je nach Standpunkt wird der „schwarze Peter“ hin und her geschoben. Jetzt zeigen sich erste Fortschritte in der Zusammenarbeit.

Im Fischerdorf wachsen die Ferienhäuser wie Pilze aus dem Boden. Auf Wunsch der Bauherrn sollte der bestehende Bebauungsplan optimiert werden.
von Richard BraunProfil

Dem Gemeinderat lag in seiner Sitzung ein gemeinschaftlicher Antrag mehrerer Grundstückseigentümer auf Änderung des bestehenden Bebauungsplans für das „Fischerdorf Trausnitz“ vor. Diese Ansiedlung von Ferienhäuser findet in der Gemeinde nicht nur Befürworter. Einige befürchten gar eine „Überfremdung“ am Stausee.

Bürgermeister Martin Schwandner sah sich aus diesem Grund veranlasst, einiges klarzustellen und den neuen Gemeinderäten die Hintergründe der jetzigen Situation zu erläutern. Mitte der 80er Jahre hat die Firma Tausendpfund das Gelände am Stausee erworben und als Campingplatz ausgebaut. Bereits damals trug sich die Firma mit dem Gedanken, die eine Hälfte des Geländes als Fischerdorf mit festen Ferienhäusern auszubauen. Daraufhin ließ die Firma Tausendpfund einen Bebauungsplan erstellen, dem die Gemeinde zugestimmt hat. Dieser Bebauungsplan hat bis heute Gültigkeit und schreibt die Vorstellung der Firma Tausendpfund verbindlich nieder.

Missverständliche Formulierungen

Von Seiten der Gemeindeverwaltung wurde allerdings eingeräumt, dass einige Formulierungen sehr missverständlich sind und deshalb unterschiedliche Auslegungen möglich sind. Dies führte in der Vergangenheit wiederholt zu Reibereien und Auseinandersetzungen zwischen Gemeinde und Betreiber. Auch sind einige Vorgaben nicht mehr zeitgemäß. Zwischenzeitlich hat der Campingplatz den Besitzer gewechselt und die Campingplatz Trausnitz GmbH mit ihrem Geschäftsführer Bernhard Neumann setzte das Vorhaben Fischerdorf in die Tat um.

Steiniger Weg zur Bebauung

Trausnitz

Um den Wünschen künftiger Eigentümer besser entgegenkommen zu können, sollte der Bebauungsplan neu formuliert werden, allerdings dies auf Kosten des Betreibers. Dafür sollte dieser einen bestimmten Betrag hinterlegen, der die anfallenden Unkosten decken würde. Dies ist bis zum heutigen Tage nicht geschehen. Jetzt haben 20 Grundstückseigentümer die Initiative ergriffen und einen gemeinschaftlichen Antrag auf Änderung des Bebauungsplan eingereicht. Die geschätzten Kosten von 10 000 Euro werden von den Antragstellern hinterlegt. Bei den gewünschten Änderungen handelt es sich um Stützmauern anstelle von Böschungen, um die Einzäunung der Grundstücke und die Überdachung von Terrassen.

Schwarzbauten entfernen

Gemeinderat Reinhard Schwarz steht einer Änderung des Bebauungsplans während der Bauphase kritisch gegenüber. Er befürchtet dadurch Nachteile für jene Bauherrn, die ihr Ferienhaus bereits gebaut haben. Auf mehr Verständnis und Entgegenkommen setzt dagegen Armin Kiener. Unter bestimmten Voraussetzungen kann er sich eine Bebauungsplanänderung durchaus vorstellen.

In der anschließenden Diskussion legte der Gemeinderat die Bedingungen fest, unter denen die Gemeinde dem Verfahren zustimmen würde. Dazu zählt in erster Linie, dass an den genehmigten zwei Häusertypen nichts geändert wird. Von den Antragstellern sind zudem feste Ansprechpartner zu benennen. Die Kosten für das Verfahren tragen die Antragsteller und die Summe ist zu hinterlegen. Alle bisher errichteten Schwarzbauten müssen entfernt werden. Im ersten Schritt wird ein Planer beauftragt, dessen Vorschläge anschließend im Gemeinderat beraten werden. Zu jeden Zeitpunkt bleibt die Gemeinde „Herr des Verfahrens“. Unter diesen Bedingungen stimmte der Gemeinderat einer Änderung des Bebauungsplanes zu.

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